Rücktritt nach 19 Jahren: «Heute ist ein emotionaler Moment»
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Rücktritt nach 19 Jahren«Heute ist ein emotionaler Moment»

Der Schweizer Skirennfahrer Didier Cuche hört Ende Saison auf. Dies gab der 37-jährige Neuenburger in Kitzbühel bekannt.

von
heg

Didier Cuche beendet Ende Saison seine Karriere. Dies verkündete der 37-jährige Neuenburger an einer Pressekonferenz in Kitzbühel.

«Heute ist für mich ein sehr emotionaler Moment. Der Entscheid zurückzutreten ist nicht von gestern auf heute gefallen. Seit längerem beschäftige ich mich mit der Frage des Aufhörens und dem Übergang in eine neue Lebensphase. Ich bin überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für meinen Rücktritt vom aktiven Skirennsport ist. Ich bin fit und gesund, kann immer noch vorne mitfahren und Rennen gewinnen. Auf diesem Niveau möchte ich gerne von der Weltcup-Bühne abtreten und meine Karriere im Frühjahr beenden», begründete Cuche seinen Rücktritt. Betreffend Zukunft sei bereits vieles klar und aufgegleist, was ihn zuversichtlich stimme.

Nun will sich Cuche aber wieder voll auf den Sport konzentrieren. «Ab jetzt gilt mein Fokus den Rennen von Freitag und Samstag. Ich werde befreit von anderen Gedanken Vollgas geben. Bis im Frühjahr möchte ich noch das eine oder andere Zeichen setzen.»

Der Kreis schliesst sich

Der Ort der Rücktrittsbekanntgabe war passend gewählt. In Kitzbühel feierte Cuche 5 seiner 18 Weltcupsiege. Alleine vier Mal gewann Cuche auf der Streif die Abfahrt, womit er auf einer Höhe mit Rekordsieger Franz Klammer steht. Einmal triumphierte er zudem im Super-G. Am Freitag und am Samstag bietet sich dem Romand demnach ein letztes Mal die Chance, auf der weltweit wohl anforderungsreichsten Piste, an «seinem» Berg, zu brillieren. Kitzbühel ist auch der Ort, an dem er erstmals aufs Podium eines Weltcuprennens steigen durfte. Er tat dies gleich als Sieger: Am 23. Januar 1998 gewann er eine Sprint-Abfahrt in zwei Läufen.

Mit dem Alter immer besser

Erfolgreich war Cuche vor allem in den letzten Jahren. Seit 2008 gewann er drei der letzten vier Abfahrten am Hahnenkamm. Mit ihm tritt Ende des Winters die grosse Figur der Sparte Downhill ab. Seit 2007 holte er sich viermal die kleine Kristallkugel, mit welcher der beste Abfahrer einer Saison ausgezeichnet wird. Mit ihm tritt zudem auch der Sportler des Jahres und - diese Ehrung erhielt er vergangenes Wochenende - sogar der Schweizer des Jahres ab. Das sind Zeichen der grossen Wertschätzung, die der kahlköpfige Neuenburger in der Schweizer Bevölkerung geniesst.

Eines blieb Cuche allerdings immer vorenthalten. In der Abfahrt, die er in der letzten Saison beherrschte, blieb ihm Gold an Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften stets versagt. Zweimal (2009 und 2011) musste er sich mit WM-Silber begnügen. Im Super-G jedoch sicherte er sich 2009 den WM-Titel, und 1998 in Nagano mit Silber auch seine einzige Olympia-Medaille. Cuche wird aber als grosser Kämpfer in Erinnerung bleiben, der sich auch durch Verletzungen und Rückschläge nicht unterkriegen liess. In den 90er Jahren zog er sich mehrere Knochenbrüche zu, im Januar 2005 musste er nach einem Kreuzbandriss längere Zeit pausieren. (heg/si)

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