Aktualisiert 03.11.2009 07:41

Didier Deschamps«Heute entscheidet sich unsere Zukunft»

In der Meisterschaft läufts nicht wie erhofft und in der Champions League steht das grosse Olympique Marseille ebenfalls nicht wirklich rund. Zuhause muss ein Sieg gegen Zürich her. Doch Trainer Didider Deschamps weiss, warum es im Stade Velodrome nicht einfach wird.

von
Reto Fehr, Marseille

Rund um Olympique Marseille werden die kommenden Tage als «Woche der Wahrheit» bezeichnet. Erst muss in der Champions League ein Sieg her, dann steht der Knüller gegen Lyon an – und nach der Nati-Pause steigt das «Derby de France» gegen den PSG. Sieht Deschamps dies auch so? «Heute entscheidet sich unsere europäische Zukunft», gibt er vor der Partie gegen den FCZ klar zu. Seine Spieler wüssten aber, um was es geht. Die Lage in der Meisterschaft mag der Weltmeister von 1998 nicht gross kommentieren. «Da sind wir noch nicht in der entscheidenden Phase.»

OM will dritten Rang festigen

Dann schauen wir doch auf die Champions League und den FC Zürich. Die Schweizer aus Topf 4 werden der klare Aussenseiter sein. Dass seine Mannschaft der Favorit ist, ist auch Deschamps bewusst. Aber er, der früher im Mittelfeld die Fäden der französischen Nati zog, hat als Taktikfuchs auch die Kunst des «Gegners starkreden» intus. «Zürich spielt sehr kompakt. Vonlanthen und Alphonse sind schnell, im Mittelfeld sind Margairaz, Djuric und Gajic technisch stark und in in Mailand gewinnt man auch nicht per Zufall.» Trotzdem will er mit einem Sieg den dritten Platz in der Gruppe vorerst festigen. Und dann? «Dann fahren wir nach Mailand und schauen was möglich ist.»

Marseille würde lieber auf Konter spielen

Erst werden aber heute Abend gut 60 000 Fans eines der bekanntesten Stadien Europas füllen. Der am Wochenende noch prophezeite Regen sollte auch ausbleiben, so fehlt eigentlich nur noch eines für eine Fussball-Party in hellblau: ein Sieg Marseilles. Doch die Equipe überzeugte zuhause bisher wenig. Wieso? «Das ist ein weit verbreitetes Phänomen», wiegelt Trainer Didier Deschamps ab, «Es ist immer einfacher erst defensiv zu stehen, als das Spiel zu machen. Und im Stade Velodrome verlassen sich viele Teams erstmals auf eine gute Verteidigung.» Damit hat er nicht unrecht, auch der FCZ wird wohl nicht drauflos stürmen. «Wir wissen, dass wir das Spiel machen müssen, aber Zürich spielte auswärts bisher stark», ist sich der 41-Jährige bewusst.

«Hauptsache wir gewinnen»

Sein Captain Mamadou Niang will dagegen nicht viel zur Taktik erzählen. «Hauptsache wir gewinnen», sagt er. Dies gelang am Wochenende beim 1:1 gegen Toulouse nicht. Obwohl OM lange Zeit mit einem Mann mehr spielen konnte. Toulouse igelte sich hinten ein und mauerte sich zum Punktgewinn. Hat er vielleicht Angst, dass der FCZ mit einer defensiven Taktik versuchen wird ein gutes Resultat zu erzielen? «Nein, gar nicht. Aber ein schnelles Tor wäre natürlich wichtig.» Ob er im in der Offensive Unterstützung von Superstar Lucho Gonzalez erhalten wird, bleibt jedoch noch unklar. Der Argentinier ist angeschlagen und ist für die Partie fraglich.

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