13.06.2014 17:55

Aberglaube und VollmondHeute ist ein besonderer Unglückstag

Heute ist Vollmond und Freitag, der 13. Während viele sich darüber freuen, dass Wochenende ist, trauen sich andere nicht aus dem Haus. Was hat es mit dem Aberglauben auf sich?

von
hum

Der Aberglaube, dass Freitage, die auf den 13. Tag des Monats fallen, Unglückstage seien, hat lange Tradition. Denn sowohl die Zahl 13 als auch der Freitag gelten als Unglücksbringer. Und trotzdem: Der heutige Tag ist ein besonderer. Denn zum ersten Mal seit 14 Jahren fallen Freitag, der 13., und Vollmond auf denselben Tag. Das nächste Mal wird es diese Konstellation erst in 35 Jahren wieder geben (am 13. August 2049). Ob dies wohl der Grund ist, weswegen das Eröffnungsspiel der Fussball-Weltmeisterschaft bereits am Donnerstag angepfiffen wurde? Die Endrunde begann in der Vergangenheit schliesslich meistens an einem Freitag. Haben wir es etwa mit einem abergläubischen Gastgeberland zu tun?

Tatsache ist: Menschen sind seit jeher abergläubisch. Dies obwohl bereits in mehreren Studien bewiesen wurde, dass am Freitag, dem 13., beispielsweise nicht mehr Verkehrsunfälle passieren als an anderen Tagen. Und trotzdem gibt es mehrere Fluglinien, bei denen die Reihe 13 nicht existiert. Dasselbe mit Hochhäusern, in denen es beispielsweise kein 13. Stockwerk gibt (je nachdem, um welches Land es sich handelt, können die Unglückszahlen allerdings variieren). Woher kommt aber der Aberglaube? Und die Angst davor, dass etwas Schlimmes passieren wird, wenn man bestimmte Regeln nicht einhält?

«Ach guck, ein halber Dino»

Christoph Kuch erklärt dieses Phänomen in seinem Buch «Sei nicht abergläubisch, das bringt Unglück!» aus psychologischer Sicht. Bereits im Vorwort schreibt er: «Wer lange sucht, der wird auch fündig.» Unser Hirn «steht einfach darauf», Dinge zu vervollständigen und das grosse Ganze zu sehen. Evolutionstechnisch habe sich das als eine «super Sache» erwiesen. Damals habe man sich ja auch davongemacht, wenn ein Dinosaurier* hinter einem Baum hervorschaute, und nicht gesagt: «Ach guck, ein halber Dino. Da muss ich nicht weglaufen. Der hat ja nur ein Bein!» Unser Hirn sei deswegen permanent im Autovervollständigen-Modus. Und weil unser Gehirn es eben mag, Dinge im grösseren Zusammenhang zu sehen «glauben wir, dass zwischen zwei unabhängigen Ereignissen (schwarze Katze und liegen gelassene Tasche) eine Verbindung besteht.»

Am heutigen Freitag, dem 13., wird es also nicht mehr und nicht weniger Fail-Momente geben als an anderen Tagen. In diesem Sinne: schönes Wochenende!

* Dem Autor und der Redaktorin ist bewusst, dass Menschen der Frühzeit und Dinosaurier keine Zeitgenossen waren.

Haben Sie trotzdem Unglückserfahrungen im Zusammenhang mit Aberglauben gemacht? Dann schreiben Sie sie ins Kommentarfeld!

Apropos Unglücke...

Darwin Award? Dieser wird bereits seit den 90ern (meistens posthum) an Menschen vergeben, die den menschlichen Genpool durch dadurch veredeln, dass sie sich selbst aus ihm ausschliessen. Das heisst: Den Preis gewinnen Menschen, die durch eine besonders dumme Aktion zu Tode gekommen sind oder unfruchtbar wurden. Damit bestätigen sie die Theorie des «Survival of the Fittest» des Namensgebers Charles Darwin, welche besagt, dass sich lediglich die stärksten und klügsten Individuen einer Spezies fortpflanzen.

Eine Auswahl an Preisträgern:

– Die Diebe, die einen Geldautomaten mittels Explosion knacken wollten, und dabei das Haus über ihnen zum Einsturz brachten

– Der Mann, der beweisen wollte, dass er mutig genug war, sich einem aggressiven Hornissenschwarm zu stellen und dabei langsam, qualvoll starb

– Der Mann, der seine Frau aus dem 8. Stock schubste und nachsprang (sie überlebte im Gegensatz zu ihm, weil sie sich in einer Stromleitung verfing)

– Die Frau, die aus einem Fluss gerettet wurde und danach nochmal in selbigen sprang und ertrank

– Der Autodieb, der die Autos anzuzünden pflegte und wegen eines kaputten Türöffners in seinem eigenen Diebesgut verbrannte

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