Aktualisiert 28.02.2014 11:25

Fussball-WM

Hier dürfen Nati-Fans auch draussen mitfiebern

Damit auch die späten WM-Spiele draussen in den Gartenbeizen gezeigt werden können, braucht es eine Sonderregelung. Doch nicht alle Städte wollen ein Auge zudrücken.

von
ram
Public Viewings - wie hier im Berner Lorraine-Quartier während der EM 2012 - gibt es während der WM nur wenige. Und die Gartenbeizen brauchen eine Sonderregelung, um die späten Spiele zeigen zu können.

Public Viewings - wie hier im Berner Lorraine-Quartier während der EM 2012 - gibt es während der WM nur wenige. Und die Gartenbeizen brauchen eine Sonderregelung, um die späten Spiele zeigen zu können.

Eigentlich gilt in der Schweiz wochentags ab 22 Uhr strikte Nachtruhe. Während der Fussball-WM in Brasilien wird das knifflig: Denn wegen der Zeitverschiebung erfolgt der Anpfiff bei zahlreichen Matches erst spät. So etwa am 25. Juni, wenn die Schweizer Nationalmannschaft um 22 Uhr gegen Honduras antritt. Damit die Fussballfans das Spiel trotz später Stunde draussen in der Gartenbeiz mitverfolgen können, braucht es den Goodwill der Behörden.

Die Stadt Zürich hat nun eine Sonderregelung bewilligt, wie die NZZ schreibt. Sämtliche Partien, die spätestens um 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit starten, dürfen in den Wirtschaften im Freien bis zum Schlusspfiff gezeigt werden.

Stadt Basel besonders liberal

Noch kulanter gibt sich die Stadt Basel: Beginnt ein WM-Match während der normalen Öffnungszeiten, so darf das Gartenrestaurant den Fernseher laufen lassen. Spätestens um 2.30 Uhr muss dann allerdings der Stecker gezogen werden. Im Vergleich zu Zürich dürfen Fussballbegeisterte in Basel also zum Beispiel auch die zehn Vorrundenspiele, die erst um Mitternacht beginnen, im Freien geniessen – sofern das Wetter überhaupt mitspielt.

Die spezielle Regelung habe sich bereits während der EM 2012 bewährt, wie André Frauchiger vom zuständigen Bau- und Verkehrsdepartement auf Anfrage sagte. «Aus Lärmschutzgründen dürfen im Aussenbereich aber nur Fernsehgeräte ohne zusätzliche Lautsprecher und mit einer maximalen Bildschirmdiagonale von drei Metern aufgestellt werden.»

St. Gallen gegen Ausnahmeregelung

Pech haben hingegen Fussballfans in St. Gallen: Von einer Sonderregelung hält die Stadt nämlich nichts. «Unsere Gartenrestaurants dürfen grundsätzlich nicht beschallen im Freien», sagt Benjamin Lütolf, Mediensprecher der Stadtpolizei. «Dies gilt auch während der WM.» Noch unklar ist man sich in Bern, wo und bis wann die Fussballanhänger mitfiebern dürfen. Der Regierungsstatthalter bereite derzeit eine Empfehlung für die Gemeinden vor, heisst es.

Kaum Anfragen für Public Viewings

Was auffällt: Bei allen angefragten Städten gingen bisher kaum Gesuche für öffentliche Public Viewings ein. So ist etwa in Zürich gerade mal ein solcher Event geplant - das Public Viewing von Hiltl in den Maag-Hallen. Insgesamt 5000 Fussballfans sollen dort ihre Idole anfeuern können. Eine eigene Public-Viewing-Zone plant die Stadt nicht, genauso wenig wie Bern. In Basel habe es bisher keine einzige Anfrage gegeben, so André Frauchiger vom zuständigen Bau- und Verkehrsdepartement. Dafür verantwortlich sei wohl nicht zuletzt die liberale Regelung für die Gartenrestaurants. «Sie führt dazu, dass der wirtschaftliche Erfolg von grossen Public Viewing-Plätzen fraglich ist - die Konkurrenz durch Boulevard-Betriebe ist möglicherweise zu gross.»

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