Zwölf Jahre im Spital: «Hier habe ich tolle Leute kennengelernt»
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Zwölf Jahre im Spital«Hier habe ich tolle Leute kennengelernt»

Spital-Patienten wünschen sich sehnlichst den Tag der Entlassung herbei. Nicht so Mietek Piwowarczyk: Für ihn ist eine Klinik in Krakau zum Zuhause geworden.

von
dga/rre

Mietek Piwowarczyk muss sich noch an sein neues Zuhause gewöhnen.

Es sollte ein kurzes Spital-Intermezzo werden - doch aus ein paar Tagen wurden zwölf Jahre. Als Sechsjähriger erkrankte Mietek Piwowarczyk an einer Grippe. Er wurde in ein Krakauer Spital eingewiesen. Dort folgten weitere Untersuchungen, die zu einer niederschmetternden Diagnose führten: Mietek leidet unter Muskeldystrophie, einer schwere Erkrankung, die zum Abbau der Muskulatur und schliesslich zum Tode führt.

Aus finanzieller Not eine Tugend gemacht ...

Da sich seine Eltern den behindertengerechten Ausbau des Eigenheims nicht leisten konnten, den Mietek zur Bewältigung des Alltags benötigt, wurde das Spital zu seinem Zuhause. Dabei fehlte es dem Buben an nichts, mehr noch: er machte anderen kleinen Spitalbesuchern Mut, veranstaltete Wettrennen in Rollstühlen: «Ich bereue nichts - hier habe ich tolle Leute kennengelernt», sagt er.

Jetzt musste Mietek schweren Herzens von dem Ort Abschied nehmen, der über die letzten Jahre seine Heimat war. Die Mutter eines anderen Patienten machte es möglich, dass Mietek ein rollstuhlgängiges Zuhause beziehen konnte. An ein Leben ausserhalb des hektischen Spitalalltags muss sich der heute 18-Jährige noch gewöhnen.

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