Kanton Zürich: «Herrgott, schenk Hirn» – EDU twittert über Klimawandel und erntet Shitstorm 

Publiziert

Kanton Zürich«Herrgott, schenk Hirn» – EDU twittert über Klimawandel und erntet Shitstorm 

In einem Tweet vom Mittwoch vergleicht die Zürcher Partei Eidgenössisch-Demokratische Union die schmelzenden Pole mit einer PET-Flasche. Dafür hagelt es in den Kommentaren heftige Kritik. 

von
Anna Ehrensberger
1 / 4
Auf Twitter polarisiert seit Mittwoch ein Beitrag der Zürcher Partei EDU.  Darin verglichen die Politiker den Klimawandel und das Abschmelzen der Pole mit einer PET-Flasche. 

Auf Twitter polarisiert seit Mittwoch ein Beitrag der Zürcher Partei EDU.  Darin verglichen die Politiker den Klimawandel und das Abschmelzen der Pole mit einer PET-Flasche. 

IMAGO/imagebroker
In den Kommentaren hagelt dafür heftige Kritik. «Kann man bei all den verfügbaren Informationen wirklich noch so einen Kram von sich geben?», schreibt ein User. 

In den Kommentaren hagelt dafür heftige Kritik. «Kann man bei all den verfügbaren Informationen wirklich noch so einen Kram von sich geben?», schreibt ein User. 

IMAGO/VWPics
Gegenüber 20 Minuten stellt die Partei klar: Der Tweet war nicht ernst gemeint. «Twitter ist ein soziales Labor, in welchem man auch mal provokante Aussagen machen können sollte, um so gewisse Reaktionen zu provozieren»

Gegenüber 20 Minuten stellt die Partei klar: Der Tweet war nicht ernst gemeint. «Twitter ist ein soziales Labor, in welchem man auch mal provokante Aussagen machen können sollte, um so gewisse Reaktionen zu provozieren»

IMAGO/VWPics

Darum gehts

  • Am Mittwoch twitterte die Zürcher EDU über den Klimawandel und vergleicht ihn dabei mit einer PET-Flasche. 

  • Dafür hagelt es in den Kommentaren Kritik. 

  • Gegenüber 20 Minuten stellt die Partei klar: Der Tweet sollte ein Experiment sein und war nicht ernst gemeint. 

«Wieso sollte ein Schmelzen der Pole zu einem Meeresspiegelanstieg führen?», twitterte die Eidgenössische Demokratische Union (EDU) des Kanton Zürich am Mittwoch. In ihrem Tweet verglich die Partei das Tauen des Polareises aufgrund des Klimawandels mit einer gefrorenen PET-Flasche. Diese nehme nach dem Auftauen wieder ihre ursprüngliche Form an. Demzufolge sollte laut dem Tweet auch der Meeresspiegel beim Schmelzen der Pole nicht steigen. Für diese Aussage ernteten sie auf der Social Media Plattform heftige Kritik.

Innert kurzer Zeit wurde der Tweet tausendfach angesehen. Unter der Aussage häufen sich Kommentare wie: «Kann man bei all den verfügbaren Informationen wirklich noch so einen Kram von sich geben?» oder «Herrgott, schenk Hirn!» Andere meinten gar, auf einer Satire-Seite gelandet zu sein. «Ich musste erstmal googeln um zu erfahren, ob ihr Satiriker seid oder einfach nur dumm.»

Bist du auf Twitter?

EDU nimmt Stellung

Einige Kommentare gehen näher auf den Tweet der Partei ein und stellen richtig: «Für Eis, das vorher auf dem Land war, wie beispielsweise in Gletschern oder in der Antarktis, stimmt das nicht. Ausserdem dehnt sich das Wasser bei einem Temperaturanstieg aus», erklärt ein User. Wie sich der Tweet auf die Zürcher Wahlen im Februar auswirkt, wird sich zeigen. Einige User sind sich allerdings schon sicher: «Leute, schaut gut hin, wählt auf keinen Fall EDU.» 

Auf Anfrage von 20 Minuten nimmt die EDU erstmals zu dem Tweet Stellung: «Dieser war offensichtlich nicht ernst gemeint. Twitter ist ein soziales Labor, in welchem man auch mal provokante Aussagen machen können sollte, um so gewisse Reaktionen zu provozieren», erklärt Jan Leitz, Stellvertretender Geschäftsführer der EDU. Mit so vielen Reaktionen habe man allerdings nicht gerechnet. «Viele Reaktionen waren direkt beleidigend. Das zeigt uns, dass viele User gar nicht an einem Dialog interessiert sind, sondern in einer Welt leben, wo nur ihre Meinung die Richtige ist.»

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung

42 Kommentare