03.09.2020 12:30

Skandal in der ESL«CS:GO»-Profis beim Cheaten erwischt

Dank einem Bug konnten Trainer von «CS:GO»-Teams die gesamte Map ansehen und sich so einen Vorteil verschaffen. Jetzt wurden drei Teams von der Electronic Sports League disqualifiziert und die Trainer bis zu zwei Jahre gebannt.

von
Marc Gerber

«CS:GO»-Trainer konnten dank einem Bug die Gegner ausspionieren.

M. Gerber/Twitter

Darum gehts

  • Drei Top-«CS:GO»-Teams wurden von der grössten E-Sport-Liga disqualifiziert.
  • Ihre Trainer nutzten ein Fehler im Spiel aus und konnten die Gegner ausspionieren.
  • Die Coaches wurden bis zu zwei Jahre gesperrt.
  • Entwickler Valve hat noch kein Statement veröffentlicht.
  • Werden auch die Spieler der Teams gebannt?

Was wäre, wenn du in jedem Match wüsstest was dein Gegner macht? Entweder hättest du Röntgenaugen oder du benutzt Cheats, um durch die Wand zu sehen. Solche Betrügereien gibt es bis in die höchsten Ränge, wie die folgenden Beispiele zeigen.

So haben die drei Clans MIBR, Heroic und Hard Legion während ihrer Matches in der grössten E-Sport-Liga (ESL) einen Programmfehler für sich ausgenutzt, oder besser gesagt ihre Trainer. Durch den Bug konnten die Coaches unsichtbar durch die Map schweben und Informationen sammeln. So sahen sie, wo sich die Gegner befanden, und gaben dies an ihre Teams weiter. Zwar ist so ein Bug im Spiel nicht das erste Mal ausgenutzt worden, so einen gravierenden Vorteil hat aber noch kein Fehler im Programmcode ermöglicht.

Der Coach vom dänischen Team Heroic, Nicolai «Hunden» Petersen, wurde für ein Jahr von der ESL gesperrt.

Der Coach vom dänischen Team Heroic, Nicolai «Hunden» Petersen, wurde für ein Jahr von der ESL gesperrt.

ESL

Disqualifiziert dank dem Trainer

Wie bei allen Bugs im Spiel: Irgendwann werden sie aufgedeckt, und auch die Coaches der drei Clans flogen auf. Das Resultat: Die drei Teams wurden disqualifiziert. Die Trainer Dead (Coach von MIBR), Hunden (Coach von Heroic) und MechanoGun (Coach von Hard Legion) wurden allesamt von der ESL ausgeschlossen und dürfen sechs, zwölf und 24 Monate nicht mehr an Matches teilnehmen. Bitter auch, weil die Dänen von Heroic gerade das Turnier ESL One Cologne mit 325’000 Dollar Preisgeld gewonnen haben.

Mit dem Kamera-Bug sieht der Coach, wo die Gegner hinlaufen.

Mit dem Kamera-Bug sieht der Coach, wo die Gegner hinlaufen.

Twitter

Cheat-Programme sind das Doping des E-Sports

In der Branche gibt es auch Spieler, die ein Cheat nutzen, um besser zu zielen. Ein prominentes Beispiel wäre der Franzose Hovik «Kqly» Tovmassian, der ein Programm einsetzte, um besser zielen zu können. Keine gute Idee. Er flog 2014 auf und wurde von seinem Clan Titan gefeuert. Der Clan Titan zählte damals zu den besten «CS:GO»-Teams. Dazu kam ein Bann vom Entwickler Valve, der Kqly für mehrere Jahre von allen Turnieren ausschloss.

Es geht aber noch dreister: Während Kqly die Cheats nur online eingesetzt hatte, nutzte der Inder Nikhil «Forsaken» Kumawat seine Cheats sogar offline. Der Betrüger hatte ein Hilfsprogramm unter dem Namen Word.exe auf dem Computer abgespeichert. Die Organisatoren merkten das und disqualifizierten ihn während des Matchs auf der Bühne. Das Ganze wurde noch skurriler, weil Forsaken damals noch versuchte, den Cheat vom Computer zu löschen.

Sowohl Kqly als auch Forsaken wussten, dass sie betrügen. Aber wussten die Spieler, dass ihr Trainer das andere Team beobachten konnte? Die Antwort wird zu 99 Prozent Ja lauten, doch beweisen kann man es wohl nur den Coaches. Noch nicht geäussert zu diesem Skandal hat sich «CS:GO»-Entwickler Valve. Werden weitere Sperren folgen? Eines ist sicher: Cheaten lohnt sich nicht, vor allem dann nicht, wenn man vom E-Sport lebt.

Folge dem Twitch-Kanal von 20 Minuten!

20 Minuten berichtet fortlaufend über die neusten Ereignisse im E-Sport, sei es hierzulande oder international. Werde jetzt teil unserer wachsenden Community und folge jetzt unserem brandneuen Twitch-Kanal. Wir streamen alles, was dein Gamer-Herz begehrt, sei es E-Sport-Turniere, neuste Gaming-Hits oder Talks und Sessions mit den aufstrebende E-Sportlern in unserem Lande. Dich erwartet grösster High-End-Skill und Unterhaltung auf höchstem Niveau. GLHF!

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
12 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Kaiser Franz

03.09.2020, 13:27

hört bitte auf, computerspiele als sport zu bezeichnen. dadurch bekommen diese "sportler" nur aufwind und stellen für kinder eine mögliche karriereoption dar. wie sagte noch der gute kaiser franz: geht's raus und spielt's fussball. vielleicht bin ich bei dem thema old school aber das thema ist für mich ein rotes tuch und abartig.

KQLYHIMSELFE

03.09.2020, 13:24

Der Verfasser des Berichtes muss nochmal über die Bücher. KQLY hat nicht gecheatet. Das war ein reiner Luckshot. Er wurde gebannt, weil er in der Vergangenheit einmal gecheatet hat auf anderen Accounts.

Kek

03.09.2020, 13:18

auch in der schweiz wird angemacht :) für paar bluemetöpfli