Interaktive Karte: Hier können Sie sich noch eine Wohnung leisten
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Interaktive KarteHier können Sie sich noch eine Wohnung leisten

4000 Fr. Monatslohn reichen in zwei Dritteln der Schweiz nicht mehr für eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Unsere Grafik zeigt, wo die Schweiz für Sie noch bezahlbar ist.

von
Nikolai Thelitz
In der Stadt Zürich kann sich längst nicht mehr jeder eine Wohnung leisten.

In der Stadt Zürich kann sich längst nicht mehr jeder eine Wohnung leisten.

Keystone/Alessandro Della Bella

Auch im Jahr 2015 sind die Mietpreise in der Schweiz wieder angestiegen. 20 Minuten hat Daten von 1,7 Millionen Homegate-Wohnungsinseraten ausgewertet. Dabei zeigt sich: Seit 2002 haben sich die Mieten um rund 30 Prozent erhöht. Gleichzeitig stiegen die Löhne nur etwa halb so schnell wie die Mieten, so dass für die meisten Schweizer die Zahl der erschwinglichen Wohnungen in den letzten 14 Jahren gesunken ist. Besonders Städte wie Zürich oder Gemeinden mit Seeanschluss sind für viele unbezahlbar geworden. Was diese Entwicklung für Ihre persönliche Wohnungssituation heisst, zeigt unsere interaktive Grafik. Geben Sie Ihr Monatsgehalt ein und sehen Sie, wo Sie sich die Schweiz noch leisten können.

Die folgenden Beispiele illustrieren, wie sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt verändert hat.

Der Berufseinsteiger

Luca hat seine Detailhandels-Lehre erfolgreich abgeschlossen und will nun in seine erste eigene Wohnung ziehen. Sie muss nicht gross sein, eine Zwei-Zimmer-Wohnung würde ihm reichen. Doch die Suche wird schwierig, denn Luca verdient 4000 Franken im Monat: Für Tieflöhne wird ein maximaler Anteil von 25 Prozent des Lohnes für Mietkosten empfohlen. Das ergibt für Luca noch ein Budget von 1000 Franken. 65 Prozent der Schweizer Gemeinden sind für ihn zu teuer. Im Raum Zürich ist es besonders schlimm. Im ganzen Kanton Zürich bekommt man nur noch in Feuerthalen und Obfelden eine Zwei-Zimmer-Wohnung für unter 1000 Franken. Wer 2002 mit demselben Lohn nach der Lehre in die Berufswelt einstieg, konnte sich noch in 89 Prozent der Schweizer Gemeinden eine Zwei-Zimmer-Wohnung leisten.

Die junge Familie

Fabio ist KV-Angestellter im 80-Prozent-Pensum und verdient 4000 Franken. Er sucht für sich, seine Freundin und das gemeinsame Kind eine 3,5-Zimmer-Wohnung. Die Freundin arbeitet 40 Prozent als Kindergarten-Lehrerin und trägt 2000 Franken Haushaltseinkommen bei. Das Budget beträgt einen Drittel des gemeinsamen Einkommens, also 2000 Franken. Für die Familie sieht es gut aus: Nur 14 Prozent der Schweizer Gemeinden bleiben ihr verwehrt, darunter allerdings aber auch die Stadt Zürich. Im Jahr 2002 hätte sie sich hier noch niederlassen können, damals kostete eine durchschnittliche 3,5-Zimmer-Wohnung in Zürich 1'881 Franken – heute sind es mit 2'590 Franken weitaus mehr.

Die Büezer

Lucas' Bruder Antonio hat mit seiner Frau Maria schon drei Kinder in die Welt gesetzt und sucht nun eine Wohnung, die näher bei der Arbeit ist. Er verdient auf dem Bau 5500 Franken, seine Frau ist mit der Kinderbetreuung beschäftigt. Mit seinem Budget kann sich Antonio noch in etwa 32 Prozent der Schweiz eine 5-Zimmer-Wohnung leisten, 2002 wären es noch 54 Prozent gewesen.

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