Hetze gegen Asylbewerber mit anonymen Flugblättern
Aktualisiert

Hetze gegen Asylbewerber mit anonymen Flugblättern

Ein Flugblatt schürt Hass: Unbekannte haben Dienstagnacht Zettel in Briefkästen in Buchsi verteilt. Darin hetzen sie gegen Asylbewerber und greifen den Gemeindepräsidenten an.

«Das war eine grössere Aktion», sagt Gemeindepräsident Walter Bandi. «Die Flugblätter wurden bei Nacht und Nebel verteilt.» Bei vielen Einwohnern von Buchsi lag gestern ein Flugblatt mit dem Titel «Das kommende Problem» im Briefkasten.

Darin hetzen Unbekannte gegen die Asylbewerber, die diese Woche von der Stafelalp nach Buchsi umgezogen sind. Diese Asylbewerber hätten «kriminelle Eigenschaften», schreiben die Autoren. Und: Die Gemeinde müsste Sicherheitsvorkehrungen treffen: «Doch Herr Walter Bandi will das wohl nicht begreifen!»

«Die Leute in unserem Zentrum sind nicht kriminell», sagt Iris Stucki vom Schweizerischen Roten Kreuz. «Sie haben entweder gesundheitliche Probleme oder sind minderjährig.» Die Bewohner würden gezielter betreut als in einem normalen Durchgangsheim. «Die Gefahr, dass etwas passiert, ist bei uns noch viel geringer», sagt Iris Stucki.

Wer das Flugblatt verfasst hat, weiss Gemeindepräsident Walter Bandi nicht: «Die sollen mit mir telefonieren», sagt er. «Dann können wir reden.» Auf die anonymen Vorwürfe will er nicht reagieren.

Andrea Abbühl

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