French Open: Heulsuse Nadal steht zum neunten Mal im Final
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French OpenHeulsuse Nadal steht zum neunten Mal im Final

Rafael Nadal ist in Paris nach wie vor das Mass aller Dinge. Der Spanier bezwingt Andy Murray im Halbfinal klar in drei Sätzen 6:3, 6:2, 6:1. Im Final wartet nun Novak Djokovic.

von
sko

Nach Novak Djokovic (6:3, 6:3, 3:6, 6:3 gegen Federer-Bezwinger Ernests Gulbis) erreicht auch Rafael Nadal den Final des French Open. Der Titelverteidiger bezwingt Andy Murray 6:3, 6:2, 6:1.

Rafael Nadal macht also den Traumfinal perfekt. Mit seiner besten Turnierleistung deklassierte der achtfache French-Open-Champion den Schotten Andy Murray (ATP 8) in nur 100 Minuten 6:3, 6:2, 6:1. Murray zahlte Tribut für seine beiden Fünfsatz-Siege über Philipp Kohlschreiber und Gaël Monfils. Er hatte auf dem Weg in den Halbfinal insgesamt mehr als viereinhalb Stunden länger auf dem Platz gestanden als Nadal. Dieser spielte allerdings wie aus einem Guss und entwickelte vor allem mit der Vorhand enormen Druck und liess den müden Briten viel laufen.

Rekord oder neue Weltnummer 1

Im Final vom Sonntag steht nun einiges auf dem Spiel. Nadal will seine neunte Krone auf dem Sand in Paris und mit dem 14. Grand-Slam-Titel mit Pete Sampras gleichziehen. Gleichzeitig muss er seinen Weltranglistenthron verteidigen, denn mit einem Sieg würde ihn Djokovic als Nummer 1 ablösen. Dieser versucht hingegen, seine Sammlung an Major-Trophäen zu vervollständigen und das einzige Grand-Slam-Turnier zu gewinnen, das ihm noch fehlt.

Ein Favorit ist schwer auszumachen. In Roland Garros - und generell in Sandpartien über drei Gewinnsätze (insgesamt 89 Matches) - hat Nadal erst einmal verloren (2009 in Paris gegen Robin Söderling). Auch beim bisher einzigen French-Open-Final von Djokovic stand ihm der Spanier im Weg (2012). Anderseits hat der Serbe die letzten vier Direktbegegnungen seit September 2013 alle gewonnen - zuletzt vor drei Wochen im Final von Rom auch auf Sand. Insgesamt führt Nadal aber noch mit 22:19 Siegen.

Nadal der Sentimentale

Vor dem Spiel sickert ein nettes Geständnis von Rafael Nadal gegenüber der französischen Sportzeitung «L'Equipe» durch: «Ich habe geweint, als Federer 2009 in Roland Garros gewonnen hat.

Ich war so gerührt, weil er es wirklich verdient hatte, dieses Turnier nach so vielen Halbfinals und Finals endlich zu gewinnen und damit die vier Grand-Slam-Turniere zu vervollständigen.» Nadal gab zu, dass er eine richtige Heulsuse sei und auch bei Filmen regelmässig Tränen vergiesse. Und natürlich habe er auch geweint, als Spanien 2010 in Südafrika Fussball-Weltmeister wurde. Den Final hatte er vor Ort mitverfolgt.

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