Neue Auffangstation - Hier finden Reptilien ein temporäres Daheim
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Neue Auffangstation Hier finden Reptilien ein temporäres Daheim

In Erstfeld gibt es die erste Auffangstation für Reptilien in der Zentralschweiz. Bereits gibt es erste Gäste: Schlangen, Bartagame und ein Gecko sind eingezogen. Einige suchen neue Plätze.

von
Daniela Gigor
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 «Unsere Kunden sind Privatpersonen aber auch Veterinärämter, die Reptilien beschlagnahmt haben, weil sich deren Besitzer nicht gut um ihre Tiere gekümmert haben», sagt der operative Leiter Marcel Henzen.

«Unsere Kunden sind Privatpersonen aber auch Veterinärämter, die Reptilien beschlagnahmt haben, weil sich deren Besitzer nicht gut um ihre Tiere gekümmert haben», sagt der operative Leiter Marcel Henzen.

Henzen's Tierrettung Schweiz
Eine Königspython in der Reptilienauffangsstation von Henzen's Tierrettung Schweiz. Insgesamt sind momentan schon sieben Schlagen bei ihm untergebracht. 

Eine Königspython in der Reptilienauffangsstation von Henzen's Tierrettung Schweiz. Insgesamt sind momentan schon sieben Schlagen bei ihm untergebracht.

Henzen's Tierrettung Schweiz
In der Reptilienauffangsstation lebt auch eine Königsnatter. 

In der Reptilienauffangsstation lebt auch eine Königsnatter.

Henzen's Tierrettung Schweiz

Darum gehts

  • In Erstfeld ist die erste Auffangstation in der Zentralschweiz für Reptilien eröffnet worden.

  • Bereits sind sieben Schlangen, drei Bartagame und ein Gecko eingezogen.

  • Für diese Dienstleistung braucht es eine Bewilligung des zuständigen Veterinäramts der Urkantone.

  • Um die Reptilien kümmert sich eine diplomierte Wildtierpflegerin.

  • Wenn die Auffangstation fertig ausgebaut ist, soll es etwa 50 Terrarien geben, die zwischen 100 und 200 Tieren Platz bieten.

Henzen’ s Tierrettung Schweiz kümmert sich neu auch um Reptilien, die notfallmässig umplatziert werden müssen. Sei dies weil deren Halter oder Halterin etwa krank werden, sterben oder weil sie einfach aus anderen Gründen ihre Tiere nicht mehr halten können. «Unsere Kunden sind Privatpersonen, aber auch Veterinärämter, die Reptilien beschlagnahmt haben, weil sich deren Besitzer nicht gut um ihre Tiere gekümmert haben», sagt der operative Leiter Marcel Henzen.

Für die artgerechte Haltung in der Auffangstation sorgt eine diplomierte Wildtierpflegerin. Aufgenommen werden aber lediglich Reptilien, welche keine Halterbewilligung benötigen. Darum ist es Henzen nicht möglich etwa Giftschlangen aufzunehmen. Anders sieht es aus bei weiteren giftigen Tieren wie etwa Skorpionen, Vogelspinnen oder Pfeilgiftfröschen. Aktuell sind in der Auffangstation für Reptilien sieben Schlangen, drei Bartagame und ein Gecko untergebracht. Noch eine kleine Anzahl, wenn man bedenkt, dass laut Henzen’s Schätzung etwa 350’000 Reptilien in der Schweiz in privaten Haushalten leben. Genaue Zahlen gebe es in der Schweiz nicht.

Der Kaufpreis für ein leeres Terrarium liegt bei etwa 1500

Bevor er die Auffangstation für Reptilien in Erstfeld UR eröffnen konnte, musste Henzen dafür eine Bewilligung beim zuständigen Veterinäramt der Urkantone einholen. Auch wenn diese Bewilligung ausgestellt ist, gibt es behördlichen Besuch, der unangemeldet kontrolliert, ob die Tiere gut versorgt werden. Die Haltung von Reptilien ist in der Schweiz gesetzlich geregelt. So müssen etwa Mindestgrössen bei Terrarien je nach Tierart und Grösse beachtet werden. «Ein Terrarium, das nur etwa einen Meter lang ist, bringt nichts, weil es zu klein ist», sagt Henzen. Der Anschaffungspreis für ein Terrarium schätzt Henzen auf 1500 bis 2000 Franken. Mit eingerechnet ist dabei die Einrichtung, die aus Pflanzen, Kletter- und Rückzugsmöglichkeiten bestehen soll: «Wir rechnen damit, dass wir etwa 50 Terrarien einrichten, bevor die Auffangstation fertig wird. Dann sollten in dieser Station etwa 100 bis 200 Tiere Platz haben.»

«Schlangen sind keine Kuscheltiere»

Da kann man sich leicht ausrechnen, dass dies eine schöne Stange Geld kostet. Mit der finanziellen Investition ist es aber nicht getan: «Schlangen sind keine Kuscheltiere», sagt Henzen weiter. Darum müssen Besitzer und Besitzerinnen von Reptilien auch wissen, was ihre Tiere für ein artgerechtes Leben brauchen. Aus diesem Grund bietet die Henzen’s Tierrettung Schweiz auch Kurse für Halter und Halterinnen an. Die Schulung steht auch Personen offen, die beruflich mit Reptilien in Kontakt kommen. Henzen: «Das Angebot richtet sich auch an Polizisten oder Angehörige der Feuerwehr.» Bestens vorbereitet auf solche tierischen Überraschungen ist laut Henzen etwa schon eine Feuerwehr im Kanton Schwyz.

Bei Henzen’s Tierrettung Schweiz mit Sitz in Erstfeld handelt es sich um eine professionelle Firma, welche ihr Überleben nicht auf Spendengelder von Tierfreunden abstützt. Darum ist die Einzelfirma im Handelsregister eingetragen und die in Anspruch genommenen Dienstleistungen sind durch die Auftraggeber zu bezahlen. Dazu sagt Henzen: «Wir beschäftigen sieben Angestellte, die sich professionell um unsere Schützlinge kümmern.»

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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