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Heyer/Heuscher träumen vom EM-Podest

Die Beachvolleyballer spielen von Donnerstag bis Sonntag zum fünften Mal in Spanien um die EM-Titel. Zum Favoritenkreis in Valencia gehört mit Sascha Heyer/Patrick Heuscher auch ein Schweizer Duo.

54 Tage nach der erfolgreichen Titelverteidigung der Alinghi-Segler im America's Cup schicken sich wenige 100 Meter neben dem Hafen Athleten mit tieferen Schweizer Wurzeln an, in Valencia für weitere Spitzenresultate zu sorgen. Heyer/Heuscher wollen am drittletzten Turnier der Saison eine Phase von «drei Wochen Vollgas» einläuten. Das stärkste Männerduo des Landes, das nach der EM nur noch die Schweizer Meisterschaften und das FIVB-Turnier von Stare Jablonki (Pol) bestreiten wird, bereitete sich mit Philip Gabathuler/David Wenger und deren Trainer Stefan Kobel in Bassersdorf mit konkreten Zielen auf die kontinentalen Titelkämpfe vor.

«Wir wollen eine Medaille gewinnen», sagt Heyer, der an Europameisterschaften schon vier Mal - und damit einmal mehr als Heuscher - auf dem Podest stand. «Das Ziel wird auch an den Olympischen Spielen nicht anders lauten.» Für das Olympia-Ranking, in dem die acht besten Resultate der Saison 2007 sowie die Turniere bis 20. Juli 2008 gewertet werden, sei die EM jedoch nicht von allzu grossem Stellenwert. «Die EM wird uns nicht helfen, weiter nach vorne zu stossen», denkt Heyer. Für den Titel werden dem siegreichen Duo 500 FIVB-Punkte gut geschrieben, für den Gewinn eines World-Tour-Events hingegen 600.

Laciga/Schnider mit Selbstvertrauen

Martin Laciga und Jan Schnider flogen nach dem ersten gemeinsamen Erfolgserlebnis an die spanische Mittelmeerküste. Auf der finnischen Insel Aland erreichte das nach der WM neu formierte Duo als Siebente seine erste Topklassierung auf der World Tour. Uneingeschränkte Freude herrschte nach dem dritten Turnier der Zusammenarbeit aber nicht. «Wir haben uns zwar kontinuierlich gesteigert, hätten uns aber seit Gstaad schon mehr erwartet», bemerkte Schnider. Die EM erachtet der Solothurner an der Seite des Freiburger Routiniers denn auch als ideal, um Spielpraxis zu sammeln. Ein konkretes Ziel haben sich Laciga/Schnider nicht gesetzt. Denn Priorität geniesst im Hinblick auf die laufende Olympia-Qualifikationsphase ohnehin die World Tour.

Harte Konkurrenz aus drei Ländern

Die härtesten Konkurrenten der Schweizer stammen vor allem aus Deutschland, Holland und Russland. David Klemperer/Eric Koreng führen das europäische Jahresranking um die Prämie von zwei Kleinwagen an, Julius Brink/Christoph Dieckmann gehen als zweifache Turniersieger und Titelverteidiger an den Start. Die Holländer Emiel Boersma/Bram Ronnes belegen Rang 2, Richard Schuil/Reinder Nummerdor wollen ihre enormen Fortschritte ein weiteres Mal beweisen. Und die Russen Dimitri Barsuk/Igor Kolodinski, die Newcomer der diesjährigen World Tour, waren schon vor ihrer Finalqualifikation an der WM in Gstaad mehr als ein Geheimtipp.

«Zückerli» für Erni/Grässli

Im Kampf um die 20 000 Euro Preisgeld für die Siegerinnen dürften Nadia Erni/Muriel Grässli an der Playa de la Malvarrosa kaum an vorderster Front involviert sein. Die erfahrene Luzerner Blockerin und ihre junge Zürcher Partnerin schafften als 24. und letztes Team den Cut für die EM, entsprechend tief sind die Erwartungen. «Für uns ist die Teilnahme ein 'Zückerli'. Wir haben nicht mit der Qualifikation gerechnet. Nun wollen wir eine Runde überstehen», gab Erni als Devise aus. «Es wäre alles andere als realistisch, wenn wir vom EM-Titel reden würden.» In der Startrunde werden die Schweizerinnen, die wegen Grässlis Einsatz an der U23-EM auf Zypern seit zwei Wochen nicht mehr gemeinsam trainieren konnten, auf ein Top-3-Team treffen und womöglich gleich ins Verlierertableau verwiesen.

Schweizer Teilnehmer.

Männer: Sascha Heyer (Frauenfeld)/Patrick Heuscher (Zürich). Martin Laciga (Kerzers)/Jan Schnider (Netstal).

Frauen: Nadia Erni (Luzern)/Muriel Grässli (Fehraltorf).

(si)

Programm

Donnerstag, 23. August: Haupttableau Frauen (ab 9 Uhr).

Freitag, 24. August: Haupttableau Männer und Frauen (ab 9 Uhr).

Samstag, 25. August: Haupttableau Männer und Frauen (ab 9 Uhr), Halbfinals (12/13 Uhr), Spiel um Platz 3 (17 Uhr) und Final Frauen (18 Uhr).

Sonntag, 26. August: Halbfinals (12/13 Uhr), Spiel um Platz 3 (17 Uhr) und Final (18 Uhr) Männer.

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