HI-Virus: Starker Anstieg bei den sorglosen Heteros

Aktualisiert

HI-Virus: Starker Anstieg bei den sorglosen Heteros

Das Gesundheitsdepartement der Stadt Zürich und die Aidshilfe schlagen Alarm. 59% aller HIV-Neuinfizierten im Kanton Zürich waren im vergangenen Jahr Heterosexuelle.

«Am allermeisten beschäftigt uns, dass immer noch die Illusion vorherrscht, dass sich vor allem Schwule und Fixer mit dem HI-Virus infizieren», sagt Reto Jeger (40), Geschäftsleiter der Zürcher Aidshilfe auf Anfrage von 20 Minuten. «Doch 59% der rund 150 Neuinfizierten waren Heteros.»

Auch für Erich Schönauer (61) vom städtischen Gesundheits- und Umweltdepartement ist dies äusserst bedenklich: «Viele sind immer noch der Meinung, dass Aids dank neuen Medikamenten heilbar ist.» Deshalb seien die Leute beim Sex ausserhalb einer festen Beziehung le-gerer geworden – und vergessen oft das Kondom. «Auch auf dem Strich wird häufiger Sex ohne Gummi verlangt», so der Fachmann.

Deshalb soll die Bevölkerung ab heute auf 144 Plakaten in der Stadt Zürich wachgerüttelt werden. Darauf stehen – neben dem 59%-Heteroanteil – weitere bedenkliche Facts: «Im 2003 haben sich 23% mehr Zürcher mit dem HI-Virus angesteckt als im Jahr zuvor» und «Im Kanton Zürich stecken sich jede Woche 3 Personen mit dem HI-Virus an.»

Markus Fleischli/ Daniel Zumoberhaus

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