Heroin ist bei Jugendlichen out

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Heroin ist bei Jugendlichen out

Heroin ist nicht mehr die Droge Nummer 1 und vor allem unter Jugendlichen ziemlich out. Im Kanton Zürich sind im letzten Jahr weniger Drogen sichergestellt worden als in den Jahren zuvor.

Im Kanton Zürich sind im letzten Jahr weniger Drogen sichergestellt worden als in den Jahren zuvor. Gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen ist die Zahl der Betäubungsmitteldelikte und der ermittelten Tatverdächtigen.

Die Drogensituation habe sich kaum verändert, sagte der für die Betäubungsmittelkriminalität zuständige Abteilungschef Norbert Klossner am Dienstag an einer Medienkonferenz. Eine leichte Verschiebung von der Stadt Zürich aufs Land sei feststellbar.

Die Menge der von Polizei und Zollorganen sichergestellten harten Drogen wie Heroin (rund 105 000 Kilogramm) und Kokain (148 000 Kilogramm) ist zurückgegangen. Heroin ist laut Klossner «nicht mehr die Droge Nummer 1» und vor allem unter Jugendlichen «ziemlich out». Kokain werde vor allem über den Flughafen Kloten eingeführt.

Hanfanbau hauptsächlich Indoor

Bei Ecstasy verzeichnet die Statistik einen starken Anstieg. Bei dieser Techno-Droge seien die Schwankungen von Jahr zu Jahr sehr gross. Ein grosser Teil der 57 000 im Jahr 2003 sichergestellten Pillen kämen aus einem einzigen grossen Fall. Auch bei Thaipillen gab es eine grosse Beschlagnahmung, insgesamt weist die Statistik rund 15 000 Pillen aus.

Illegale Cannabis-Produkte werden gemäss Klossner im Kanton Zürich vor allem in so genannten Indoor-Anlagen hergestellt. Sie hätten den landwirtschaftlichen Hanfanbau praktisch zum Verschwinden gebracht. Sichergestellt wurden 8,6 Tonnen Hanfkraut und 143 Kilogramm Haschisch (2002: 17,3 Tonnen Kraut und 306 Kilo Haschisch).

Die Zahl der Anzeigen wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz nahm in der Stadt Zürich leicht um 280 ab auf 10 335. Im übrigen Kantonsgebiet stieg sie um 343 auf 3579. Insgesamt gab es einen Rückgang beim Drogenhandel und -schmuggel, aber mehr Anzeigen wegen Drogenkonsums.

Weniger Asylbewerber und «Illegale» im Drogenhandel

38,5 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen sind laut Klossner Ausländer, beim Handel liegt der Ausländeranteil bei 61,8 Prozent. Auf 16,6 Prozent gesunken ist der Anteil der Drogenhändler, die illegal in der Schweiz sind.

Dies ist der tiefste Wert der letzten Jahre, 1994 beispielsweise hatten 60 Prozent der angezeigten ausländischen Drogenhändler keine Aufenthaltserlaubnis. Auch der Anteil der Asylbewerber ging zurück.

Drogentote gab es im letzten Jahr 56 (15 Frauen und 41 Männer). Dies sind sechs mehr als im Vorjahr. Etwa gleichviele starben in der Stadt Zürich und im übrigen Kantonsgebiet. Das jüngste Drogenopfer war 16, das älteste 55 Jahre alt. Das Durchschnittsalter blieb unverändert bei rund 32 Jahren.

(sda)

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