Zoff in St. Margrethen: «Hier ist es dreimal schlimmer als bei den Eltern»
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Zoff in St. Margrethen«Hier ist es dreimal schlimmer als bei den Eltern»

In St. Margrethen gibt es Unstimmigkeiten zwischen Wohnungseigentümern und der Verwaltung. Streitpunkt sind unter anderem aufgestellte Steine, die das Parkieren von Fahrzeugen verhindern.

von
Adriel Monostori
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Bei einer Stockwerkliegenschaft in St. Margrethen wurden zum Ärger einiger Anwohner Steine auf  dem Grundstück platziert.

Bei einer Stockwerkliegenschaft in St. Margrethen wurden zum Ärger einiger Anwohner Steine auf dem Grundstück platziert.

Adriel Monostori
Verantwortlich für die Steine ist die Verwaltung, die laut Albertino Pierino Steiner «diktatorisch» handelte.

Verantwortlich für die Steine ist die Verwaltung, die laut Albertino Pierino Steiner «diktatorisch» handelte.

Privat
Auch vor Steiners Büro wurde ein Stein platziert, um zu verhindern, dass dort parkiert werde.

Auch vor Steiners Büro wurde ein Stein platziert, um zu verhindern, dass dort parkiert werde.

Adriel Monostori

Darum gehts

  • In St. Margrethen SG gibt es Zoff zwischen Wohnungseigentümern und dem Treuhänder.
  • Drei Steinblöcke verhindern, dass Autos bei der Liegenschaft parkieren können.
  • Ein langjähriger Eigentümer fühlt sich nicht fair behandelt.
  • Die Verwaltung äussert sich zu den Vorwürfen.

«Es ist schon fast ein diktatorisches Verhältnis», sagt Albertino Pierino Steiner. Er wohnt in St. Margrethen in einem Stockwerkeigentum an der Parkstrasse. «Wir haben hier ein sehr gutes Klima im Haus, man hilft einander und hält das Haus sauber», sagt der 78-Jährige. Vor circa drei Jahren habe der Treuhänder gewechselt. «Seither erhalten wir Direktiven vom Hauswart und dem Verwalter des Hauses», so Steiner.

«Bevor ein Stein platziert wurde, wurde ein roter Pfosten auf den Parkplatz geschraubt», so der Bewohner der Liegenschaft. Der Platz wurde genutzt, um beispielsweise bei Notfällen oder beim Umzug ein- und auszuladen oder kurz zu parkieren. «Zwanzig Jahre lang konnte man dort das Auto hinstellen, dann kam plötzlich der Pfosten. Ich habe ihn dann rausgeschraubt», so der 78-Jährige. Ein anderer Anwohner habe einen Wohnwagen. «Ich habe eine Bewilligung, um den Wohnwagen bei der Liegenschaft abzustellen», sagt er. Auf einmal seien zwei Steine platziert worden. Somit könne er seinen Wohnwagen nicht mehr dort abstellen. Er regt sich ebenfalls über die Verwaltung auf.

Wohnen unter Aufsicht des Hauspolizisten

Nachdem Steiner den roten Pfosten herausgeschraubt hatte, habe man am Dienstagnachmittag einen Stein hingestellt. «Fehlbare müssen sich anpassen, denn das Montieren des Pfostens ist bei einem Stockwerkeigentümerbeschluss so entschieden worden», so Reinhard Fasel, Treuhänder der Liegenschaft an der Parkstrasse in St. Margrethen. «Dort, wo Alberto Steiner jeweils sein Auto abstellte, ist kein Parkplatz, sondern ein Veloständer», so Fasel. Wenn dort ein Auto stehe, sei der Veloständer nicht mehr frei zugänglich. «Es hat Parkplätze vor dem Haus», ergänzt Fasel.

An einem anderen Ort habe man zwei Steine platziert. «Ein Wohnwagen stand vermehrt auf einem kleinen Weg, der für Fussgänger und Velofahrer gedacht ist. Eine Bewilligung existiert nicht», sagt der Treuhänder. «Steiner setzt sich stets gut fürs Haus ein, jedoch kontrolliert er die Leute auch.» Da Steiner ein Büro neben dem Eingang habe, sehe er sich als Portier und Polizist des Gebäudes. «Anwohner erzählten mir, die Kontrolle sei dreimal schlimmer als zu Hause bei den Eltern», erzählt der Treuhänder.

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