Wahlplakate zerstört: Herren auf Golfwägeli als Vandalen unterwegs

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Wahlplakate zerstörtHerren auf Golfwägeli als Vandalen unterwegs

SVP-Politiker mit schwarzen Schnäuzchen und überpinselte SP-Köpfe: Überall wird Wahlwerbung beschädigt. In Solothurn wurden zwei ältere Männer in flagranti erwischt.

von
miw
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«Diese Bilder zeigen, dass das Zerstören von Wahlwerbung also doch kein ‹Muster der Linken› ist, wie die SVP uns letzthin unterstellte», meint jetzt SPler Wepfer.

«Diese Bilder zeigen, dass das Zerstören von Wahlwerbung also doch kein ‹Muster der Linken› ist, wie die SVP uns letzthin unterstellte», meint jetzt SPler Wepfer.

Nachdem ein Gespräch mit den beiden Männern nicht fruchtete, griffen die Fussgänger zum Fotoapparat und hielten die Aktion so fest. Die Bilder gelangten schliesslich auch zur Solothurner SP.

Nachdem ein Gespräch mit den beiden Männern nicht fruchtete, griffen die Fussgänger zum Fotoapparat und hielten die Aktion so fest. Die Bilder gelangten schliesslich auch zur Solothurner SP.

Bei der Partei ist man genervt: «Das Ganze ist einfach nur noch doof», meint Parteisekretär Niklaus Wepfer. Es sei ein kindischer Zank, der derzeit nicht zu stoppen sei.

Bei der Partei ist man genervt: «Das Ganze ist einfach nur noch doof», meint Parteisekretär Niklaus Wepfer. Es sei ein kindischer Zank, der derzeit nicht zu stoppen sei.

Es scheint ein beliebtes Mittel im aktuellen Wahlkampf zu sein: das Abhängen, Versprayen und Zerstören unliebsamer Wahlplakate. Im Kanton Solothurn – wo das Aufhängen von Wahlwerbung an fast jedem Kandelaber und Masten erlaubt ist – liefern sich die gegnerischen Lager derzeit endlose Plakat-Scharmützel.

Vor wenigen Tagen wurden etwa die Portraits von SVP-Kandidaten mit schwarzen Filzern verunstaltet. Jetzt erwischten Fussgänger zwei ältere Herren in flagranti beim Zerstören von SP-Werbung im solothurnischen Hauenstein: Auf einem Golfwagen machten die Männer dort Jagd auf Plakate von SP-Ständerat Roberto Zanetti.

Bei der Solothurner SP ist man genervt: «Das Ganze ist einfach nur noch doof», meint Parteisekretär Niklaus Wepfer. Es sei ein kindischer Zank, der derzeit nicht zu stoppen sei. «Wir werden deshalb auch keine Anzeige gegen diese Personen machen», meint Wepfler.

«Also doch kein Muster der Linken»

Dennoch scheint er auch etwas froh zu sein, dass die SP-Gegner beim Vandalenakt auf frischer Tat ertappt worden sind: «Diese Bilder zeigen, dass das Zerstören von Wahlwerbung also doch kein Muster der Linken ist, wie die SVP uns letzthin unterstellte.» Es gäbe schlicht überall Leute, die für solche «sinnlosen Aktionen» zu haben seien – «das hat nichts mit der politischen Einstellung zu tun. Und ganz sicher geben wir als Partei auch niemandem den Auftrag, Wahlwerbung anderer Parteien zu zerstören», sagt Wapfler.

Er hoffe nun einfach, dass dieser Zwist bald aufhöre. Doch scheint derzeit noch keine Ende in Sicht zu sein: Erst in der Nacht auf Dienstag wurden an mehreren Orten in der Stadt Solothurn die Portraits der SP-National- und Ständeratskandidaten mit schwarzer Farbe übermalt.

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