15.02.2018 05:44

Poschiavo GRHier kann das eigene Selfie getrunken werden

Diese Attraktion gibt es sonst nur in London oder Rotterdam: den Selficcino. Seit Neustem entzückt der Kaffee mit Portrait-Schaum auch die Gäste in einem 3500-Seelen-Dorf.

von
viv

So verschmelzen Selfie und Cappuccino zu einem Selficcino. (Video: Orlando Lardi)

«Wir sind die einzigen in der Schweiz», sagt Orlando Lardi stolz. In seinem Restaurant Hostaria del Borgo in Poschiavo GR bekommt man einen ganz speziellen Kaffee: einen Selficcino. Dabei handelt es sich um einen Cappuccino, bei dem mit Hilfe eines 3-D-Druckers ein Selfie auf den Milchschaum gelegt wird.

Und so funktionierts: Über eine App verbindet sich Lardis Handy mit dem Drucker, das gewünschte Bild wird eingescannt. Unterdessen wird die Tasse mit dem Cappuccino unter dem Gerät platziert. Dann fährt eine mit Kaffeepulver gefüllte Patrone einmal über die gesamte Oberfläche des Getränks und verteilt das feine Pulver durch eine Düse auf dem Milchschaum. Bis zu 500 Cappuccinos können so bedruckt werden, bevor die Patrone gewechselt werden muss. «Die Kunden sind begeistert, der Selficcino ist zu einer echten Attraktion geworden», so Lardi.

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Orlando Lardi ist der Besitzer des Lokals Hostaria del Borgo im Valposchiavo GR.

Orlando Lardi ist der Besitzer des Lokals Hostaria del Borgo im Valposchiavo GR.

Orlando Lardi
Dieses Gerät macht sein Restaurant einzigartig.

Dieses Gerät macht sein Restaurant einzigartig.

Orlando Lardi
Es druckt die Selfies seiner Kunden in den Milchschaum ihrer Cappuccinos.

Es druckt die Selfies seiner Kunden in den Milchschaum ihrer Cappuccinos.

Orlando Lardi

London, Rotterdam und Poschiavo

Das Gerät entdeckte der 59-Jährige vor zwei Jahren bei einem amerikanischen Hersteller. «Wir wollten es sofort kaufen, aber damals lieferten sie noch nicht nach Europa», erklärt Lardi. So ging der Drucker in Vergessenheit, bis sich die Firma im Oktober des letzten Jahres wieder beim Restaurantbesitzer meldete: «Sie sagten, dass sie ihr Produkt in Mailand vorstellen – wir sind direkt hingefahren und haben das Gerät gekauft.»

Überzeugt habe den 59-Jährigen vor allem, dass er sogar Europaweit einer der Ersten ist, der einen Selficcino anbieten kann: «Bis jetzt ist das nur in London, Rotterdam und nun eben in unserem 3500-Seelen-Dorf möglich.»

Preis bleibt gleich

Obwohl ihn das Gerät stolze 4000 Franken gekostet hat, scheint es eine gewinnbringende Investition gewesen zu sein: «Seither haben wird mehr Kunden bei uns. Vor allem Touristen werden durch den Selficcino angezogen», so der Besitzer. Die Besucher zahlen jedoch nicht mehr als für einen normal Cappuccino: «Den Preis haben wir bei 4,50 Franken belassen.»

Und das, obwohl der Selficcino in Rotterdam beispielsweise für 10 Euro über die Theke geht. «Das Bild im Milchschaum soll ein Geschenk für unsere Kunden sein», so Lardi. Ihn freue die tolle Stimmung, die durch den speziellen Kaffee in seinem Lokal entsteht.

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