Aktualisiert 30.03.2017 15:55

Klybeckplus«Hier entsteht die Zukunft von Basel»

40 Fussballfelder gross wird das neue Quartier, das aus dem ehemaligen Industrie-Areal von Novartis und BASF entstehen soll. Die Bevölkerung wird in den Entstehungsprozess miteinbezogen.

von
jd

20 Minuten war auf einem Spaziergang durch das entstehende Quartier Klybeckplus. (Video: jd)

Graffiti, verlassene Backsteinbauten, leere Fabrikgebäude: Wer über das Industriegelände von Novartis und BASF im Kleinbasler Klybeck streift, dem präsentieren sich Bilder eines Grossstadtdschungels. Das Gelände, das auch in Berlin oder New York liegen könnte, steht für die Industriegeschichte Basels. 150 Jahre lang produzierte hier die chemische Industrie und hinterliess im Boden ihre giftige Spuren.

Das 500'000 m2 grosse Areal zwischen Rhein, Dreirosenbrücke und Horburgpark ist für die Öffentlichkeit eine unbekannte graue Fläche. Wo sich die Chemie-Branche heute hinter Eisentoren abschottet, soll Basels neuestes Quartier entstehen. Zu sehen ist noch nichts, wie an einem Medien-Spaziergang am Donnerstag schnell klar wurde: Das jüngste Quartier steht noch in den Kinderschuhen. Aber sowohl der Kanton als auch die Konzerne Novartis und BASF sind sicher: Das Projekt Klybeckplus wird Geschichte schreiben.

Transformation mit Bürgerbeteiligung

«Wir stehen am Beginn eines Entwicklungsschubs mit historischem Ausmass», sagt Kantonsbaumeister Beat Aeberhard. Thomas Waltert, Projektleiter der Hafen- und Stadtentwicklung, kommt über den Dächern der Stadt auf einem Novartis-Bau beim Blick auf das zukünftige Quartier ins Schwärmen: «Hier entsteht die Zukunft von Basel.» Die drei Planungspartner stehen vor einer Mammut-Aufgabe. Sie müssen unterschiedlichste Interessen vereinbaren: Städtebau, Mobilität, Umweltthemen und Denkmalpflege sind nur einige Punkte der langen Liste, die es zu bedenken gibt. Markus Oser, Novartis-Projektleiter, bringt es vereinfacht auf den Punkt: «Das Areal muss in Stadt transformiert werden.»

In den Prozess einbringen könne sich jedermann: «Die Bevölkerung wird laufend mit einbezogen. In einem ersten Verfahren haben wir sie eingeladen und gefragt, was ihre Wünsche und Ansprüche an das neue Quartier sind», so Aeberhard. Vier Planungsteams arbeiten nun Konzepte aus, die dann mit den Baslern diskutiert werden.

Bevölkerung will mitreden

Erste Vereine wurden bereits gegründet, die sich aktiv an der Planung beteiligen wollen. So etwa Zukunft Klybeck, mit Spasspolitiker Christian Mueller (Freistaat Unteres Kleinbasel) an der Spitze. Wie gross das Interesse an der Zukunft des Areals ist, zeigt das Crowdfunding von Zukunft Klybeck: Der Verein sammelte bereits über 6000 Franken, um seine Arbeit zu finanzieren.

Am 17. Juni offenbaren die Planungsteams erste Einblicke in ihre Arbeit: Die unterschiedlichen Entwicklungsvarianten werden im Personalresturant Novartis präsentiert.

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