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Herz-Verwechslung – die Gründe sind noch unklar

Folgenschwerer Fehler im Unispital Zürich: Einer Frau wurde ein Herz mit der falschen Blutgruppe eingepflanzt. Die Frau im Alter zwischen 50 und 60 Jahren schwebt noch in Lebensgefahr.

Die Ärzte versuchten fieberhaft, sie zu retten. Die Patientin hatte auf das falsche Herz mit einer hyperakuten Abstossung reagiert, teilte das Unispital gestern mit.

Die Gründe für die Verwechslung sind noch unklar: Üblicherweise werden vor einer Herztransplantation mehrere Tests durchgeführt, um die Blutgruppe und die Verträglichkeit zu überprüfen. «Irgendwo in dieser Kette muss der Fehler passiert sein», sagte Christiane Roth, Direktorin des Unispitals, zu 20 Minuten. Die Patientin habe die Blutgruppe Null, das Spenderherz die Blutgruppe A. Genau umgekehrt wäre es kein Problem gewesen: «Wir müssen den Fehler in diesem Zusammenhang sehen», so Roth.

Das Herz wurde für geeignet befunden und der schwer kranken Patientin eingepflanzt. Sie hatte seit Wochen auf ein neues Herz gewartet. Die Operation fand laut Roth «kürzlich» statt. Eine genaue Zeitangabe werde nicht gemacht, da sie Rückschlüsse auf den Spender zulasse. Beim Eingriff dabei war auch der angesehene Spezialist Marko Turina (67). Das von ihm geleitete Zürcher Transplantationszentrum hatte in den letzten 15 Jahren über 300 Herzen transplantiert.

«Ein solcher Fehler ist noch nie passiert», sagte Roth. Ein privat praktizierender Kardiologe: «Der Zwischenfall ist unerklärbar.»

Bernhard Brechbühl

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