Medienkonferenz – Vierte Impfung kommt frühestens im Herbst

MedienkonferenzVierte Impfung kommt frühestens im Herbst

Wie ist die aktuelle Corona-Situation in der Schweiz? Die Expertinnen und Experten des Bundes informieren live.

von
Newsdesk

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Dienstag, 22.03.2022

Zusammenfassung

  • Seit den letzten Öffnungsschritten sind die Fallzahlen merklich gestiegen.

  • In den Spitälern ist die Situation jedoch unter Kontrolle.

  • Es kommt jedoch bei der älteren Bevölkerung wieder zu steigenden Spitaleintritten.

  • Das Contact-Tracing wird aufgehoben.

  • Ende März fällt auch die Isolationspflicht.

  • Die Fachleute appellieren an die Eigenverantwortung.

  • Eine Empfehlung für eine zweite Booster-Impfung ist zurzeit nicht geplant.

  • Rund 80 Prozent der Bevölkerung ist mit Omikron in Kontakt gekommen.

  • Auf 1000 Fälle kommt ein Todesfall.

  • Für Personen über 12 Jahre gilt weiterhin eine Impfempfehlung.

Die Medienkonferenz ist beendet

Es folgt eine Zusammenfassung.

Virus gehen die Wirte aus

Laut Matyhs gibt es immer weniger Menschen in der Schweiz, die nicht mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. «Dem Virus gehen langsam die Wirte aus.» Er rechnet damit, dass die Fallzahlen Mitte April wieder sinken werden.

Immunität lässt Omikron mild erscheinen

Stadler vergleicht Neuseeland mit Hongkong. In Hongkong sei die Sterblichkeit hoch, da die Durchimpfung dort tief sei. Dies im Gegensatz zu Neuseeland. Die relative Milde von Omikron sei also ein Resultat der Immunität der Bevölkerung und bedeute nicht, dass das Virus nicht mehr gefährlich sei, gibt die Task-Force-Chefin zu bedenken.

Zweiter Booster Off-Label möglich

Wer Zugang zu einem zweiten Booster haben möchte, könne diesen Off-Label haben, bestätigen Hauri und Berger. Sie erinnern jedoch daran, dass dies für die meisten Personen nicht viel Sinne mache.

Der Off-Label-Use liegt in der Verantwortung des behandelnden Arztes/der behandelnden Ärztin.

Schweiz würde angepasste Impfstoffe erhalten

In den Impfverträgen sei festgelegt, dass man auch Zugang zu angepassten Impfstoffen hätte, sagt Mathys.

Angepasster Impfstoff wird geprüft

Einen angepassten Impfstoff gibt es laut Berger noch nicht. Der jetzige schütze jedoch auch gegen die jetzt zirkulierenden Varianten gut. Sollten angepasste Impfstoffe kommen, werde man das prüfen, dies auch in Bezug auf allfällig neu auftretende Varianten.

Maskenpflicht im ÖV

Die Aufhebung der Maskenpflicht im ÖV sei eine allfällige Entscheidung des Bundes. Das Maske tragen sei aber auch bei einer Aufhebung weiterhin erlaubt, sagt Mathys. Er selber schütze sich weiterhin mit einer Maske, wenn er einkaufen geht oder den ÖV benutzt.

Genügend Impfdosen vorhanden

Man habe genug Impfstoffe, antwortet Berger auf eine Journalistenfrage. Dies sei nicht der Grund, weshalb man im Moment keinen zweiten Booster empfiehlt. Der Impfschutz sei mit der bisherigen Strategie gegeben.

Keine Zahlen aus den Kantonen

Von den Kantonen werden künftig keine Zahlen mehr kommuniziert. Dies, weil auch das Contact-Tracing wegfällt.

Isolationspflicht fällt

Ende März fällt die Isolationspflicht. Auch hier wird an die Eigenverantwortung appelliert.

Impf-Empfehlung bleibt

Die Impf-Empfehlungen gelten weiterhin. Personen über 12 Jahren wird eine doppelte Impfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen – und ein Booster nach vier Monaten. Es habe sich gezeigt, dass dies den besten Schutz biete, sagt Christoph Berger.

Appell an Eigenverantwortung

Man müsse die Balance zwischen Eigenverantwortung und den behördlichen Massnahmen finden. Die Massnahmen würden nun aufgehoben. Der Staat sei nicht dazu da, die Bevölkerung an die Hand zu nehmen, wie es Mathys formuliert.

80 Prozent in Kontakt mit Omikron

Patrick Mathys rechnet damit, dass bereits 80 Prozent der Bevölkerung mit Omikron in Kontakt gekommen sind. Er appelliert auch an Infizierte. Diese Leute hätten kein Recht, andere anzustecken. Sie sollten zu Hause bleiben.

Hauri erinnert an Hygienemassnahmen

Hauri rechnet damit, dass es bei der Aufhebung der Maskenpflicht im ÖV vorübergehend wieder zu einem erneuten Anstieg der Fallzahlen kommen wird. In den Kantonen müsse die Lage wieder «vorwiegend lokal und regional beurteilt werden», sagt der oberste Kantonsarzt. Wichtig seien weiterhin die üblichen Hygienemassnahmen.

Events schlugen sich auf Fallzahlen nieder

Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte VKS, beobachtet Ansteckungen bei Genesenen und Geimpften. Events wie die Fasnacht und andere Veranstaltungen hätten sich in steigenden Ansteckungen niedergeschlagen. Die Situation in den Spitälern sei jedoch gut beherrschbar. Nebst den Ansteckungen im Familien- und Freundeskreis komme es nun auch im Sport und auf der Arbeit wieder vermehrt zu Ansteckungen, so Hauri.

Psychische Folgen von Long Covid

Auch das richtige Lüften sei laut Stadler wichtig. Ausserdem sollten Erkrankte zu Hause bleiben, so die Task-Force-Chefin. Sie spricht auch Long Covid an. Die Folgen würden die Gesellschaft noch lange beschäftigen. Dabei gehe es auch um die psychische Gesundheit der Betroffenen.

FFP2-Masken schützen am besten

Stadler spricht die Effizienz von Schutzmasken an. Diese machen vor allem Sinn, wenn das Virus stark zirkuliert. FFP2-Masken würden am besten schützen, wenn Kontakte nicht vermieden werden können.

Auf 1000 Infizierte kommt 1 Todesfall

In der Omikron-Welle sind 40-mal weniger Menschen gestorben als bei Delta. Auf 1000 Infizierte kommt ein Todesfall. Die Spitaleintritte sind jedoch wieder am Steigen. Dies betreffe vor allem die ältere Bevölkerungsgruppe.

R-Wert steigt um 20 Prozent

«Die Pandemie ist noch nicht vorbei, eine akute Krisensituation besteht jedoch nicht mehr», sagt Tanja Stadler, Präsidentin, National Covid-19 Science Task Force. Nach den Öffnungsschritten sei der R-Wert um 20 Prozent gestiegen. Es stecken sich wohl viermal mehr Menschen an, als die Fallzahlen wiedergeben.