25.07.2018 18:42

Auf dem RheinHier kann der Fisch direkt auf den Grill springen

Ungewöhnliches Bild: Eine Leser-Reporterin entdeckte am Dienstag auf dem Rhein einen Böötler. Neben ihm schwamm sein Grill, der wohl gerade seine Würstchen briet.

von
lad
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Ein Böötler transportierte am Dienstagabend seinen Grill mit auf den Rhein.

Ein Böötler transportierte am Dienstagabend seinen Grill mit auf den Rhein.

Leser-Reporter
Die heissen Temperaturen locken zur Zeit besonders viele Böötler auf den Rhein. Doch es ist Vorsicht geboten, denn die Strömung wird häufig unterschätzt. (Symbolbild)

Die heissen Temperaturen locken zur Zeit besonders viele Böötler auf den Rhein. Doch es ist Vorsicht geboten, denn die Strömung wird häufig unterschätzt. (Symbolbild)

Keystone/Christian Beutler
Das zeigt beispielweise ein Unfall, der sich Anfang Juni bei der Diessenhofer Rheinbrücke erreignet hat. Drei Kanufahrerinnen prallten mit ihrem aufblasbaren Kanu in einen Pfeiler. (Symbolbild)

Das zeigt beispielweise ein Unfall, der sich Anfang Juni bei der Diessenhofer Rheinbrücke erreignet hat. Drei Kanufahrerinnen prallten mit ihrem aufblasbaren Kanu in einen Pfeiler. (Symbolbild)

Kapo TG

«Ist das der neue Trend?», fragte sich am Dienstagabend gegen 18 Uhr eine Leser-Reporterin, als sie diesen Böötler auf dem Rhein sah. Vom Ufer in Dörflingen SH, das auf der gegenüberliegenden Seite an den Kanton Thurgau grenzt, fotografierte sie die Szenerie. Der Mann führte neben seinem Boot einen Grill mit sich. Dem Rauch nach zu urteilen, brutzelte da wohl gerade sein Nachtessen.

«Wie ich das erkennen konnte, schwamm lediglich die Feuerschale im Wasser», so die 20-Jährige weiter. Es müsse sich wohl um einen Kohle-Grill gehandelt haben. «Die Idee finde ich ausgefallen, was es mittlerweile alles gibt, ist doch nicht mehr normal», meint sie.

Dass die Zustände auf dem Rhein derzeit durchaus «nicht mehr normal» sind, zeigen weitere aktuelle Beispiele: Wie ein Augenzeuge berichtete, sichtete er vergangenes Wochenende Böötler, die vom Ghetto Blaster bis zum hochprozentigen Alkohol alles mit an Bord hatten. Sogar eine «Gummisusi» habe mitfahren müssen.

Kein Verbot

Auch die Schaffhauser Polizei kann bestätigen: «Es gibt fast nichts auf dem Rhein, was es nicht gibt», so Sprecher Patrick Caprez. Direkt verboten sei die Grill-Aktion des Mannes nicht: «Wichtig ist einfach, dass niemand gefährdet werde und das Ganze manövrierfähig ist», sagt er weiter.

Dem stimmt auch die Kantonspolizei Thurgau zu: «Schifffahrtsrechtlich ist es nicht explizit verboten, auf oder neben einem Schlauchboot einen Grill oder eine Pfanne dabei zu haben», so Kapo-Sprecher Daniel Meili. Ein Schlauchboot müsse nicht immatrikuliert werden, deshalb gebe es hier auch keine Bestimmungen.

Kein Einzelfall

Die Polizei könne durchaus immer wieder die ausgefallensten Ideen von Böötlern auf dem Rhein beobachten: «Momentan sind die vielen aufblasbaren Flamingos und Einhörner überall zu sehen, aber auch eine selbstgebastelte Hollywood-Schaukel gab es schon», so Caprez.

Verboten sei grundsätzlich nichts, wichtig sei, dass man damit schnell weg könne, falls es zu einer brenzligen Situation mit einem Kursschiff käme. Die Polizei würde auf ihren Patrouillen jeweils im Einzelfall prüfen, ob gewisse Konstruktionen erlaubt und wassertauchlich seien. «Vor lauter Freizeitspass vergessen nämlich viele Freizeitböötler, dass der Hochrhein eine gefährliche Strecke sein kann, auf der es immer wieder zu Unfällen kommt», so Meili (siehe Bildstrecke).

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