Heuscher/Kobel vor dem Bronzespiel
Aktualisiert

Heuscher/Kobel vor dem Bronzespiel

Patrick Heuscher/Stefan Kobel fehlte im Halbfinal am Montagabend nur ein Hauch zum Exploit gegen Ricardo/Emanuel.

Doch heute ist dieses Spiel schon wieder vergessen. Die Aussicht auf Bronze war Motivation genug.

Nachdem sie die erste Enttäuschung überwunden hatten, gingen die beiden Schweizer schnell wieder zur Tagesordnung über. Verständlich, denn einerseits war eine Niederlage gegen die unbestrittene Weltnummer 1 kein Drama, und andererseits folgt die zweite, grössere Medaillenchance heute Mittwoch. «In den fünf Spielen zuvor haben wir gegen Satzende jeweils die entscheidenden Punkte gemacht, jetzt halt nicht. Aber wenn wir auf diesem Niveau weiterspielen, dann haben wir in der nächsten Partie gute Chancen.»

Die Tatsache, eine Niederlage wegstecken zu müssen, ist im Beachvolleyball nichts Ungewöhnliches. Mit dem «Double-Elimination»- Modus bekommt jedes Team eine zweite Chance. Diese nutzten auch Heuscher/Kobel oft: Bei drei ihrer fünf Halbfinal-Qualifikationen in diesem Jahr erreichten sie dieses Stadium via den Verlierer-Ast, so auch beim Heimturnier in Gstaad. «Das ist das tägliche Brot von Beachvolleyballern», sagt Trainer Patrick Egger, «damit muss man umgehen können. Sie sind nun auch überhaupt nicht gebrochen.»

Der spielfreie Dienstag stand ganz im Zeichen der Vorbereitung. Zuerst eine kurze Videoanalyse des Halbfinals mit Besprechung, danach ein Videoausblick auf die nächsten Gegner und anschliessend ein leichtes 40-minütiges Training im Sand ohne Sparringpartner. Der Abend war dann frei. Für Egger ist klar, was heute den Ausschlag geben wird: «Unser Sideout-Spiel. Wenn wir da stabil sind, werden wir unsere Chancen bekommen und die Partie gewinnen. Ich glaube fest an die Medaille.»

Stärkster Pool

Zuversicht dürfen die Schweizer im Nachhinein auch aus den Vorrunden-Partien schöpfen. Pool E, den sie ohne Matchverlust als Erste beendeten, erwies sich als der Stärkste von allen sechs: Um ein Haar wären alle drei für die Achtelfinals qualifizierten Teams auch in die Halbfinals vorgestossen, John Child/Mark Heese konnten aber gegen die späteren Finalisten Javier Bosma/Pablo Herrera einen 13:10-Vorsprung im Schlusssatz nicht ausnützen. «Das zeigt, dass die Form stimmt», so Trainer Patrick Egger.

Psychologischer Vorteil

Heute können Heuscher/Kobel auch auf einen kleinen psychologischen Vorteil zählen. Am 16. August kehrten sie in der Vorrunde eine Partie, die schon beinahe verloren schien. Dabei hatten die Australier eineinhalb Sätze lang ein perfektes Sideout gespielt und hatten beim Ballwechsel beim Stande von 19:18 zwei Chancen, sich zwei Matchbälle zu erspielen. «Ihnen ist es sicher nicht egal, dass sie noch einmal gegen uns spielen müssen», denkt Kobel.

Der ehemalige Indoor-Olympier Williams war im Halbfinal der Schwachpunkt der Australier, die in bisher 19 gemeinsamen Turnieren einen 3. Platz (2003 in Stavanger) als bestes Ergebnis vorweisen. Williams war beim Block nicht ganz auf der Höhe. Egger ist dies auch aufgefallen. Er glaubt aber nicht unbedingt, dass dies auch heute ein Faktor sein wird: «Im Normalfall ist er beim Block stärker.»

(si)

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