Heuscher/Heyer neues Beachvolleyball-Team
Aktualisiert

Heuscher/Heyer neues Beachvolleyball-Team

Nach dem Rücktritt von Stefan Kobel kommt nicht unerwartet zu Wechseln der Schweizer Spitzenteams. Patrick Heuscher spielt neu mit Sascha Heyer zusammen, Heyers bisheriger Partner Paul Laciga tritt nach der WM 2007 zurück.

Mit wem der ältere der Laciga-Brüder (35) die kommende Saison mit der Heim-WM in Gstaad als Höhepunkt bestreitet, ist noch offen. Heyer/Heuscher werden vorerst zwei Jahre ein Team bilden. Ihr grosses Ziel sind die Olympischen Spiele 2008 in Peking. «Dort wollen wir eine Medaille gewinnen», so der 29-jährige Heuscher. Das neue Duo steigt von den Schweizer Teams zusammen mit Markus Egger/Martin Laciga aus der Pole-Position in die Olympia- Qualifikation, die Anfang 2007 beginnt. Maximal zwei Equipen pro Land und Geschlecht werden sich für Peking qualifizieren.

Heuschers Wunschpartner

Bereits kurz nach dem Rücktritt von Stefan Kobel (32) Anfang Juli hatte Heuscher, der seinen bisher grössten Erfolg 2004 mit dem Gewinn der Bronze-Medaille an den Olympischen Spielen in Athen feierte, den Wunsch geäussert, künftig mit Sascha Heyer (34) anzutreten. Und schon bald zeichnete sich die Neuformierung ab. Am Schluss mussten lediglich noch das Management und der Hauptsponsor (Swissfirst) von Heyer ihre Zustimmung geben; auf sportlicher Ebene waren sich die beiden Athleten im Prinzip schon länger einig. «Priorität beim Entscheid hatte für mich, mit wem ich in Peking eine Medaille holen kann», so Heyer, «und der Weg mit Patrick schien mir realistischer», begründete er den Partner-Wechsel. Hätte Heyer seine Karriere mit Laciga fortgesetzt, so wäre Heuscher wohl ebenfalls zurückgetreten.

Defizite in der Abwehr

Heyer und Heuscher spielten bisher beide auf der Block-Position vorne am Netz. Es liegt nun an Trainer Patrick Egger - er betreute bisher Heuscher/Kobel - die Defizite im Abwehrverhalten auszumerzen. Heyer: «Bis in zwei Jahren wollen wir in allen Bereichen top sein. Deshalb werden wir bei Null anfangen und einen konstanten Aufbau vornehmen.» Die vorhandenen Stärken (Block, Service und Side-Out-Spiel) sollten aber ausreichen, um bereits 2007 mit der Weltspitze mitzuhalten. «Beachvolleyball wird immer athletischer», so Heuscher. Deshalb mache das Duo Heyer/Heuscher, die beide als athletisch starke Spieler gelten, durchaus Sinn.

Als konkrete Ziele nennen Heyer/Heuscher nebst der Olympia-Medaille den möglichst schnellen Vorstoss in die Top 10 der Welt, einen Turniersieg 2007 auf der World Tour - Heyer gewann noch nie einen Event der internationalen Serie - und einen Podesplatz an der WM in Gstaad. Heuscher nimmt Patrick Egger als Trainer in das neue Team mit, Heyer das Management (4sports&Entertainment AG) und als Athletik-Coach Fabian Lüthi. Noch nicht geklärt ist die Sponsoring-Frage.

Laciga enttäuscht

Paul Laciga war verständlicherweise enttäuscht über den aus seiner Sicht negativen Entscheid Heyers: «Ich wollte mit Sascha nach Peking», sagte Laciga. Mangels Alternativen verzichtet der Freiburger nun auf eine Olympia-Teilnahme. Ein Team der «zweiten» Schweizer Garde (Marcel Gscheidle/Jan Schnider und David Wenger/Philip Gabathuler) möchte er nicht sprengen und so einen Olympia-Traum zerstören. «Ich könnte einem der Duos nächste Saison aber helfen, wichtige Punkte für die Qualifikation zu sammeln, und einem Spieler Perspektiven für die WM ermöglichen».

Der Abwehr-Spezialist Paul Laciga wird deshalb in den nächsten Wochen Gespräche mit den Blockspielern Schnider und Gabathuler aufnehmen. Laciga schwebt vor, die Swiss Tour sowie einige internationale Turniere mit einem dieser beiden zu bestreiten und so die WM seriös vorzubereiten. Er müsste die ganze Reiserei nicht mehr auf sich nehmen und hätte keinen Druck wegen der Olympia-Qualifikation. «Deshalb bin ich zuversichtlich, dass ich an der WM noch einmal eine Rolle spielen könnte, mit welchem Partner auch immer.» Sollte es mit Schnider oder Gabathuler nicht klappen, dann werde er es mit einem Nachwuchs-Spieler versuchen. (si)

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