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TestlaborHier foltert Apple sein iPhone

Nachdem Apple wegen «Bendgate» viel Hohn einstecken musste, haben die Kalifornier Einblick in ihr Testlabor gewährt - und betont, dass nur neun verbogene iPhones gemeldet wurden.

von
jcg

Apple will den Vorwurf, sein neues grosses iPhone-Modell verbiege sich in der Hosentasche, nicht auf sich sitzen lassen. Lediglich neun Kunden hätten sich bisher über verbogene Geräte des Modells iPhone 6 Plus beschwert, erklärte der Konzern in einer Medienmitteilung.

Die Gehäuse der Geräte seien aus festem Aluminium hergestellt und auf Belastungsfähigkeit getestet worden. Die Geräte seien zudem an mehreren Stellen mit Titan verstärkt. In den vergangenen Tagen hatte es im Internet Berichte über iPhones gegeben, die in der Hosentasche verbogen seien. Ausserdem sorgte ein Video für Aufsehen, in dem ein iPhone 6 Plus mit blossen Händen gebogen wurde.

Apple hatte allein am ersten Wochenende über zehn Millionen Geräte der beiden neuen Modelle iPhone 6 und des grösseren iPhone 6 Plus verkauft. Wie viel davon auf welchen Typ entfällt, wurde bisher nicht bekannt.

Der Verkauf der neusten iPhone-Generation hatte am Freitag vergangener Woche offiziell begonnen in den USA, Australien, Japan, Hongkong, Singapur, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kanada und Puerto Rico. In rund 20 weiteren Ländern kam das Smartphone heute in die Läden, auch in der Schweiz.

Ungewohnte Transparenz

In einem ungewöhnlichen Schritt für den traditionell geheimniskrämerischen Konzern erlaubte Apple am Donnerstag zudem einigen Journalisten Einblicke in sein Labor in Cupertino, wo die Stabilität der iPhones geprüft wird. Dazu gehörten die Techblogs «Recode» und «The Verge».

In dem Labor wird laut ihren Berichten unter anderem simuliert, was mit einem iPhone passiert, wenn man sich draufsetzt. Ausserdem gebe es dort einen «Drei-Punkt-Verbiegetest», bei dem auf das iPhone in der Mitte Druck ausgeübt wird, während es auf der Ober- und Unterkante gestützt wird. Dabei sei ein iPhone 6 Plus unter einem Gewicht von 25 Kilogramm nicht dauerhaft verbogen, hiess es.

Wenn ein Nutzer allerdings sehr viel Kraft an einigen nicht für den Alltag typischen Stellen anwende, könne das iPhone verbiegen, erklärte Apples Chef für Geräte-Entwicklung, Dan Riccio. «Am Ende ist es so, dass wenn man genug Kraft aufwendet, um ein iPhone - oder jedes andere Telefon - zu verbiegen, es sich verformen wird», sagte Riccio dem Blog «The Verge».

Nach Angaben von Apple gingen vor dem Marktstart jeweils rund 15'000 Geräte der Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus durch verschiedene Tests. Die neue Generation ist dünner als bisherige iPhones.

Das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus verfügen über eine Bildschirmdiagonale von 4,7 beziehungsweise 5,5 Zoll (knapp zwölf und knapp 14 Zentimeter), das Vorgängermodell hatte eine Grösse von vier Zoll. Damit schliesst sich der Konzern dem Branchentrend zu Smartphones mit immer grösseren Displays an.

Software-Panne behoben

In der Nacht zum Freitag bekam Apple nach eigenen Angaben schliesslich auch die Probleme bei seinem iPhone-Betriebssystem iOS in den Griff. Das Unternehmen stellte die Version iOS 8.0.2 zur Verfügung, die alle bisherigen Fehler beheben soll.

Die am Mittwoch veröffentlichte Version iOS 8.0.1 hatte einige Fehlfunktionen des neuen Systems iOS 8 korrigieren sollen - sorgte dabei aber selbst für noch grössere neue Probleme. So beklagten sich Nutzer, ihre Telefone hätten sich nicht mehr in Mobilfunk-Netze einwählen können und der Fingerabdruck-Sensor habe nicht mehr funktioniert. Dazu sagte Apple, dass insgesamt weniger als 40'000 Kunden von den Problemen betroffen gewesen seien.

So berichtete Recode über Apples Testlabor. (Video: re/code) (jcg/sda)

So laden Sie iOS 8.0.2

Über WLAN:

1. Verbinden Sie ihr iPhone mit einem WLAN

2. Erstellen Sie ein Backup ihres iPhones in der iCloud

3. Gehen sie auf Einstellungen > Allgemein > Softwareaktualisierung

4. Klicken Sie auf «Laden und installieren»

Über iTunes:

1. Verbinden Sie Ihr iPhone mit ihren PC/Mac

2. Folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm

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