Aktualisiert 05.02.2020 11:17

Basel

Hier soll man die Zigi auf den Boden werfen

Das Tiefbauamt Basel-Stadt testet im Boden integrierte Aschenbecher. Ist das herkömmliche Konzept des Aschenbechers gescheitert?

von
obr
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In Basel wurden an der Tramhaltestelle Münchensteinerstrasse zwei im Boden versenkte Aschenbecher installiert, wie das Tiefbauamt Basel-Stadt mitteilt.

In Basel wurden an der Tramhaltestelle Münchensteinerstrasse zwei im Boden versenkte Aschenbecher installiert, wie das Tiefbauamt Basel-Stadt mitteilt.

Tiefbauamt Basel-Stadt
Zigarettenstummel und auch Kaugummis fallen dort in ein Gitter und werden in der darunter liegenden Schale gesammelt, so die Medienmitteilung. Die Schale verfüge über einen gelöcherten Boden, so dass Regenwasser ablaufen kann. Rund eintausend Zigarettenstummel würden darin Platz haben.

Zigarettenstummel und auch Kaugummis fallen dort in ein Gitter und werden in der darunter liegenden Schale gesammelt, so die Medienmitteilung. Die Schale verfüge über einen gelöcherten Boden, so dass Regenwasser ablaufen kann. Rund eintausend Zigarettenstummel würden darin Platz haben.

20 Minuten/lha
«Die Anzahl Stummel auf dem Boden zeigt: Raucher sind nicht in der Lage, zum nächsten Aschenbecher zu gehen», sagt Dominik Egli, Leiter der Stadtreinigung Basel-Stadt. An Bus- und Tramhaltestellen würden jeweils besonders viele Kippen herumliegen.

«Die Anzahl Stummel auf dem Boden zeigt: Raucher sind nicht in der Lage, zum nächsten Aschenbecher zu gehen», sagt Dominik Egli, Leiter der Stadtreinigung Basel-Stadt. An Bus- und Tramhaltestellen würden jeweils besonders viele Kippen herumliegen.

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In Basel dürfen Raucher ihre Zigi-Stummel jetzt auf den Boden werfen. Mit dem Segen der Stadtreinigung. Möglich machen das Bodenaschenbecher, die erst mal versuchsweise an einer Tramhaltestelle an der Münchensteinerstrasse installiert wurden.

Zigarettenstummel und auch Kaugummis fallen dort durch ein Gitter und werden in der darunter liegenden Schale gesammelt, heisst es in der Medienmitteilung des Tiefbauamts vom Mittwoch. Die Schale verfüge über einen gelöcherten Boden, so dass Regenwasser ablaufen könne. Rund eintausend Zigarettenstummel würden darin Platz haben.

«Unser Messfahrzeug misst täglich auf seiner 80 Kilometer langen Tour im Schnitt 50'000 Zigarettenstummel», erklärt Dominik Egli, Leiter der Stadtreinigung Basel-Stadt, auf Anfrage von 20 Minuten. «Die Anzahl Stummel auf dem Boden zeigt: Raucher sind nicht in der Lage, zum nächsten Aschenbecher zu gehen», so Egli. An Bus- und Tramhaltestellen würden jeweils besonders viele Kippen herumliegen.

Die Dauer des Pilotversuchs hänge primär davon ab, wie die Bevölkerung reagiert. «Läuft alles normal, lassen wir die Aschenbecher die nächsten drei Monate in Betrieb. Sollte etwas aus dem Ruder laufen, brechen wir den Versuch sofort ab.» Technisch würde der Betrieb ebenfalls getestet. «Hier stellen sich etwa Fragen, ob Blindenstöcke im Gitter hängen bleiben oder der Behälter ständig überquillt», so der Leiter der Stadtreinigung.

«Inneren Schweinehund ansprechen»

Das Tiefbauamt startet nun also den Versuch, den Rauchern entgegen zukommen. Auf der Traminsel weisen übergrosse Bodenaufkleber mit dem Sujet des inneren Schweinehundes auf die Bodenaschenbecher hin. Ist das Konzept des herkömmlichen Aschenbechers gescheitert? «Tatsächlich versuchen wir die Raucher dieses Mal nicht mit repressiven Mitteln anzusprechen», sagt Egli.

«Die Raucher können ihre Gewohnheit beibehalten, vor dem Einsteigen ein letztes Mal zu ziehen und die Kippe fallen lassen», so Egli. «Sie müssten einfach das Loch treffen.» Die Bodenaschenbecher werden bei einem positiv verlaufenden Test in Zukunft nicht die Stadt übersäen. «Die Idee ist, die ebenerdigen Aschenbecher dort zu installieren, wo sich Menschen aufhalten», sagt Egli. Denn dort befänden sich auch die Raucher-Hotspots.

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