Jobwechsel?: Hiddink interessiert sich für Chelsea
Aktualisiert

Jobwechsel?Hiddink interessiert sich für Chelsea

Bereits am Tag nach der Entlassung von Chelsea-Coach Luiz Felipe Scolari bestätigte Guus Hiddink erste Gespräche mit dem Londoner Verein. Gegenüber der Agentur Reuters signalisierte Russlands Nationalcoach sein Interesse am Job.

«Ich muss sagen, dies ist eine aussergewöhnliche Situation. Würde es sich um irgendeinen anderen Verein handeln, wäre meine Antwort ein striktes Nein», erklärte Hiddink. Mit Chelsea verbindet ihn das gute Verhältnis zu Besitzer Roman Abramowitsch. Dem Sponsor des russischen Nationalteams würde er dem Vernehmen nach gern als «Nothelfer» zur Verfügung stehen.

Von der Freistellung Scolaris erfuhr Hiddink offenbar früher als alle englischen Medien. «Ich habe meine Kontakte. Ich erhielt einen Anruf von Chelsea und wir diskutierten über die Situation», erzählte Hiddink dem Journalisten von Reuters.

Den Posten in Moskau will er keinesfalls räumen. Von seinem Ziel, Russland an die WM 2010 zu führen, rückt Hiddink nicht ab. Die Aufgabe in London sei auch als Nationalcoach zu bewältigen, so Hiddink. «Es wäre ja nur für die nächsten zwei oder drei Monate bis zum Ende der Saison.» Als Träger eines Doppel-Mandats hat er Erfahrung. Während seines Engagements in Australien (bis zur WM 2006) coachte er zugleich den PSV Eindhoven.

In den kommenden Tagen will Hiddink in der Verbandszentrale mit Präsident Witali Mutko zusammentreffen und die Lage erörtern. So jedenfalls wurde es aus dem Trainingscamp in der Türkei übermittelt. Das Verhältnis mit dem Verband hat sich zuletzt übrigens merklich abgekühlt. Der Grund ist finanzieller Natur: Die Russen sind mit Lohnzahlungen in Verzug geraten.

Neben Hiddink hat sich aus der Ferne ein zweiter Holländer für die Nachfolge von «Big Phil» empfohlen: Frank Rijkaard, der Ex- Trainer des FC Barcelona, wartet seit der Sommerpause auf ein Angebot. «Frank ist ein grosser Fan der Premier League. Deshalb ist er auch interessiert daran, dort zu arbeiten», liess er via seinen Berater verbreiten.

Sir Alex Ferguson: «Ein Zeichen der Zeit»

Der Eklat bei der aktuellen Nummer 4 der Premier League kam nicht völlig unerwartet. Unter dem strengen Brasilianer gewannen die «Blues» nur 20 von 35 Partien. Gemessen an den exorbitant hohen Ansprüchen genügte diese Bilanz bei weitem nicht. Noch immer schwelgen viele an der Stamford Bridge in der Blütezeit der Ära von José Mourinho. An jenen beiden Titeln 2005 und 2006 orientiert sich die Führung.

Nach dem 0:0 gegen Hull City riss Abramowitsch der Geduldsfaden. Die Kritik nach der Entlassung kam dann von prominenter Adresse. Sir Alex Ferguson, seit 1986 (!) Coach von Leader Manchester United, missfiel die Nachricht aus London: «Ich bin sehr überrascht. Es ist ein Zeichen der Zeit. Niemand hat mehr Geduld in der heutigen Welt.» Ferguson verschonte auch die Medien nicht. «Jedes Mal, wenn jemand ein schlechtes Ergebnis hat, wird das sofort als Sensation behandelt.»

(si)

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