Wetterphänomen: Heute ist die Sonne heilig
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WetterphänomenHeute ist die Sonne heilig

Am Himmel schimmern die Wolken in allen Farben und ein Regenbogen umkreist die Sonne. Leser-Reporter aus der ganzen Schweiz sind entzückt. Das Phänomen heisst «Halo».

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tab

Etliche Leser-Reporter haben am Freitag zwischen 12 und 14 Uhr ein besonderes Wetterphänomen am Himmel beobachtet und fotografiert. Zu sehen sind Wolken, die aussehen, als wären sie in einen Farbtopf gefallen, und ein praktisch perfekter runder Regenbogen, der die Sonne umschliesst.

Eine Leser-Reporterin aus Cham ZG schreibt: «Ich habe noch nie einen runden Regenbogen am Himmel um die Sonne gesehen. Aufmerksam darauf wurde ich zuerst durch die regenbogenfarbige Wolke, die über dem See stand. Wirklich ein schöner Anblick.» Andere Bilder stammen aus den Kantonen Graubünden, Aargau, Baselland, Thurgau und Davos und sind beschriftet mit «Wow»,« umgekehrter Regenbogen»,«seltenes Wetterphänomen», «farbenfrohe Wolken» oder «Regenbogen ohne Regen».

Der Regenbogen ist aber gar kein Regenbogen. Klaus Marquardt von Meteo News erklärt das Spektakel: «Der runde ‹Regenbogen› ist ein 22-Grad-Halo.» Dabei handle es sich um einen Lichteffekt der atmosphärischen Optik, der durch Reflexion und Brechung von Licht an Eiskristallen entstehe. «Die hier vorhandenen Cirruswolken bestehen aus Eiskristallen.» Teile davon sehe man ab und zu, ganz rund sei er aber eher selten.

Die farbigen Wolken seien möglicherweise irisierende Wolken. «Diese entstehen auf dieselbe Weise wie ein Halo durch die Beugung der Lichtstrahlen an Wassertröpfchen oder Eiskristallen», so Marquardt. Oder sie seien ein Teil eines anderen Halobogens. Diese Phänomene liessen sich alle berechnen. «Dass es sich um einen 22-Grad-Halo handelt, findet man mit folgendem Test heraus: Wenn man den Daumen und den kleinen Finger abspreizt, und mit dem Daumen der ausgestreckten Hand die Sonne abdeckt, dann ist der Ring im Bereich des kleinen Fingers», so Marquardt.

Dass dieses Phänomen Halo heisst, kommt nicht von ungefähr. Das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet unter anderem Heiligenschein. Wir haben heute also quasi eine heilige Sonne.

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