FCB-Trainer im Interview: «Herr Sforza, spielt die Mannschaft gegen Sie?»
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FCB-Trainer im Interview«Herr Sforza, spielt die Mannschaft gegen Sie?»

Trotz einer katastrophalen Saison ist Ciriaco Sforza weiter Trainer des FC Basel. Im Interview spricht er über die Cup-Blamage, die Kritik der Fans und das Vertrauen von Bernhard Burgener.

von
Lucas Werder
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Ciriaco Sforza bleibt weiterhin Trainer beim FC Basel.

Ciriaco Sforza bleibt weiterhin Trainer beim FC Basel.

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Nach dem 2:6 gegen Winterthur spricht ihm Bernhard Burgener das Vertrauen aus.

Nach dem 2:6 gegen Winterthur spricht ihm Bernhard Burgener das Vertrauen aus.

Andy Mueller/freshfocus
Sforza und der FC Basel bleiben diese Saison wohl ohne Titel.

Sforza und der FC Basel bleiben diese Saison wohl ohne Titel.

Marc Schumacher/freshfocus

Darum gehts

  • Zwei Tage nach dem 2:6 Debakel im Cup gegen Winterthur stellt sich Ciriaco Sforza (50) den Medien.

  • Der FCB-Trainer spürt weiterhin das Vertrauen des Vereins.

  • «Wir gehen da zusammen durch», ist Sforza überzeugt.

Herr Sforza, ist das Spiel am Samstag gegen Lausanne ein Endspiel für Sie?

Da haben Sie das gestrige Statement von Bernhard Burgener falsch gelesen. Wir stehen alle zusammen. Das hat nichts mit einem Endspiel zu tun. Das ist eine Provokation, die ich nicht ok finde. Der Präsident hat deutlich Stellung genommen.

Verwaltungsratspräsident Bernhard Burgener hat Ihnen am Donnerstag öffentlich sein Vertrauen ausgesprochen. Was bedeutet Ihnen das?

Das zeigt, dass das Vertrauen des Vereins da ist. Solche Phasen, wie wir jetzt eine haben, hat jeder Verein. Das Wichtigste ist, dass wir alle zusammen da wieder rausfinden. Und das werden wir auch machen.

Trotzdem fordern immer mehr Fans ein Ende Ihrer Arbeit in Basel. Was macht diese Kritik mit Ihnen?

Ich bin mit vollem Herzen beim FCB und werde weiterhin alles geben. Mit Kritik muss man in meinem Job umgehen können.

Direkt nach der 2:6-Niederlage gegen Winterthur haben Sie von einer Katastrophe gesprochen. Wie sehen Sie es heute einige Tage danach?

Es ist immer noch eine Katastrophe. Das bleibt so.

Was lief genau schief, dass man gegen ein Challenge-League-Team so untergehen konnte?

Wir haben gegen Winterthur verloren, weil wir keine Leidenschaft, keine Laufbereitschaft und kein Zweikampfverhalten an den Tag gelegt haben. Das hat mir alles gefehlt und hat den Unterschied ausgemacht.

In der Halbzeitpause beim Stand von 0:2 kritisierte Captain Valentin Stocker im SRF-Interview, dass man kein Konzept nach vorne habe. Haben Sie mit ihm darüber gesprochen?

Da muss man sehr vorsichtig sein. Valentin Stocker hat nicht das Konzept der Mannschaft angegriffen. Das haben die Medien einfach so aufgefasst. Ich habe das mit Valentin gemeinsam angeschaut. Es gibt kein Problem mit dem Trainer. Er hat sich mit seinen Aussagen auf die fehlende Leidenschaft bezogen, nicht auf die Taktik. Da muss ich ihn schützen.

Nach dem Spiel versammelten sich zahlreiche Fans vor dem St. Jakob-Park und haben sich mit den Spielern ausgesprochen. Waren Sie auch dabei?

Ich war zu diesem Zeitpunkt an der Medienkonferenz. Es ist gut, dass sich Mannschaft und Fans ausgesprochen haben. Wir haben alle ein gemeinsames Ziel: langfristigen Erfolg. Da ist das Feedback von den Fans gut.

Die Fans kritisierten vor allem die Leistung der Spieler. Teilweise hätte man fast den Eindruck haben können, die Mannschaft spiele gegen ihren Trainer. Empfinden Sie das auch so?

Etwas ist für mich ganz klar: Wir gehören zusammen. Und das habe ich der Mannschaft auch heute wieder gesagt. Wir gehen da zusammen durch. Und wir werden das auch schaffen.

Wie war die Stimmung im Team in den letzten beiden Tagen?

Es ist normal und auch gut so, dass die Stimmung am Tag nach so einem Spiel geknickt ist. Das Training heute war aber sehr konzentriert und fokussiert. Die Stimmung war gut.

Haben Sie etwas im Training verändert?

Es geht nicht darum, nun im Training alles zu verändern. Wir haben die Fehler aus dem Cup-Spiel analysiert und ausdiskutiert. Wir müssen Sachen verbessern, die momentan nicht gut sind. Aber das heisst nicht, dass wir alles umstellen.

Müsste man das vielleicht nicht mal?

Es fehlt an Leidenschaft und Laufbereitschaft. Da muss ich nicht das ganze Training ändern. Es muss sich jetzt jeder, mich eingeschlossen, einfach voll auf den Fussball konzentrieren.

Nach wie vor hat der FC Basel keinen Sportchef. Würde jemand auf dieser Position Ihre Arbeit vereinfachen?

Ich habe noch nie selber einen Transfer erledigt. Wenn die Sportkommission mich nach meiner Meinung fragt, dann sage ich, was ich glaube. Ob es einen neuen Sportchef gibt, entscheidet der Verein. Ich fokussiere mich auf meine Aufgaben als Trainer.

Auch ohne Sportchef kamen in den letzten Wochen neue Spieler. Sehen wir den Top-Zugang Matías Palacios (18) bereits gegen Lausanne?

Seine Spielberechtigung ist eingetroffen. Matías Palacios hat im Training einen guten Eindruck hinterlassen und wird am Samstag sicher zu einem Teileinsatz kommen.

Dieses Interview wurde im Rahmen einer offenen Medienrunde im Vorfeld der Partie gegen Lausanne aufgezeichnet.

Deine Meinung

60 Kommentare
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larve

20.02.2021, 14:58

Sforza könnte sich doch von den Spezialisten hier Rat holen, die werden alle Weltmeister!

B.A

20.02.2021, 14:46

Seid mal ehrlich, jeder Trainer hat mit so ein Haufen unmotivierte Spieler Null Chancen!Das ganze Kader müsste ersetzt werden!Sind in der Tabelle Meilen weit weg von YB wie oder worauf soll sich so ein Spieler überhaupt ins Zeug legen ?Fa gibts nur eins ....junge hungrige.....alle anderen weg!Die ganze Winterthur 1 Mannschaft kaufen und einsetzen die Basler Abschiebung in irgend ne Regionalliga als Reservisten!

Fussballfans

20.02.2021, 13:26

Es ist doch alles gut. Basel verliert wie jede andere Fussballmannschaft auch. Die Basler müssen nur vom hohen Ross absteigen und endlich begreifen, dass sie halt auch durchschnittlich sind.