CL-Schlager in Liverpool: Herr Kovac und die störrischen Bayern-Kinder
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CL-Schlager in LiverpoolHerr Kovac und die störrischen Bayern-Kinder

Die Münchner haben 2019 in sechs Spielen schon zehn Gegentore kassiert. Trainer Niko Kovac schimpft über die Defensive, die am Dienstagabend in Liverpool bestehen muss.

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kai
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Bayern-Trainer Niko Kovac hat derzeit wenig Freude am Defensivverhalten seiner Spieler. Am Freitag lieferte er sich nach dem 3:2-Sieg in Augsburg ein Wortgefecht mit Thiago, der auf der Sechser-Position zu offensiv agiert hatte.

Bayern-Trainer Niko Kovac hat derzeit wenig Freude am Defensivverhalten seiner Spieler. Am Freitag lieferte er sich nach dem 3:2-Sieg in Augsburg ein Wortgefecht mit Thiago, der auf der Sechser-Position zu offensiv agiert hatte.

Peter Schatz
Die Bayern haben 2019 schon zehn Gegentore in sechs Spielen erhalten. Kovac sagt: «Dass der FC Bayern München offensiv orientiert ist, das ist, glaube ich, jedem klar. Nur: Das Defensive gehört auch zum Fussball dazu.»

Die Bayern haben 2019 schon zehn Gegentore in sechs Spielen erhalten. Kovac sagt: «Dass der FC Bayern München offensiv orientiert ist, das ist, glaube ich, jedem klar. Nur: Das Defensive gehört auch zum Fussball dazu.»

Alexander Hassenstein
Der Trainer fordert eine klare Steigerung am Dienstag im CL-Achtelfinal-Hinspiel in Anfield, denn auch er weiss, was für eine Angriffswelle auf die Münchner zurollen wird, wenn Mohamed Salah (Bild), Roberto Firmino und Sadio Mané in Spiellaune sind.

Der Trainer fordert eine klare Steigerung am Dienstag im CL-Achtelfinal-Hinspiel in Anfield, denn auch er weiss, was für eine Angriffswelle auf die Münchner zurollen wird, wenn Mohamed Salah (Bild), Roberto Firmino und Sadio Mané in Spiellaune sind.

AFP/Paul Ellis

Niko Kovac muss sich derzeit vorkommen wie ein Vater, dessen Kinder nicht gehorchen. Der Bayern-Trainer hat eine klare Vorstellung davon, wie seine Spieler zu verteidigen haben, nur setzen sie das nicht um. Deshalb sagt der 47-Jährige Sätze wie: «Dass der FC Bayern München offensiv orientiert ist, das ist, glaube ich, jedem klar. Nur: Das Defensive gehört auch zum Fussball dazu.»

Das 3:2 am Freitag in Augsburg offenbarte erneut, wie porös die Abwehr derzeit ist. Allein in den sechs Spielen dieses Jahres hat der deutsche Rekordmeister zehn Gegentore erhalten. Mit Blick auf die Dienstreise nach Liverpool sagte Kovac nach dem Augsburg-Match: «Wenn wir anfangen, dort die Leute laufen zu lassen, werden wir uns jede Minute in einer ganz brenzligen Situation befinden.»

Klopps Sorgen

Einer Mannschaft, die in Anfield nicht untergehen will (CL-Achtelfinal-Hinspiel ab 21 Uhr im Ticker), ist es zu empfehlen, dem Dreizack mit Salah, Firmino und Mané keine Freiheiten zu gewähren. Überhaupt sollten sich die Bayern auf stürmische Reds gefasst machen, zumal diese neben aussergewöhnlichen Fans auch einen Trainer haben, der es versteht, bei seinem Personal die richtigen Knöpfe zu drücken: «Wir werden als emotionalster Club des Fussballs bezeichnet. Lasst uns das zeigen, lasst es uns gemeinsam geniessen!», fordert Jürgen Klopp.

Sorgenfrei ist aber auch der Deutsche nicht. Die Leichtigkeit ist Liverpool, das letztmals vor zehn Tagen gespielt hat, etwas abhandengekommen. Zudem steht mit Matip nur ein gesunder Innenverteidiger zur Verfügung. Immerhin könnte Shaqiri nach seiner Bauchmuskelzerrung fit und damit eine Option für den Angriff sein. Der Schweizer sagt vor dem Duell mit seinem früheren Arbeitgeber: «Ich würde den Bayern die Favoritenrolle zuschieben.»

Ob Kovac das auch tun würde? Kaum. Zu unfolgsam sind seine Münchner Kinder. Aber vielleicht begreifen sie ja im bisher wichtigsten Match der Saison, dass das Toreverhindern doch nicht ganz unerheblich ist.

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