Polizei- und Justizzentrum: Hier entstehen 300 Gefängnisplätze

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Polizei- und JustizzentrumHier entstehen 300 Gefängnisplätze

Auf der Grossbaustelle an der Hohlstrasse in Zürich wird kräftig gearbeitet. Eine Besonderheit sind die Gefängniszellen, die teilweise schon betoniert sind.

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tam

Auf dieser Zürcher Grossbaustelle gibt es Gefängniszellen, die ausgeklügelt sein müssen. (Video: tam)

Die Baustelle an der Hohlstrasse, wo das neue Zürcher Polizei- und Justizzentrum gebaut wird, sieht man normalerweise nur von aussen. Am Donnerstag machten die Projektleiter eine Ausnahme und führten Medienschaffende durch die frischen Betonwände. 250 Bauarbeiter sorgen täglich dafür, dass es vorwärtsgeht – rund 60 Prozent des Rohbaus sind fertig.

Einen Eindruck der Dimension gibt der Rohbau bereits jetzt. Zwischen Metallstangen und Bauabschrankungen kann man zum 280 Meter entfernten Ende des Gangs schauen. Die Herausforderung liegt aber nicht an der Grösse. «Das Besondere an diesem Bau sind die grosse Nutzungsvielfalt», sagt Hansruedi Blöchlinger, Projektdelegierter beim Kanton Zürich.

«Häftlinge sind wahnsinnig einfallsreich»

Polizei, Untersuchungsgefängnis, Staatsanwaltschaft und Zwangsmassnahmengericht in einem Gebäude unterzubringen, sei eine grosse Herausforderung. Man sei aber im Zeitplan, so dass voraussichtlich 2022 mit dem Umzug begonnen werden könne. Das werde viel Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb wird bereits jetzt geplant, wer wann zügeln soll.

Insgesamt werden 1800 Personen im Gebäude arbeiten, wenn es fertig ausgebaut ist. Dazu kommen 300 Gefängnisplätze, die etwas anders konzipiert sind als die restlichen Räume. «Häftlinge sind wahnsinnig einfallsreich und finden überall einen Ort, um etwas zu verstecken», sagt Ralph Grund von der Zürcher Baufirma HRS. So seien die Nasszellen beispielsweise nicht geplättelt: «Dann könnten Häftlinge die Fugen auskratzen.» Das gelte auch für die Türen, deren Angeln in den Beton eingelassen sind.

Einvernahme direkt neben Zelle

Die hohen Sicherheitsstandards, die im Gebäude gelten werden, sieht man bereits jetzt im Rohbau – nicht nur an den Zellen selbst, sondern auch an den Gängen. Sie führen direkt von separaten Räumen in der Tiefgarage zu den Zellen und von dort zu den Einvernahmeräumen. Diese sind nur wenige Schritte von den Zellen entfernt.

Sehen Sie im Video, wie es derzeit im Innern des Rohbaus aussieht.

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