Nach Pressekonferenz: Hertha prüft rechtliche Schritte gegen Favre

Aktualisiert

Nach PressekonferenzHertha prüft rechtliche Schritte gegen Favre

Nach den von Lucien Favre (51) am Dienstag in Berlin und in Baar abgehaltenen Pressekonferenzen hat sein ehemaliger Arbeitgeber Hertha Berlin reagiert und eine rechtliche Prüfung eingeleitet. In Deutschland kam sein Verhalten sehr schlecht an.

von
mon

Der Tabellen-Letzte der Bundesliga prüft, ob die von Favre getätigten Aussagen Auswirkungen auf die Abfindungs-Modalitäten haben. Favre hatte unter anderem erklärt, er sei in Berlin auch deshalb gescheitert, weil er in seiner ganzen Zeit in Berlin «zu viele Kompromisse» eingegangen sei.

Lucien Favres etwas ungewöhnliche Abgangspressekonferenz in Berlin ist den deutschen Medien nicht gut bekommen. Einige sprechen gar davon, dass der Schweizer es schwer haben werde, erneut ein Engagement als Bundesliga-Trainer zu bekommen. Und jetzt prüft auch die Hertha rechtliche Schritte.

Solch einen Abgang mit Pauken und Trompeten, wie ihn Lucien Favre in der deutschen Hauptstadt inszeniert hat, gab es in der Fussballwelt bisher noch nicht. Der Rundumschlag des einstigen Publikumslieblings stiess in Deutschland sauer auf, vorbei ist es mit den Sympathien für den Romand.

Berliner Medien schiessen auf Favre

Am härtesten gehen am Tag danach die Berliner Medien mit dem Schweizer ins Gericht. Seine Abrechnung sei «rätselhaft» und Favre habe sich «entzaubert», schreibt die Berliner Morgenpost. Das Konkurrenzblatt «Berliner Kurier» betitelt den Auftritt des Ex-Hertha-Trainers als «ganz und gar bizarr». Favre habe sich in eine «komplett andere Welt» geredet.

Besonders schwer tun sich die deutschen Medien mit Favres Aussage, die Hertha habe den Abgang von Dieter Hoeness nicht verkraftet. «Ist das wriklich ihr Ernst, Herr Favre?», fragt der «Kurier», während die «Morgenpost» das Statement als «Treppenwitz» betitelt.

«Wie ferngesteuert»

Favre habe sich «anders als sonst» präsentiert und «wie ferngesteuert» gewirkt. Der Schweizer habe den Manager und den Präsidenten «gewatscht», die stets voll auf ihn gesetzt hätten. «Wahrscheinlich ist Favre schlecht beraten», bemerkt die «Morgenpost» und verpasst Favres Berater einen Seitenhieb. In jedem Fall habe der Trainer seinen Ruf «nachhaltig geschädigt», den er sich in gut zwei Jahren mit Hertha aufgebaut habe.«Wenn es die Absicht des Trainers und seiner Agentur war, mit den Pressekonferenzen in Berlin und der Schweiz Favre für weitere Engagements in der Bundesliga zu empfehlen, ist ihnen das komplette Gegenteil gelungen», zieht das Blatt Bilanz.

(mon/si)

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