Sony WF-1000XM4 Test - Hier gibts Weltklasse auf die Ohren
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Sony WF-1000XM4Hier gibts Weltklasse auf die Ohren

Sony hat seinem Top-Modell bei den In-Ear-Kopfhörern ein eindrückliches Update verpasst. Herausgekommen sind grandiose Earbuds, die kaum Wünsche offen lassen.

von
Jean-Claude Gerber
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Sony liefert mit den WF-1000XM4 In-Ear-Kopfhörer der Weltklasse aus.

Sony liefert mit den WF-1000XM4 In-Ear-Kopfhörer der Weltklasse aus.

20min
Dass Sony mit seinen Top-Earbuds Massstäbe setzen will, zeigt sich bereits an der Verpackung, die erstmals bei Sony frei von Plastik ist und laut dem Hersteller aus Bambus- und Zuckerrohrfasern besteht.

Dass Sony mit seinen Top-Earbuds Massstäbe setzen will, zeigt sich bereits an der Verpackung, die erstmals bei Sony frei von Plastik ist und laut dem Hersteller aus Bambus- und Zuckerrohrfasern besteht.

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Im Vergleich zum Vorgänger WF-1000XM3 (r.) ist das Ladeetui deutlich kompakter geworden.

Im Vergleich zum Vorgänger WF-1000XM3 (r.) ist das Ladeetui deutlich kompakter geworden.

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Darum gehts

  • Sony hat seine Top-In-Ear-Kopfhörer komplett überarbeitet.

  • Die WF-1000XM4 setzen neue Massstäbe was Klang, Geräuschminimierung und Funktionsumfang angeht.

  • Auch der Tragekomfort ist ausgesprochen gross.

  • Die Akkulaufzeit beträgt acht Stunden.

  • Der Preis ist mit 279 Franken hoch.

Dass Sony mit den kabellosen In-Ear-Kopfhörern WF-1000XM4 ein neues Kapitel aufschlägt, zeigt sich bereits an der Verpackung. Sie ist laut Hersteller erstmals frei von Plastik. Das mag ein Detail sein, doch lässt es erahnen, dass Sony sich beim Nachfolger des Erfolgsmodells WF-1000XM3 mächtig ins Zeug gelegt hat. Das musste auch sein, denn der XM3 hatte die Messlatte hoch gelegt. Bei seinem Launch 2019 galt er als einer der besten In-Ear-Kopfhörer mit aktiver Geräuschminimierung.

Sony nahm die Herausforderung an und konzipierte den XM4 von Grund auf neu. Es verpasste ihm eine neue Form, ein neues Case mit Ladefunktion und einen neuen Audioprozessor. Und hat damit voll ins Schwarze getroffen. Denn die neuen In-Ears lassen die liebgewonnen Vorgänger auf einen Schlag leicht ältlich aussehen.

Geniale Passform

Das beginnt mit dem Ladecase, das rund 40 Prozent kleiner ist als beim Vorgänger und geht mit der Passform der Earbuds weiter. Sie sitzen wie angegossen im Ohr des Testers. Das war bisher noch bei keinem kabellosen In-Ear-Kopfhörer so, egal ob aus Cupertino, Seoul oder Wedemark. Und auch der Vorgänger hatte hier eine seiner wenigen Schwächen, denn so richtig passen wollte er nie ganz.

Der XM4 wird mit Ohrstücken in S, M und L ausgeliefert. Der Schaumstoff ist auch bei längerer Tragdauer sehr bequem. Neu kann man sich bei der Auswahl der geeigneten Grösse von der Sony Headphone App helfen lassen. So testet der Kopfhörer in Verbindung mit der App, ob die Ohrstücke luftdicht schliessen und so die elektronische Geräuschminimierung optimal unterstützen. Tönt nach Spielerei, zeigt aber, was aus den In-Ears in Verbindung mit der App herausgeholt werden kann.

Sprache an, Musik aus

Über die App kann auch Speak-to-Chat aktiviert werden. Ist die praktische Funktion eingeschaltet, erkennen die Kopfhörer automatisch, wenn man zu sprechen beginnt. Sie stoppen nach etwa einer Sekunde die Musik und übertragen die Sprache des Gegenübers über die insgesamt vier Mikrofone in die Earbuds. Wer öfter mal beide Hände voll hat, wird die Funktion lieben.

Ebenfalls über die App wird bei eingeschalteter Geräuschminimierung die Unterdrückung von Windgeräuschen aktiviert. Dort kann auch ein Equalizer aufgerufen werden, wo vordefinierte Klangprofile ausgewählt werden können oder manuell am Sound geschraubt werden kann. Schliesslich zeigt die App auch den Ladezustand der Kopfhörer und des Ladeetuis an. Letzteres lässt sich übrigens über einen USB-C-Anschluss oder erstmals auch kabellos über eine Qi-kompatible Ladefläche laden, also etwa auch über entsprechend ausgestattete Smartphones.

Die Geräuschminimierung wurde laut Sony gegenüber dem Vorgänger noch einmal deutlich verbessert. Tatsächlich liegt das Noise Cancelling des XM4 im Vergleich mit dem XM3 vorne. Ob es wirklich die derzeit beste Geräuschminimierung auf dem Markt ist, wie Sony schreibt, lässt sich aber rein subjektiv nicht mit Bestimmtheit sagen. Ganz sicher ist sie aber etwas vom Besten, das es derzeit zu kaufen gibt.

Sensationeller Sound

Doch wie stehts um den Klang des XM4? Auch hier hat Sony im Vergleich zum Vorgänger nachgelegt. Die Bässe kommen bereits bei ausgeschaltetem Equalizer kräftig und mit bemerkenswerter Klarheit durch, sodass das wählbare Klangprofil «Bass Boost» wirklich nur unverbesserlichen Bassfetischisten empfohlen werden kann – die dann aber voll auf ihre Kosten kommen. Anspieltipp: «Angel» von Massive Attack.

Alle anderen werden sich über den beeindruckenden Detailreichtum der Wiedergabe über das gesamte Frequenzspektrum freuen. Selbst bei Lautstärken, die definitiv nur in homöopathischen Massen genossen werden sollten, bleiben Soundqualität und Klarheit auf Top-Niveau. Im Bereich der In-Ear-Headphones dieser Preisklasse ist der XM4 Weltklasse und dem bereits mehr als kompetenten Vorgänger klar überlegen.

Wer noch einen drauflegen will, kann Sonys 360 Reality Audio aktivieren. Es ermöglicht die 3-D-Wiedergabe von Musik von geeigneten Streamingdiensten wie Tidal oder Deezer. Einziger Wermutstropfen im Bereich Soundwiedergabe: Die Kopfhörer unterstützen zwar den Sony-eigenen hochauflösenden Audio-Codec LDAC, nicht aber aptX HD.

Ach ja, telefonieren lässt es sich ebenfalls vorzüglich mit den XM4. Hier hilft vor allem die bei Anrufen automatisch eingeschaltete Windgeräuschreduzierung. Sie macht das Gespräch zusammen mit der Reduktion von Umgebungsgeräuschen fürs Gegenüber deutlich angenehmer. Der Gesprächspartner oder die Gesprächspartnerin bleibt jederzeit klar verständlich.

Fazit

Sony hat mit dem WF-1000XM4 einen mehr als würdigen Nachfolger des Sony WF-1000XM3 entwickelt. Die Geräuschminimierung ist auf Weltklasse-Niveau und der Sound so gut, wie in kaum einem anderen In-Ear-Headset mit Noise Cancelling. Der Tragekomfort der Earbuds ist grandios und die Akkulaufzeit lässt die Konkurrenz alt aussehen. Den positiven Gesamteindruck rundet die App ab, die es als das eigentliche Hirn erlaubt, das Maximum aus dem beeindruckenden Funktionsumfang der In-Ears herauszuholen, wie etwa Speak-to-Chat, das sich in der App feinjustieren und den persönlichen Vorlieben anpassen lässt.

Überhaupt einen Kritikpunkt zu finden, ist da schwer. Zu bemängeln gibt es etwa, dass der XM4 nur gegen Spritzwasser geschützt ist. Und empfindlich auf Schweiss reagiert. Lässt man die Earbuds allerdings vor dem Aufladen trocknen, sollte auch das kein Problem sein. Bleibt der Preis. Er ist mit 279 Franken für das Gebotene absolut angemessen, aber definitiv nicht für jedes Portemonnaie bekömmlich. Doch auch für diejenigen, die nicht so viel für einen Top-Kopfhörer ausgeben wollen, ist der XM4 eine gute Nachricht. Sein Markteintritt hat zur Folge, dass der nach wie vor herausragende Vorgänger WF-1000XM3 inzwischen für unter 120 Franken zu haben ist.

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