Herr und Frau Schweizer: Mehr Scheidungen - Weniger Kinder
Aktualisiert

Herr und Frau Schweizer: Mehr Scheidungen - Weniger Kinder

Die Schweizer drohen auszusterben, falls sie weitermachen, wie bisher. Im vergangenen Jahr gab es einen Geburtenrückgang und die Scheidungsrate stieg um 20 Prozent.

Ebenfalls nur leicht nahm die Zahl der Heiraten zu, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte.

Weniger Kinder 2004

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 72'900 Kinder geboren, 0,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Geburtenrate verharrte bei 1,42 Kindern pro Frau, wobei ausländische Frauen im Schnitt 1,87 Kinder und Schweizerinnen lediglich 1,27 Kinder zur Welt brachten. Für den Generationenerhalt wären durchschnittlich 2,1 Kinder pro Frau nötig, wie das BFS schreibt.

Mehr nichteheliche Geburten

Weiter zugenommen hat der Anteil der nichtehelichen Geburten. Er lag im Jahr 2005 bei 13,7 Prozent am Total der Lebendgeburten, womit sich dieser Wert in den vergangenen 15 Jahren um 7,6 Prozentpunkte erhöht hat. Die grösste Zunahme der nichtehelichen Geburten ergab sich mit einem Plus von 19,2 Prozent bei den geschiedenen Frauen, was auch die starke Zunahme der Zahl der Scheidungen widerspiegelt. Insgesamt wurden im Jahr 2005 rund 21 300 Scheidungen ausgesprochen, was einer Zunahme gegenüber 2004 um 18,8 Prozent oder 3 400 Fälle entsprach. 89 Prozent aller Scheidungen kamen auf Begehren beider Ehepartner zu Stande, die Zahl der Scheidungen auf Klage verdoppelte sich innert Jahresfrist von 646 Fällen im Jahr 2004 auf 1 316 Fälle im vergangenen Jahr.

Frauen heiraten früher

Im vergangenen Jahr waren die Frauen bei ihrer ersten Heirat im Schnitt 28,7 Jahre und die Männer 31,0 Jahre alt. Das ist bei beiden Geschlechtern leicht höher als im Vorjahr. (dapd)

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