Aktualisiert 18.04.2012 15:21

Kapitän auf Heimweg

Hier fährt der Meisterpokal im Tram

«Das ist doch ...» - unser Leser-Reporter staunte nicht schlecht, als er heute früh im 11er-Tram sass: Mathias Seger, Kapitän der ZSC Lions, stieg am Bahnhof Oerlikon ein - mit dem Meisterpokal.

von
jam

Da machte Christoph Meyer grosse Augen: Als der Leser-Reporter heute Morgen kurz vor acht Uhr im Zürcher 11er-Tram sass, stieg am Bahnhof Oerlikon der langjährige Kapitän des frischgebackenen Eishockey-Meisters ZSC Lions zu: Mathias Seger, mitsamt dem am Abend in heroischer Manier auf dem Eis erkämpften Meisterpokal!

«Ich traute meinen Augen kaum», sagt Meyer zu 20 Minuten Online. «Mathias Seger fährt Tram, direkt nach der Meisterfeier.» Allerdings sei Seger keinesfalls bestürmt worden. «Wissen Sie, so am frühen Morgen wollte wohl niemand Seger stören - und die Pendler wollen sowieso lieber ihre Zeitung lesen», so Meyer weiter. «Ich bin dann zu ihm hin und habe ihm einfach gratuliert.» Seger habe sich bedankt, und wollte bei der Haltestelle Radiostudio aussteigen. Weil er aber zu spät aufgestanden sei, habe er es verpasst, rechtzeitig den Knopf zu drücken – kein Wunder, mit dem sperrigen Pokal. Seger ist dann am Bucheggplatz ausgestiegen, wo er mit dem Pokal in Richtung Friedhof Nordheim davongestapft sei.

«Jetzt gehe ich nur noch nach Hause»

Wie so oft war der Pokal am Fuss beschädigt, wie Meyer erzählt. Vielleicht haben die Spieler wieder einmal versucht, das Ding so schnell wie möglich kaputtzuschlagen. Zumindest geht die Legende, dass dies im Eishockey ein unvermeidliches Ritual sei. Dazu nimmt bei den ZSC Lions bislang niemand Stellung. Auch Mathias Seger selber ist nicht erreichbar – kein Wunder, schläft er jetzt wohl noch den Schlaf des Gerechten. «Jetzt gehe ich nur noch nach Hause und schlafe mal endlich», war das Letzte, was Seger zu Meyer gesagt hat.

Die Meistersause in Zürich

Gegen Abend erreichte 20 Minuten den prominenten Pendler - gut gelaunt, frisch und ausgeschlafen. Schmunzelnd meinte er: «Wieso sollte ich mit dem Taxi nach Hause fahren? Die nächste Tramstation war ja gleich in der Nähe.»

Ungewöhnlich erscheint es schon, dass ein Schweizer Eishockeymeister nach der Feier mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause gondelt. Doch bei einem Spieler wie Mathias Seger sollte das nicht allzu sehr verwundern, gilt er doch als ungemein bodenständig und frei von Allüren. So soll Seger zum Beispiel jeweils mit dem Velo ins Training fahren, wie man sich in Zürich erzählt. Und um alle Zweifel an der Echtheit des Bildes aus dem Weg zu räumen: Seger trug bei der Ankunft vor dem Hallenstadion dasselbe T-Shirt wie auf dem Bild von Christoph Meyer, wie die Bildstrecke oben beweist.

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