Abtreibungsgegner demonstrieren heute - «Hetze» oder «gegensätzliche Meinung»? Jungpolitikerinnen zum «Marsch fürs Läbe»
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Abtreibungsgegner demonstrieren heute«Hetze» oder «gegensätzliche Meinung»? Jungpolitikerinnen zum «Marsch fürs Läbe»

Die Demonstration der Abtreibungsgegnerinnen und -gegner wurde nach einer Beschwerde bewilligt. Jungpolitikerinnen sind sich uneinig, ob dies richtig war.

von
Lynn Sachs
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In  Zürich findet dieses Wochenende der «Marsch fürs Läbe» statt.

In Zürich findet dieses Wochenende der «Marsch fürs Läbe» statt.

Marsch fürs Läbe
Camille Lothe von der Jungen SVP  findet es richtig, dass die Veranstaltung am Samstag durchgeführt werden darf.

Camille Lothe von der Jungen SVP findet es richtig, dass die Veranstaltung am Samstag durchgeführt werden darf.

jsvp-zh.ch
Leah Heuri der JUSO Stadt Zürich findet hingegen:  «Das Abreden der Selbstbestimmung einer Person über den eigenen Körper ist keine Meinung, sondern Hetze, der man keine Plattform geben soll.»

Leah Heuri der JUSO Stadt Zürich findet hingegen: «Das Abreden der Selbstbestimmung einer Person über den eigenen Körper ist keine Meinung, sondern Hetze, der man keine Plattform geben soll.»

JUSO Stadt Zürich

Darum gehts

  • Dieses Wochenende marschieren die Abtreibungsgenerinnen und -gegner in Zürich.

  • Erst nach einer Beschwerde wurde der Demonstrationszug der Organisation «Marsch fürs Läbe» bewilligt.

  • Laut der Jungen SVP des Kantons Zürich muss man öffentlich über das Thema Abtreibung diskutieren dürfen.

  • Die JUSO Stadt Zürich findet hingegen, dass man den Abtreibungsgegnerinnen und -gegnern keine Plattform geben soll.

Am Samstag findet zum elften Mal der «Marsch fürs Läbe» statt. Lange war unklar, ob die Abtreibungsgegnerinnen und -gegner dieses Jahr marschieren dürfen. Der Zürcher Stadtrat hatte im letzten Jahr verkündet, dass nur eine stehende Kundgebung aber kein Demonstrationszug stattfinden dürfe. Grund: Die Sicherheit der Demonstrantinnen und Demonstranten könne nicht gewährleistet werden.

Gegen diesen Entscheid hatten die Organisatorinnen und Organisatoren erfolgreich Beschwerde eingereicht. Neben einer Kundgebung wurde auch ein Marsch bewilligt. Dieser wird nun statt in der Innenstadt in Zürich Oerlikon stattfinden. Die Organisatoren zeigen sich erfreut über den Entscheid, weil damit ein Zeichen für Gleichbehandlung und Meinungsfreiheit gesetzt werde.

Camille Lothe, Präsidentin der Jungen SVP des Kantons Zürich, findet es richtig, dass die Veranstaltung am Samstag durchgeführt werden darf. «Es ist sehr problematisch, dass die Organisatoren klagen mussten, damit sie demonstrieren dürfen. Vor allem, wenn Grundrechte wegen der Androhung einer Gegenbewegung beschränkt werden sollen.»

«Die Gesellschaft hat verlernt, mit gegensätzlichen Meinungen umzugehen»

Obwohl Lothe persönlich der Meinung ist, dass jede Frau selber entscheiden soll, ob sie ein Kind haben will oder nicht, findet sie, dass der «Marsch fürs Läbe» stattfinden muss. «Die Gesellschaft hat verlernt, mit gegensätzlichen Meinungen umzugehen. Man muss über das Thema Abtreibung diskutieren dürfen.»

Leah Heuri, Co-Präsidentin der JUSO Stadt Zürich, findet es hingegen problematisch, dass die Veranstaltung toleriert werde. Meinungsfreiheit und die Möglichkeit eine Veranstaltung zur eigenen Meinung zu machen, sei sehr wichtig. «Das Abreden der Selbstbestimmung einer Person über den eigenen Körper ist jedoch keine Meinung, sondern Hetze, der man keine Plattform geben soll.» Was der «Marsch fürs Läbe» fordere, sei «sexistisch, menschenverachtend und queerfeindlich».

2020 wurde ein Marsch durch Zürich verboten. Der Entscheid sorgte für Kritik. Hintergrund des Verbots waren Krawalle und Sachbeschädigungen, zu denen es 2019 gekommen war.

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