Aktualisiert 31.05.2020 14:50

Eine beeindrucke BilanzHertha im Höhenflug – mit dem besten Labbadia, den es je gab

Trainer Bruno Labbadia hat aus der Hertha nach wochenlangem Kampf gegen den Abstieg in seiner kurzen Zeit bereits einen Anwärter auf die Europacupplätze gemacht.

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Die Hertha mit Trainer Bruno Labbadia befindet sich im Höhenflug.

Die Hertha mit Trainer Bruno Labbadia befindet sich im Höhenflug.

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Berlin siegt am Samstag 2:0 zuhause gegen Augsburg.

Berlin siegt am Samstag 2:0 zuhause gegen Augsburg.

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Robert Lewandowski trifft gegen Fortuna Düsseldorf doppelt.

Robert Lewandowski trifft gegen Fortuna Düsseldorf doppelt.

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Darum gehts

  • Hertha Berlin ist nach dem Saison-Neustart wie gewandelt.
  • Die Berliner haben seither nicht mehr verloren.
  • Trainer Bruno Labbadia scheint den richtigen Weg gefunden zu haben.

Bei der Frage nach einer neuen Zielsetzung mit Richtung Europacup strich sich Bruno Labbadia durch das hier und da gräulich schimmernde Haar und zupfte kurz am Sakko. «Ich kann nur sagen, und wenn Sie mich erlebt haben, wissen Sie, dass ich das auch so meine: Ich bin sowas von demütig, was den Abstiegskampf betrifft, weil ich einfach so grossen Respekt habe», antwortete er.

Der 54-Jährige hat aus Hertha Berlin binnen weniger Wochen einen Anwärter auf die internationalen Ränge in der Bundesliga gemacht. Vier Punkte beträgt nur noch der Rückstand auf Rang sechs. Das 2:0 gegen den FC Augsburg war der dritte Sieg im vierten Spiel, keines ging verloren. «Wenn da nur ein bisschen was schief gegangen wäre und wir nicht so schnell die Mannschaft auf Kurs gebracht hätten, wissen wir, wo wir stehen würden», betonte Labbadia.

Weiter geht die Arbeit

Sein Credo bleibt. «Was sollen wir jetzt den Mund gross aufmachen, wir müssen erstmal arbeiten», bekräftigte Labbadia am Sonntag im «Doppelpass» des Senders Sport1. Er selbst setze sich die grössten Ziele, sagte er – und auch das: «Klar ist, wir wollen nach oben, keine Frage.» Aber mit Demut.

Zehn Punkte von zwölf möglichen, drei Spiele ohne Gegentor. Eine Mannschaft, die sich insgesamt viel gefestigter zeigt, die eine Linie auf dem Platz ungeachtet des Leistungseinbruchs gegen die Augsburger in der zweiten Halbzeit hat und vor allem wieder mit Freude spielt und Zuversicht verbreitet.

«Da ist noch einiges möglich», kommentierte Hertha-Profi Maximilian Mittelstädt mit Blick auf den Rückstand auf die Europa-League-Ränge. «Nur vier Punkte – es ist möglich», hiess es fast identisch von Keeper Rune Jarstein, der nach seinem Patzer beim 2:2 unter der Woche gegen Leipzig sein Tor diesmal wieder sauber hielt. Labbadia hatte dem 35-jährigen Norweger nach der Slapstick-Nummer öffentlich versichert, weiter seine Nummer eins zu bleiben. Labbadia versucht, beim selbst ernannten Big City Club Ruhe reinzubringen, wo er nur kann.

Die Spieler schwärmen vom Trainer

Und er trifft bislang die richtigen Entscheidungen. Das Führungstor in der 24. Minute erzielte Javairô Dilrosun. Der 21-jährige Niederländer spielte seit Ende Februar schon nicht mehr in der Startelf. Labbadia vertraute ihm, nachdem der zuletzt stark aufgelegte Matheus Cunha in der Offensive wegen einer leichten Gehirnerschütterung nicht spielen konnte. Das Tor zum 2:0 in der Nachspielzeit erzielte Krzysztof Piatek, Labbadia hatte ihn rund eine halbe Stunde vorher eingewechselt.

Die Spieler schwärmen von Labbadia. Und der Coach, für den der Hauptstadtclub die achte Station und der siebte Verein ist, sagt über sich: «Mit jeder Station bin ich besser geworden. Ich glaube, ich bin heute der beste Trainer, der ich je war, weil die Erfahrung einfach unfassbar wichtig ist.»

Immer wenn ein neuer Trainer kommt, bringt er neue Energie mit.

Javairô Dilrosun

Unfassbar findet Labbadia auch die bisherige Ausbeute und auch deshalb liess er sich bei der Frage nach einer neuen Zielsetzung nichts weiteres entlocken. Vielmehr verwies er auf die anstehenden schweren Spiele wie bei Borussia Dortmund am kommenden Samstag. Nach dem 3:0 in Hoffenheim, dem 4:0 im Stadtderby gegen Union Berlin, dem 2:2 in Leipzig und dem 2:0 gegen Augsburg nach einer souveränen ersten Halbzeit dürfte den Berlinern aber auch vor den Borussen nicht bange sein. Und um den «leeren Tank» seiner Spieler nach der englischen Woche wieder aufzufüllen, bleiben Labbadia ja auch ein paar Tage.

«Immer wenn ein neuer Trainer kommt, bringt er neue Energie mit. Und Bruno hat uns richtig viel Energie gegeben, uns wieder zu einem Team geformt. Er gibt uns Vertrauen und wenn du Vertrauen spürst, spielst du viel besser», betonte Torschütze Dilrosun.

(DPA)

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3 Kommentare
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Steilpass

01.06.2020, 11:20

Eine Schwalbe allein bring noch lange keinen Frühling. Spätestes gegen den BVB kommt Herta wieder auf den Boden der Realität zurück.

Tommy D

31.05.2020, 16:55

Labbadia hats drauf! Meistens für 6 Monate bis zu einem Jahr, dann folgt der Fall.

Trainer

31.05.2020, 16:13

bei S04 wurde der neue Trainer auch in höchsten tönen gelobt und nun ist er im freien Fall mit S04. Es kann sich manchmal sehr schnell ändern.... Viel Glück dem Bruno! Als Trainer bist du immer auf einem schleudersitz!