Aktualisiert 20.08.2014 16:35

Studie zeigt

Hier arbeiten die glücklichsten Lehrlinge

Informatik-Lehrlinge sind die glücklichsten, Lernende in der Gastrobranche die unglücklichsten. Das zeigt eine neue Studie.

von
Pascal Michel

Es war die Traumlehrstelle für Stefan Müller: Koch in einem angesehenen Vier-Sterne-Hotel im noblen Zermatt. Doch auf die Anfangseuphorie folgt bald die Ernüchterung: Wochenendschichten, unbezahlte Überzeit und der raue Umgangston in der Küche änderten seine Meinung über den vermeintlichen Traumberuf.

Dies ist ein fiktives Beispiel. Doch einigen der 70'000 Lernenden, die diesen Sommer den Sprung von der Schule in die Berufswelt wagen, könnte ein solches Schicksal blühen. Am unglücklichsten sind die Lehrlinge in Berufen der Gastrobranche wie Koch, Bäcker und Restaurationsfachleute. Am zufriedensten dagegen sind die Informatiker, Mediamatiker, Polymechaniker, Laboranten und Kaufleute. Das zeigt eine neue Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz, die rund 800 Lernende befragte.

Firmen können selektionieren

«Da die IT-Branche viel mehr Bewerber als Lehrstellen hat, stellt Sie fast nur ideale Kandidaten ein, die zu 100 Prozent passen und danach entsprechend zufrieden sind», sagt Urs Casty, der mit der Lehrstellen-Plattform Yousty die Studie in Auftrag gegeben hatte. Die Firmen könnten selektionieren und die besten Kandidaten auswählen, deren Fähigkeiten und Interessen zum Beruf passten.

Diese Meinung teilt auch Jörg Aebischer, Präsident des Verbands ICT-Berufsbildung. «Wer eine Lehrstelle als Informatiker will, muss dafür kämpfen.» Das führe dazu, dass sich diejenigen, die die Lehrstelle erhalten, eher zufrieden seien.

Im Gastrobereich dagegen stufen die Lernenden die Zufriedenheit am Arbeitsplatz als mangelhaft ein. Am unzufriedensten sind Restaurationsfachleute und Köche. Dies liege an den unterschiedlichen Erwartungen zwischen Lehrbetrieben und Schülern, sagt Lehrstellenvermittler Casty. «Tendenziell erhalten die Betriebe dieser Branche wenig Bewerbungen.» Oft passe der Beruf dann nicht zum Lernenden und werde zur Notlösung.

«Normales Sozialleben nicht mehr möglich»

Ein weiterer Grund für die Unzufriedenheit in der Gastrobranche sieht Véronique Polito vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund in den Arbeitszeiten. «Die Abend- und Wochenendarbeitszeiten können dazu führen, dass ein normales Sozialleben, wie man es vor der Lehre gekannt hat, nur noch schwer mit dem Beruf vereinbar ist», so Polito. Und wenn ein Lehrling sich ein Wochenende freinehmen möchte, stosse er beim Betrieb oft auf Widerstand.

Ein weiteres entscheidendes Kriterium für die Zufriedenheit in der Lehre ist gemäss Studie die Betreuung im Lehrbetrieb. Dabei spielt auch die Grösse des Unternehmens eine Rolle: Je mehr Mitarbeiter der Betrieb hat, desto glücklicher sind die Lernenden.

Bessere Betreuung in Grossbetrieben

Studien-Autor Haris Mirza hat dies erstaunt: «Wir nahmen an, dass in Kleinbetrieben eher ein familiäres Betriebsklima herrscht.» Für Urs Casty ist dieser Befund nichts Neues: «In Grossbetrieben ist ein Lehrlingsbetreuer einzig dafür angestellt, die Lernenden zu betreuen.» In kleineren Handwerks- und Gewerbebetrieben sei jedoch oft das Gegenteil der Fall: Der Lehrlingsbetreuer muss neben der täglichen Arbeit noch nach dem Lehrling schauen. Das sei eine gefährliche Entwicklung, ein 4-tägiger Kurs zum Lehrlingsbetreuer reiche nicht aus.

Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands, teilt diese Kritik nicht: «In KMUs wird früher als in Grossbetrieben Wert auf Selbständigkeit gelegt, was für die Lernenden auch eine Herausforderung bedeutet.»

Wurden Ihre Erwartungen an die Lehre erfüllt? feedback@20minuten.ch

In der Studie gab ein Drittel der befragten Lernenden mit Migrationshintergrund an, sich im Betrieb nicht vollständig integriert zu fühlen. (pam)

Flop 5: 1.Restaurationsfachmann/-frau EFZ 2.Koch/Köchin EFZ 3.Bäcker/Konditor 4.Fleischfachmann/-frau EFZ 5.Landwirt/in EFZ

Flop 5: 1.Restaurationsfachmann/-frau EFZ 2.Koch/Köchin EFZ 3.Bäcker/Konditor 4.Fleischfachmann/-frau EFZ 5.Landwirt/in EFZ

Flop 5: 1.Restaurationsfachmann/-frau EFZ 2.Koch/Köchin EFZ 3.Bäcker/Konditor 4.Fleischfachmann/-frau EFZ 5.Landwirt/in EFZ

Flop 5: 1.Restaurationsfachmann/-frau EFZ 2.Koch/Köchin EFZ 3.Bäcker/Konditor 4.Fleischfachmann/-frau EFZ 5.Landwirt/in EFZ

Flop 5: 1.Restaurationsfachmann/-frau EFZ 2.Koch/Köchin EFZ 3.Bäcker/Konditor 4.Fleischfachmann/-frau EFZ 5.Landwirt/in EFZ

Flop 5: 1.Restaurationsfachmann/-frau EFZ 2.Koch/Köchin EFZ 3.Bäcker/Konditor 4.Fleischfachmann/-frau EFZ 5.Landwirt/in EFZ

Flop 5: 1.Restaurationsfachmann/-frau EFZ 2.Koch/Köchin EFZ 3.Bäcker/Konditor 4.Fleischfachmann/-frau EFZ 5.Landwirt/in EFZ

Top 5: 1.Informatiker/in EFZ 2.Mediamatiker/in EFZ 3.Polymechaniker/in EFZ 4.Laborant/in EFZ 5.Kaufmann/-frau EFZ

Top 5: 1.Informatiker/in EFZ 2.Mediamatiker/in EFZ 3.Polymechaniker/in EFZ 4.Laborant/in EFZ 5.Kaufmann/-frau EFZ

Top 5: 1.Informatiker/in EFZ 2.Mediamatiker/in EFZ 3.Polymechaniker/in EFZ 4.Laborant/in EFZ 5.Kaufmann/-frau EFZ

Top 5: 1.Informatiker/in EFZ 2.Mediamatiker/in EFZ 3.Polymechaniker/in EFZ 4.Laborant/in EFZ 5.Kaufmann/-frau EFZ

Top 5: 1.Informatiker/in EFZ 2.Mediamatiker/in EFZ 3.Polymechaniker/in EFZ 4.Laborant/in EFZ 5.Kaufmann/-frau EFZ

Top 5: 1.Informatiker/in EFZ 2.Mediamatiker/in EFZ 3.Polymechaniker/in EFZ 4.Laborant/in EFZ 5.Kaufmann/-frau EFZ

Top 5: 1.Informatiker/in EFZ 2.Mediamatiker/in EFZ 3.Polymechaniker/in EFZ 4.Laborant/in EFZ 5.Kaufmann/-frau EFZ

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