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Heuschrecken-Plage auf Kanaren weitet sich aus

Die Heuschreckenplage auf den kanarischen Inseln Lanzarote und Fuerteventura ist grösser als angenommen. Bisher war nur von 2 Millionen Insekten die Rede gewesen, nun rechnen die Behörden mit 100 bis 200 Millionen «Invasoren».

Während sich auf Lanzarote die Lage weiter entspannte, liessen sich auf Fuerteventura zeitweise riesige Heuschreckenschwärme nieder.

Die Insekten kamen nach Berichten von Augenzeugen in Form «rötlicher Wolken» angeschwebt und suchten den Naturpark von Corralejo im Norden der Insel heim. Dort legten sie sich wie ein kilometerlanger Teppich auf die Dünen und verliehen dem Sand eine rötliche Färbung.

Die Insekten drangen auch in Hotels und Ferienwohnungen ein. Corralejo ist eines der beliebtesten Urlauberziele auf Fuerteventura.

Im Laufe des Dienstags verschwand ein grosser Teil der Heuschrecken wieder von der Insel. Die Behörden erklärten die Insekteninvasion - wie am Samstag bereits für Lanzarote - nun auch für Fuerteventura offiziell zur Plage.

Dies ist eine Massnahme der Verwaltung, die bei Überschreitung einer bestimmten Zahl von Heuschrecken fällig wird. Sie bedeutet zugleich die Einleitung von Massnahmen zur Bekämpfung.

Ruhe bewahren

Die Verantwortlichen riefen die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. «Die Heuschrecken sind weder für die Menschen noch für die Landwirtschaft schädlich», sagte Antonio Ortega vom Agrarministerium der Kanaren. Experten wiesen darauf hin, dass die Tomaten - das wichtigste Exportprodukt der Insel - in Plastikgewächshäusern angebaut würden und geschützt seien.

Die Welternährungsorganisation (FAO) teilte mit, in Afrika sei die Bekämpfung der Heuschrecken in eine entscheidende Phase getreten.

Es blieben nur noch drei Monate Zeit, die Schwärme zu vernichten und zu verhindern, dass es im nächsten Sommer neue Plagen gebe. Im März legten die Heuschrecken ihre Eier. Bis dahin müssten so viele Schwärme wie möglich unschädlich gemacht werden.

(sda)

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