Aktualisiert 06.01.2015 16:29

Stadt Luzern

«Herrin der Toiletten» baut WC-Landschaft aus

Das Geschäft mit den WCs geht weiter: Neu sollen 40 öffentliche WC-Anlagen bis 2019 zur Verfügung stehen – vor allem soll sich das Chaos von 2013 nicht wiederholen.

von
Katja Imhof
Bis 2019 soll es 40 öffentliche WC-Anlagen in der Stadt Luzern geben.

Bis 2019 soll es 40 öffentliche WC-Anlagen in der Stadt Luzern geben.

Der Stadtrat hat unter der Leitung der Baudirektorin Manuela Jost, die sich an der Pressekonferenz am Dienstag selbst humorvoll «Herrin der Toiletten» nannte, den neuen Masterplan für die Toilettenlandschaft in Luzern vorgestellt: Insgesamt 40 öffentliche WC-Anlagen sollen bis 2019 der Stadt Luzern zur Verfügung stehen – für die Umsetzung hat der Stadtrat beim Parlament einen Kredit von 1,91 Millionen Franken beantragt.

«Wir sind die Sache falsch angegangen»

Der Stadtrat gestand teilweise eine Fehlplanung ein. Denn: Mit dem «Masterplan öffentliche WC-Anlagen» aus dem Jahr 2009 sollte die Zahl der öffentlichen Toiletten in Luzern von 45 auf 29 verringert werden – die Reaktionen, besonders bei der Schliessung der Anlagen beim Alpenquai, dem Carparkplatz Landenberg und dem Löwendenkmal, kamen prompt: So verrichtete ein Tourist seine Notdurft im Alpineum Museum. Zudem beschwerten sich Anwohner, dass Touristen «die Notdurft dann hinter den Büschen erledigen», so Stadtbaumeisterin Friederike Pfromm. Die Anlagen mussten daher wegen «heftigen Widerstands» wieder geöffnet werden.

Ausserdem erhoffte man sich durch die Schliessung einiger Anlagen tiefere Betriebskosten. Dies war jedoch nicht der Fall: Ursprünglich sollten sie von 450'000 auf 360'000 Franken gesenkt werden – effektiv betragen sie heute jedoch rund 500'000 Franken. «Weil weniger Anlagen da sind, müssen nicht plötzlich weniger Leute auf die Toilette», so Jost.

Ein weiterer Wermutstropfen ist der Vandalismus: Dieser hat nicht wie prognostiziert abgenommen, sondern in den letzten Jahren sogar zugenommen. «Es werden Pullover und alle möglichen Gegenstände die Toilette hinunter gespült», so Jost. Aktuell betragen die verursachten Kosten durch Vandalismus 50'000 bis 90''000 Franken pro Jahr. Um diese Kosten zu senken, will der Stadtrat die Öffnungszeiten der Toiletten überprüfen. Aus seiner Sicht müssen nicht alle Anlagen zwingend 24 Stunden und 365 Tage geöffnet sein. Neu will der Stadtrat auch prüfen, ob einzelne gebührenpflichtige WC-Anlagen eingeführt und stark frequentierte WC-Anlagen an private Anbieter abgeben werden sollen.

Zahlreiche Neuerungen

Mit dem neuen Masterplan setzt man nun auf Renovieren statt Schliessen: Die höchste Priorität hat für den Stadtrat dabei die Renovation der WC-Anlagen Inseli und jener am Kreuzstutz: «Die Reklamationen der WC-Besucher häufen sich, vor allem die WC-Anlage Inseli braucht unbedingt eine Renovation», so Pfromm. Auch die WC-Anlagen Unter der Egg und im Bleichergarten sollen renoviert werden. Im Reusszopf soll ausserdem eine neue Anlage gebaut werden.

Neu will der Stadtrat zudem das Pilotprojekt «nette Toilette» definitiv einführen – die Idee dabei: Luzerner Gastrobetriebe stellen ihre Toiletten der Öffentlichkeit zur Verfügung. «Wir erhoffen uns, dass über 20 Betriebe bei diesem Projekt mitmachen», so Jost. Heute nehmen bereits 17 Gastrobetriebe am Pilotprojekt teil. Sie erhalten dafür einen Betriebsbeitrag von der Stadt – Kostenpunkt rund 40'000 Franken jährlich.

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