Pressekonferenz mit BersetPrämien steigen im Schnitt um 6,6 Prozent auf 335 Franken

Erneut steigen die Krankenkassenprämien für 2023 im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Gesundheitsminister Alain Berset nimmt im Rahmen einer Pressekonferenz Stellung zur Preisexplosion. Alle Informationen findest du bei uns im Ticker.

von
Newsdesk
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Schweizerinnen und Schweizer werden nächstes Jahr tiefer in die Taschen greifen müssen für die Krankenkassenprämien.

Schweizerinnen und Schweizer werden nächstes Jahr tiefer in die Taschen greifen müssen für die Krankenkassenprämien.

20min
Dabei gibt es grosse kantonale Unterschiede.

Dabei gibt es grosse kantonale Unterschiede.

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Diese zeigen sich auch bei den verschiedenen Altersgruppen.

Diese zeigen sich auch bei den verschiedenen Altersgruppen.

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Dienstag, 27.09.2022
12:53

Die Medienkonferenz ist beendet

Damit ist die Medienkonferenz zu Ende. Vielen Dank für das Interesse.

12:52

Werden die Betriebskosten der Krankenkassen beobachet?

Die Verwaltungskosten machen nur etwa fünf Prozent der Kosten von Krankenkassen aus. Dies stehe im krassen Gegensatz zu den 95 Prozent, welche die Leistungskosten ausmachen. «Trotzdem schauen wir uns das sehr genau an», betont ein Mitarbeiter des BAG.

12:50

Konnte man den Kostenanstieg wegen der Pandemie nicht exakter voraussagen?

Angesichts der Corona-Pandemie sei es doch voraussehbar gewesen.

Der Nachholeffekt habe letztes Jahr inmitten einer Corona-Welle eingesetzt, was besonders schwierig gewesen sei. «Die Impfkosten betrugen 250 Millionen Franken», beschreibt der stellvertretende BAG-Direktor Thomas Christen die Zusatzkosten, die durch Covid verursacht worden sind.

12:43

War es ein Fehler, letztes Jahr Reserven zu verbrauchen?

«Die Reserven sind da, um die Solvenz der Kassen zu sichern», betont Berset. Aufgrund der schwierig abzuschätzenden Zahlen und der Schwankungen sei es richtig, die Reserven anzuzapfen, wenn es sich anbietet. «Die Reserven sind kein Spielzeug», so Berset. Momentan kommen jedoch viele Faktoren zusammen mit niedrigeren Erträgen auf den Finanzmärkten bei steigenden Gesundheitskosten.

12:38

Gibt es nächstes Jahr wieder einen Nachholbedarf?

Der Kostenanstieg sei ja höher als der Prämienanstieg. Riskiere man da nicht, dass es nächstes Jahr wieder einen Nachholbedarf gebe?

BAG-Chefin Lévy sagt, es gelte abzuwarten und man bevorzuge vorerst, die hohen Reserven der Krankenkassen abzubauen.

12:35

Möchte der Bundesrat die Kantone stärker in die Verantwortung nehmen?

Der Bundesanteil an den Gesundheitskosten betrage immer 7,5 Prozent der OKP. «Gewisse Kantone haben viel mehr Gas gegeben, um die Kosten zu bremsen», so Berset. Die Diskrepanz sei jedoch für das System als Ganzes problematisch.

«Ich glaube die Kantone machen viel, um die Kosten tief zu halten», sagt Alain Berset. Die technische Seite davon, was man auf Kantonsseite noch mache könne, sei für ihn schwierig einzuschätzen, da es auch grosse Unterschiede zwischen den Kantonen gebe. «Es ist auch auf Kantonsebene nicht einfach, Reformen durchzubringen.»

12:27

Lévy zu Kostentreibern

BAG-Chefin Lévy ergänzt. «Der grösste Kostentreiber ist dieses Jahr die Pandemie», betont sie. Dann gebe es aber auch ungewollte Kosten, welche mit Kostendämpfungspaketen gelindert werden sollen.

12:26

Wo sind die grössten Kostentreiber?

Ein Journalist fragt, wo man am besten ansetze, um den Kostenanstieg zu bremsen. Berset betont nochmals den Nachholeffekt. «Es gab viele Arztbesuche und Behandlungen, die verzögert wurden» so Berset. Zudem gebe es eine «Jagd» auf die Ineffizienz im System. «Auch im Medikamentenbereich gibt es Dinge, die es zu regeln gibt», so der Gesundheitsminister. Ein Beispiel seien Referenzpreise für Medikamente.

12:23

Die Fragerunde beginnt

Gesundheitsminister Berset und BAG-Chefin Lévy geben den Anwesenden die Gelegenheit, Fragen zu stellen.

12:21

Anstieg kantonal unterschiedlich

Berset übergibt das Wort an BAG-Chefin Lévy. In allen Kantonen sei ein starker Anstieg der Prämien zu beobachten. Die höchsten Anstiege gibt es in den Kantonen Neuenburg (plus 9,5 Prozent) sowie Appenzell Innerrhoden (plus 9,3 Prozent). «Der Anstieg ist je nach Altersgruppe unterschiedlich», betont Lévy.

Lévy gibt zu bedenken: «Die Prämien müssen die Kosten decken.» Das BAG achte darauf, dass die Kassen die Prämien weder zu hoch noch zu tief ansetzen würden.

12:18

Anstieg war auch schon höher

Berset betont nochmals den Nachholeffekt. «Über die letzten vier Jahre sind die Kosten im Schnitt um 1,5 Prozent gestiegen – dies ist jedoch viel weniger als im Vergleich zu den fünf Jahren davor», so der Gesundheitsminister. Denn dann habe der Anstieg durchschnittlich 3,8 Prozent jährlich betragen.

12:16

Prämienverbilligung

Die Kantone seien in der Pflicht, die Prämienverbilligung umzusetzen. Der Bundesrat schlage vor, die Prämienverbilligung an die Gesundheitskosten zu binden. Die Prämienverbilligung soll damit künftig einem festgesetzten Prozentsatz der Gesundheitskosten entsprechen. Insgesamt werden mehr als drei Milliarden in Form von Prämienverbilligungen vergeben, so Berset.

12:13

Entwicklung der Kosten und Reserven

Es sei schwierig vorauszusagen, wie sich die Gesundheitskosten genau weiterentwickeln. Die Entwicklung der Finanzmärkte, die momentan aufgrund des Ukraine-Kriegs schwierig sei, spiele beispielsweise auch eine Rolle.

Die Krankenkassen verfügten Anfang Jahr noch über zwölf Milliarden Franken an Reserven. Diese dürften bis Ende Jahr auf 9,5 Milliarden sinken. Das Minimum liegt gemäss Gesetz bei 6,6 Milliarden Franken.

12:09

Durchschnittlich 1,5 Prozent Kostenanstieg in den letzten vier Jahren

Es gab eine vierjährige Zeit der weitgehenden Kostenstabilität. Nun ist ein starker Anstieg zu beobachten. Im Schnitt entsprach damit der Anstieg der Kosten in den letzten vier Jahren jeweils 1,5 Prozent.

12:06

Steigendes Alter, steigende Gesundheitskosten

Der Anstieg der Prämien widerspiegle die Gesundheitskosten, so der Gesundheitsminister. Die zunehmend Alterung der Bevölkerung sei ein zusätzlicher Kostentreiber.

12:04

Berset fasst den Kostenansteig zusammen

Die Prämien werden um 6,6 Prozent im Vergleich zu 2022 ansteigen. Das habe unter anderem mit einem Nachholeffekt zu tun, etwa aufgrund wegen der Corona-Pandemie verschobenen medizinischen Eingriffen.

12:02

Die Medienkonferenz beginnt

Gesundheitsminister Alain Berset sowie BAG-Chefin Anne Lévy treten vor die versammelten Medienvertreterinnen und Medienvertreter. Berset begrüsst die Anwesenden.

12:00

Prämienanstieg um 6,6 Prozent gegenüber 2022

Nach vier Jahren der Stabilität werden die Krankenkassenprämien 2023 wieder steigen, wie das Eidgenössische Departement des Innern EDI am Dienstagnachmittag mitteilt. Die mittlere Prämie werde 334,70 Franken betragen, was einem Anstieg um 6,6 Prozent im Vergleich zu 2022 entspreche.

Der starke Anstieg der mittleren Prämie im Jahr 2023 sei vor allem auf die Covid-19-Pandemie, die das Gesundheitssystem stark beansprucht habe, und auf einen Nachholeffekt zurückzuführen.

08:38

Berset spricht um 14 Uhr

Der Gesundheitsminister Alain Berset und die BAG-Chefin Anne Lévy werden heute um 14 Uhr die Krankenkassenprämien für das Jahr 2023 verkünden: Beobachter rechnen mit Prämienerhöhungen von durchschnittlich sieben bis neun Prozent.

Wir tickern live – und liefern anschliessend Reaktionen und Analysen. Die Live-Sendung mit Gesundheitsexperte Andreas Faller und der Übertragung der Medienkonferenz startet um 13:45 Uhr. Wo er die Gründe für den Prämienschock sieht, kannst du hier nachlesen.

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