Lärmige Strassen – Hier ist es zum Wohnen am lautesten
Publiziert

Lärmige StrassenHier ist es zum Wohnen am lautesten

An vielen Ecken in der Schweiz macht der Strassenlärm den Mietenden von Wohnungen zu schaffen. Besonders laut ist es in der Westschweiz und im Tessin. Sehr ruhig lässt es sich hingegen in Bern wohnen.

von
Dominic Benz
1 / 6
In der Schweiz gibt es viele Wohnungen an stark befahrenen Strassen. Das hat meist eine grosse Lärmbelastung zur Folge. 

In der Schweiz gibt es viele Wohnungen an stark befahrenen Strassen. Das hat meist eine grosse Lärmbelastung zur Folge.

Urs Jaudas
Doch in grossen Städten wohnt es sich nicht immer am lautesten. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Zürcher Kantonalbank (ZKB) auf der Basis von Strassenlärmdaten vom Bundesamt für Umwelt.

Doch in grossen Städten wohnt es sich nicht immer am lautesten. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Zürcher Kantonalbank (ZKB) auf der Basis von Strassenlärmdaten vom Bundesamt für Umwelt.

20min/Matthias Spicher
So ist Zürich zwar die grösste Stadt der Schweiz, doch in der Lärmrangliste befindet sie sich lediglich im Mittelfeld.

So ist Zürich zwar die grösste Stadt der Schweiz, doch in der Lärmrangliste befindet sie sich lediglich im Mittelfeld.

imago images/Panthermedia

Darum gehts

  • An viel befahrenen Strassen zu wohnen, ist laut.

  • Wie eine Analyse der ZKB zeigt, haben die grössten Städte der Schweiz aber nicht unbedingt auch die grösste Lärmbelastung.

  • Am lautesten ist es in Genf, Lugano und Lausanne.

  • Vermietende müssen wegen des Lärms insgesamt auf Mieteinnahmen in Höhe von 320 Millionen pro Jahr verzichten.

Viele Schweizerinnen und Schweizer wollen an einem ruhigen Ort wohnen. Daher lassen sie auf der Suche nach einer Wohnung die grossen Städte ausser Acht. Das ist allerdings ein Trugschluss. Denn in den grossen Ballungszentren wohnt es sich nicht immer am lautesten. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Zürcher Kantonalbank (ZKB) auf der Basis von Strassenlärmdaten vom Bundesamt für Umwelt.

So ist Zürich zwar die grösste Stadt der Schweiz, doch in der Lärmrangliste befindet sie sich lediglich im Mittelfeld. Auf dem ersten Platz hingegen liegt Genf. In der besonders lärmgeplagten Stadt hat jede dritte Wohnadresse eine Beschallung von über 60 Dezibel – das entspricht einem Rasenmäher aus zehn Meter Distanz und dürfte selbst bei geschlossenen Fenstern in der Wohnung wahrgenommen werden, schreibt die ZKB.

Romandie und Tessin am lautesten

Ebenfalls laut ist es in den Städten Lugano und in Lausanne, die auf Platz zwei und drei folgen. Am leisesten zum Wohnen ist es hingegen in Bern, Winterthur und Aarau. Demnach ist es unter dem Strich in der Romandie und im Tessin lauter als in vielen Deutschschweizer Städten.

Dennoch ist die Lärmbelastung etwa auch in Zürich an etlichen Strassen hoch. An der viel befahrenen Rosengartenstrasse gibt es 122 Wohnungen, in denen man über 60 Dezibel aushalten muss. Alleine an der Überlandstrasse hat es fast 1000 Wohnungen mit einer gleichen Lärmbelastung. An der Forchstrasse sind 710 Wohnung ebenfalls diesem Lärm ausgesetzt.

Neue Wohnungen würden helfen

Aber auch das ruhigere Winterthur hat seine lärmigen Ecken, wie die ZKB weiter schreibt. So sind über 500 Wohnungen in der Tösstalstrasse von einer Lärmbeschallung von über 60 Dezibel betroffen, in der Zürcherstrasse rund 370.

Der Strassenlärm wird gerade im Kanton Zürich auf politischer Ebene immer wieder hitzig diskutiert. Laut Ursina Kubli ist es allerdings ein Fehler, wenn man neue Ersatzwohnungen an befahrenen Strassen aus Lärm-Gründen verhindern will.

«Erstens verspricht die höhere bauliche Qualität durch den Neubau einen viel besseren Lärmschutz im Innern der Wohnungen. Zweitens bringen die Ersatzneubauten aufgrund einer in der Regel höheren Ausnützung das in den Städten so dringend nötige Mietwohnungsangebot», sagt die Leiterin Immobilienresearch bei der ZKB.

Mieteinbussen wegen Lärm

Unter dem Lärm an bestimmten Wohnorten leiden nicht nur die Mieterinnen und Mieter. Auch die Vermietenden haben wegen der lauten Strassen finanzielle Einbussen. Basierend auf Homegate-Inseraten stellt die ZKB fest: Mietwohnungen werden ab einem Lärmpegel von 50 Dezibel pro fünf Dezibel mehr um jeweils ein Prozent günstiger ausgeschrieben.

Die Mietausfälle in der Schweiz summieren sich dabei insgesamt auf über 320 Millionen Franken pro Jahr, so die Bank. In Genf fällt mit jährlichen 40 Millionen Franken der grösste Abschlag bei den Mieteinnahmen an. Zürich folgt mit einem Mietausfall von rund 28 Millionen Franken mit deutlichem Abstand als Nummer zwei auf dieser Rangliste.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

29 Kommentare