Gefährliche Drogen: Herztransplantation wegen Ecstasy
Aktualisiert

Gefährliche DrogenHerztransplantation wegen Ecstasy

Innert Kürze mussten drei junge Deutsche mit Herzschäden vor dem Tod gerettet werden. Sie hatten monatelang Ecstasy eingeworfen. Auch in der Schweiz gibt es Fälle.

von
L. Hanselmann

Innert fünf Wochen sind drei 19 bis 23 Jahre alte Kollegen mit schwersten Herzproblemen ins Klimikum Krefeld eingeliefert worden. Sie hatten seit rund einem Jahr exzessiv Ecstasy, Amphetamine und Speed genommen – teilweise sogar täglich, um ganze Wochenende lang durchzutanzen.

Fälschlicherweise glaubten sie, die Pillen aus Holland seien harmlos. Doch ihre Herzen haben sich über die Monate massiv vergrössert. Jetzt warten sie auf Transplantationen.

Dutzende Fälle in der Schweiz und Deutschland

Die Deutsche Kardiologische Gesellschaft ist alarmiert und hat das Thema traktandiert. Denn die Krefelder Raver sind nicht die einzigen Betroffenen: In Deutschland kamen durch eine Umfrage 37 weitere Fälle ans Licht.

Auch in der Schweiz werden regelmässig Junge mit vergrösserten, schwachen Herzen oder sogar Herzinfarkten ins Spital eingeliefert. Am Unispital Basel sind es zwei bis drei im Jahr, wo Drogen als Ursache vermutet werden.

Warnung an Drogen-Konsumenten

In Bern mussten ebenfalls schon mehrere junge Raver behandelt werden. «Die Fälle in Deutschland sollte von den Konsumenten von Partydrogen als Warnung und Hinweis auf die möglichen schweren Nebenwirkungen interpretiert werden», sagt Frank Enseleit, Oberarzt am Unispital Zürich.

Hugo Kupferschmidt vom Tox-Zentrum rechnet mit neben den bekannten Fällen mit einer Dunkelziffer. Denn: «In der Schweiz werden dieselben Substanzen konsumiert wie in Deutschland.» Das sagt auch Donald Ganci, Bereichsleiter der Jugendberatung Streetwork.

Exzessiver Konsum oder neue Droge?

Beide glauben aber nicht, dass die Krefelder wegen neuen, besonders gefährlichen Pillen oder Drogen so schwer erkrankten. «Solch massive Herzschäden weisen auf monatelangen, exzessiven Konsum hin», so Ganci.

Anders sieht dies Brigitte Bathgate, Ärztin am Spital Krefeld – zumal die drei Raver fast gleichzeitig erkrankten: «Da muss etwas Neues im Spiel sein», sagte sie gegenüber WDR.

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