Aktualisiert 09.02.2015 15:02

USA

Hier kann man tatsächlich aus Sch***** Geld machen

Dass man es in den USA vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen kann, ist bekannt. Dass sich dort auch eine andere Redewendung bewahrheitet, weniger.

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Auch wenn es merkwürdig klingt: Fäkalien können tatsächlich Leben retten.

Auch wenn es merkwürdig klingt: Fäkalien können tatsächlich Leben retten.

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Dabei gilt: Je grösser das Häufchen, desto mehr Menschen kann geholfen werden.

Dabei gilt: Je grösser das Häufchen, desto mehr Menschen kann geholfen werden.

Open Biome

Amerika gilt als Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Und tatsächlich scheint dort alles machbar – auch, mit seinen Fäkalien Geld zu machen. Und das nicht zu knapp: 13'000 US-Dollar (rund 12'000 Franken) lassen sich so in einem Jahr verdienen.

Was nach Schweinkram klingt, ist in Wirklichkeit eine ernste Sache. Denn Geschäftspartner ist eine Non-Profit-Organisation Open Biome in Bedford im US-Bundesstaat Massachusetts. Sie präpariert den eingekauften Kot so, dass er später von Spitalmitarbeitern in Form von Kapseln an Patienten verabreicht werden kann, die an einer antibiotikaassoziierten Kolitis leiden.

Kot als Lebensretter

Diese schwere Erkrankung wird von dem Darmbakterium Clostridium difficile ausgelöst. Dieses scheidet Giftstoffe aus, die beim Betroffenen zu Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall und lebensbedrohlichem Flüssigkeitsverlust führen können. Um eine solche Kolitis zu bekämpfen, versuchen Ärzte mithilfe eines sogenannten Mikroben-Transfers im kranken Darm gesunde Bakterien anzusiedeln.

Bisher wurde dies in Form von Stuhltransplantationen (siehe Box) gemacht. Doch weil dieses Verfahren aufwändig und riskant ist, wird es neuerdings durch die nebenwirkungsfreie Gabe von Kotkapseln ersetzt. Dieses Vorgehen hat laut Forschern vom Massachusetts General Hospital noch einen weiteren Vorteil: Die Präparate können tiefgekühlt und damit längere Zeit gelagert werden.

Vorbeikommen ist Pflicht

In den USA erkranken jährlich rund 250'000 Menschen an einer antibiotikaassoziierten Kolitis, 14'000 davon sterben. Deshalb ist der Bedarf an gesundem Kot gross.

Interessierte können sich über einen einfachen Fragebogen online registrieren. Erfüllen sie die Anforderungen, können sie als Spender – sofern sie denn liefern können – täglich ihren Beitrag leisten und am Firmensitz vorbeibringen. Das ist eine der vielen Bedingungen. Als Dankeschön winken 50 US-Dollar pro Mal.

So läuft eine Stuhltransplantation ab

Als Stuhltransplantation wird der Kot einer gesunden Person in den Darm einer erkrankten übertragen. Der Stuhl des gesunden Spenders wird dafür in der Regel mit physiologischer Kochsalzlösung vermischt und die Mischung grob gefiltert. Die dabei entstehende Lösung wird dann durch einen Einlauf oder während einer Darmspiegelung in den Dickdarm des Empfängers eingebracht oder aber durch eine Sonde in den Zwölffingerdarm gespritzt.

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