Aktualisiert 05.07.2012 12:16

«Hier ist einiges anders»Heynckes setzt Shaqiri unter Druck

Bei den Bayern weht nach der titellosen Saison ein rauer Wind. Der neue Sportchef Matthias Sammer will sofort Resultate. Trainer Jupp Heynckes rät Xherdan Shaqiri, «Dampf» zu machen.

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Nicht nur für Xherdan Shaqiri war der Trainingsstart an der Säbener Strasse der Beginn eines neuen Kapitels, eines hoffentlich erfolgreichen. «Wir waren dreimal Zweiter. Wir wollen wieder Titel», sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und richtet den Blick nach vorne. Auch der neue Sportchef Matthias Sammer will vom Vize-Frust nichts mehr wissen. In München dreht sich in diesen Tagen alles um Titel, Punkte, Pokale. Und welche Rolle spielt dabei Shaqiri? Trainer Jupp Heynckes erhofft sich von seinem Neuzugang, dass er «Dampf macht».

Der Ex-Basler hat seine ersten beiden Arbeitstage beim FC Bayern München hinter sich. Nach der zweistündigen Einheit am Dienstag stand am Mittwoch nebst dem Mannschaftstraining ein Laktat-Test auf dem Programm. Trainer Jupp Heynckes konnte sich einen ersten Eindruck vom 20-jährigen Neuzugang machen. Der 67-jährige scheint angetan von Shaqiris Qualitäten und bezeichnet ihn auf der Homepage des deutschen Rekordmeisters als «Strassenfussballer, der aus der Intuition heraus Fussball spielt».

Shaqiri als «Alternative»

Zu weiteren Qualitäten des «Zauberzwegs» äusserte sich der Coach nicht. Erst müsse der Schweizer Nationalspieler «auf FC-Bayern-Niveau gehoben werden; hier ist einiges anders, das wird er merken». Doch Heynckes traut dem Basler durchaus zu, mit seinen Qualitäten «den etablierten Spielern Dampf zu machen» und bezeichnet den 20-Jährigen als «Alternative».

Die Neuverpflichtung hat rund zweieinhalb Wochen Zeit, sich in den Fokus zu rücken. Dann kehren die EM-Stars wie Bastian Schweinsteiger, Franck Ribéry oder Arjen Robben aus den Ferien zurück. Vier Wochen später steht das erste Bundesligaspiel bei Aufsteiger Fürth an.

Wir haben überhaupt keine Zeit

Dass die Bayern-Stars dem Mannschaftstraining während mehr als drei Wochen fernbleiben, ist dem neuen Sportdirektor Matthias Sammer ein Dorn im Auge. «Unsere Nationalspieler haben drei Wochen Urlaub. Ich hatte in meinem Leben als Fussballer nie drei Wochen Urlaub», stellt Sammer bei seiner Antrittsrede beim deutschen Rekordmeister klar.

«Bei der ersten Mannschaft haben wir überhaupt keine Zeit. Da wollen, müssen und werden wir auch sofort erfolgreich sein», verspricht der Sportchef. «Eitelkeiten dürfen keine Rolle spielen. Wir müssen in aller Deutlichkeit eine Richtung vorgeben.» Das hat Sammer bereits getan, und Shaqiri hat sicherlich schon mitbekommen, dass bei den Bayern einiges anders läuft.

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