Stararchitekten in Willisau – Herzog und de Meuron entwerfen grosses Quartier auf dem Land
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Stararchitekten in WillisauHerzog und de Meuron entwerfen grosses Quartier auf dem Land

Ein neues, gross angelegtes Quartier soll in Willisau LU einen städtischen Lifestyle ermöglichen. Realisiert wird es vom Stararchitektenbüro Herzog und de Meuron.

von
Tino Limacher
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Die Kleinstadt Willisau LU möchte ein neues Quartier auf dem «Wellisareal» errichten. Für das Projekt konnte man das Stararchitekturbüro Herzog und de Meuron gewinnen. 

Die Kleinstadt Willisau LU möchte ein neues Quartier auf dem «Wellisareal» errichten. Für das Projekt konnte man das Stararchitekturbüro Herzog und de Meuron gewinnen.

Herzog und de Meuron 
So sieht die Kleinstadt Willisau heute aus … 

So sieht die Kleinstadt Willisau heute aus …

Herzog und de Meuron
… und so würde Willisau mit dem geplanten Quartier auf dem «Wellisareal» aussehen. 

… und so würde Willisau mit dem geplanten Quartier auf dem «Wellisareal» aussehen.

Herzog und de Meuron

Darum gehts

  • Die Kleinstadt Willisau LU plant, ein neues Quartier auf dem «Wellisareal» zu errichten. Entwerfen sollen das Ganze die Stararchitekten von Herzog und de Meuron, wie der Willisauer Bote berichtet.

  • Das Projekt steht noch am Anfang. Das neue Quartier soll insbesondere einen städtischen Lifestyle in Willisau ermöglichen.

  • Man ist aber bemüht, altehrwürdige Gebäude zu erhalten und ins Projekt zu integrieren, so Stadtpräsident von Willisau André Marti. Deshalb setzte sich auch der Vorschlag von Herzog und de Meuron gegenüber anderen durch.

Die Architekten Herzog und de Meuron sind bekannt für ihre Prestigebauten in zahlreichen Ländern: So etwa für das Nationalstadion in Peking, auch bekannt als «Vogelnest», oder für die Elbphilharmonie in Hamburg. Jedoch sind sie auch national tätig. So entwarfen sie die zwei Roche-Türme in Basel oder sind am 100-Millionen-Projekt «Titlis 3020» beteiligt. Neuerdings plant das Stararchitektenbüro, aber auch ein Quartier im kleinen Städtchen Willisau.

Flächenmässig so gross wie die Altstadt

Das Projekt steht noch ganz am Anfang. Dennoch sind die Ausmasse des Quartiers bereits bekannt: So soll das «Wellisareal» nördlich des Bahnhofs Willisau als Standort für das neu geplante Quartier dienen. Damit würde das Quartier flächenmässig ähnlich gross werden wie die Altstadt Willisau selbst, wie der «Willisauer Bote» (Bezahlartikel) berichtet. Gegen 200 Wohnungen könnten auf dem Areal entstehen. Nicht alle Wohnungen werden auf einmal realisiert, sagt der Stadtpräsident von Willisau, André Marti, gegenüber 20 Minuten: «Wir als Gemeinde, die das Projekt begleitet, und die Grundeigentümer des Areals haben selbst ein grosses Interesse daran, dass keine Wohnungen leer bleiben. Deshalb wird etappenweise gebaut.»

Bis zum Baustart müssen allerdings noch zahlreiche Hürden genommen werden. Auch die Stimmberechtigten der Stadt dürfen noch über das Geschäft abstimmen. Marti zeigt sich zuversichtlich: «Das könnte ein schönes und zu Willisau passendes Quartier werden. Schliesslich ermöglicht die Mischung von Gewerbe und Wohnungen am selben Ort einen städtischen Lifestyle in Willisau.» Dies sei auch der Grund, warum Herzog und de Meuron den Auftrag bekommen haben und sich gegen Mitbewerber und Mitbewerberinnen durchsetzen konnten. Ihre Projektskizze ist laut Marti nicht nur sehr ausgereift, sondern integriert auch bestehende Gebäude sehr gut. «Diese altehrwürdigen Gebäude erzählen die Geschichte von Willisau und sollen deshalb erhalten werden. Das ermöglicht aber auch, etwas ausgefallene Wohnungen wie Lofts zu realisieren», so Marti.

Lobende Worte für Projekt

Lukas Gruntz, Architekt und Redaktor bei Architekturbasel.ch, hat das Projekt für 20 Minuten eingeschätzt: «Besonders gefällt mir der Grundsatz, dass bebaute Flächen umgenutzt und nicht etwa neue Grünflächen erschlossen werden. Auch sticht die Nähe des Bahnhofs sofort ins Auge: Eine gute Anbindung an den ÖV ist nämlich sehr zentral für die Attraktivität eines Quartiers.» Überhaupt findet Gruntz praktisch nur lobende Worte fürs Projekt. So sei auch die Wahl von Holzbauten ökologisch vorbildlich, sofern es sich um lokales Holz handelt. Auch der Platz in der Mitte sei als Begegnungszone für ein städtisches Quartier unumgänglich. «Die Herausforderung ist aber, dass das Quartier nicht als Satellit in der Gegend rumstehen wird, sondern sich die Architektur in die Landschaft respektive ins Städtchen Willisau passend einfügt. Diesbezüglich sind auch die Bauherren gefragt», so Gruntz.

Am Freitagabend und am Samstag informieren die Grundeigentümer auf dem «Wellisareal» über das geplante Quartier. So können sich Interessierte gleich vor Ort ein Bild vom Projekt machen. Herzog und de Meuron wollten deshalb gegenüber 20 Minuten noch keine Fragen zum geplanten Projekt beantworten.

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