Aktualisiert 21.06.2019 09:30

Horn TG«Herr Biber, lassen Sie diesen Baum stehen»

In Horn TG hat ein Biber mehrere Bäume gefällt. Nun zeigen Schilder an, wo der Nager holzen darf und wo nicht.

von
jeb
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Der Werkhof Horn macht dem Biber quasi einen Menüvorschlag.

Der Werkhof Horn macht dem Biber quasi einen Menüvorschlag.

Gita Lohrer
Teilt aber auch mit, wo nicht genagt werden darf.

Teilt aber auch mit, wo nicht genagt werden darf.

Leser-Reporter/Gita Lohrer
Gemeint ist dieser Biber. In Horn wird er liebevoll «Hafenbiber» genannt.

Gemeint ist dieser Biber. In Horn wird er liebevoll «Hafenbiber» genannt.

Leser-Reporterin Gita Lohrer machte am Dienstag mit ihrem Boot einen Ausflug nach Horn TG. An Land spazierte sie dem Hafen entlang. «Plötzlich sah ich im See einen Zweig, der sich rasch bewegte. Und das obwohl es windstill war», sagt die 62-Jährige. Und dann sei an Kopf an die Wasseroberfläche gekommen. «Es war ein Biber», sagt die Schaffhauserin voller Freude. Es sei der erste Biber gewesen, den sie in ihrem Leben gesehen habe.

Leser-Reporterin filmt Biber in Arbon

Video: Leser-Reporterin entdeckt im Hafen von Horn TG einen Biber.

Auftritt Herr Biber (Video: Leser-Reporter)

Später sah Lohrer bei zwei Bäumen Schilder, die von der Gemeinde Horn angebracht wurden: «Lieber Biber, diesen Baum dürfen Sie fressen. Mit freundlichen Grüssen, Werkhof Horn», steht auf einem Schild an einem Pflock, der neben einem angefressenen Baum steht. Auf einem anderen Zettel bei einem anderen Baum steht: «Herr Biber, lassen Sie diesen Baum stehen. Fressen Sie lieber andere.»

Biber fällte bereits Bäume

Natürlich weiss man bei der Gemeinde Horn, dass der Biber nicht lesen kann. Die Schilder richten sich denn auch an die Spaziergänger. «Unsere Bauamtmitarbeiter wurden von vielen Seiten auf den angenagten Baum angesprochen», sagt Andreas Hirzel, Gemeindeschreiber und Leiter der Bauverwaltung in Horn TG. Da sei einem Mitarbeiter die Idee mit den witzigen Schildern gekommen.

Der eine Baum, der zum Fällen freigegeben wurde, hatte der Biber bereits vor geraumer Zeit angefressen, jedoch nicht zu Ende gefällt. «Zwei bis drei kleinere Weidenbäume hat der Biber gefällt, zerlegt und mitgenommen», sagt Hirzel. Der Biber lebt nämlich nicht in Horn. Man habe nach dem Biberbau gesucht, aber diesen nicht gefunden.

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