21.06.2019 04:51

Lo & Leducs «Online»Hier kommt Switzerland's next Ohrwurm

Heute erscheint die neue Single von Lo & Leduc. Ihr Titel: «Online». Im Interview erklären die beiden, wie sie mit ihrem Smartphone umgehen.

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«Online, aber no time», heisst es im Refrain des neuen Songs von Lo & Leduc. Wir haben die beiden gefragt: Wofür hättet ihr gern mehr Zeit? <i>(Video: 20 Minuten)</i>

Früher als erwartet legen Lo & Leduc mit neuer Musik nach: Heute Freitag (21.6.2019) erscheint die Single «Online». Die Berner Hitschreiber knüpfen da an, wo der Musiksommer 2018 mit «079» aufgehört hatte: Der Song kommt mit grossem Ohrwurm-Potenzial daher.

Nach «079» jetzt «Online». Woher kommt die Handy-Liebe?

Luc: Songs, die Apps und Handys thematisieren, stehen immer noch in keinem Verhältnis zu dem, wie wichtig die Geräte in unserem Leben sind. Die Songs kommen mitten aus unserem Alltag.

Wie viel seid ihr online?

Lo: Ich habe kürzlich beim Luzerner Rapper Luzi die Zeile gehört: «Ich lege das Handy nur noch weg, wenn jemand anruft.» Das triffts.

Checkt ihr eure Bildschirmzeit?

Luc: Nein – ich habe zu viel Angst vor den Zahlen.

Lo: Ich auch nicht. Es bringt mir nichts, die Zahl zu kennen. Ich weiss, dass ich viel online bin – und immer wieder auch sinnlos lange.

Wo verschwendest du am meisten Online-Zeit?

Lo: Auf Instagram oder bei Tennis-News kann ich mich recht verlieren. Nach ein paar Minuten frage ich mich dann aber schon: Was mache ich hier eigentlich?

Wie siehts aus mit den blauen Häkchen auf Whatsapp: Habt ihr die aktiviert?

Luc: Ich schon.

Lo: Ich nicht. Es öffnet einen Spielraum für Fragen und Gedanken, die ich mir nicht machen müssen will.

Luc: Bei mir sind sich die Leute sowieso gewohnt, dass ich erst zwei Tage später antworte. Darum stressen mich die Häkchen nicht. (lacht)

Schon mal Digital-Detox gemacht?

Luc: Ich werde nächste Woche mit unserem Produzenten Dr. Mo verreisen. Er hat vorgeschlagen, dass wir Digital-Detox machen. Ich wusste nicht mal, was das ist.

Und, lasst ihr die Handys zu Hause?

Luc: Wir haben ausgemacht, dass wir versuchen, pro Tag nicht mehr als 30 Minuten online zu sein. Aber solche Experimente sind sehr schwierig, weil wir so viel mit diesem Gerät erledigen.

Ist das gut oder schlecht?

Luc: Es ist einfach ein Fakt. Ich will das nicht verteufeln.

Lo: Es kommt halt darauf an, wie man damit umgeht.

Was ist das Beste, was das Internet gebracht hat?

Lo: Das globale Wissen der Menschheit ist ständig verfügbar, das ist doch ein Riesenstep. Ob wir durch die Vernetzung von allen mit allem einander aber tatsächlich näher kommen, wage ich zu bezweifeln. Da müssen wir vorsichtig sein.

Switzerland's next Ohrwurm: Lo & Leducs «Online». (Quelle: Bakara Music)

Was macht die Digitalität mit zwischenmenschlichen Beziehungen?

Lo: Ich will das positiv sehen. Ich glaube, wir kommunizieren letztlich bewusster. Weil wir so viele Möglichkeiten haben und ständig kommunizieren, merken wir, was wann und wie funktioniert – und was nicht. Man kann auf viele Arten scheitern. Wir müssen uns bewusst dafür entscheiden, wie wir miteinander umgehen wollen.

Luc: Ich finde es wichtig, dass wir uns bewusst damit auseinandersetzen, was die Vernetzung mit uns macht. Mit allen Vorteilen und Gefahren.

Wo ist das Handy für euch tabu?

Lo: Ich finde es schön, das Smartphone wegzulegen, wenn ich jemanden zum Essen oder zum Kaffee treffe.

Luc: In der Bandprobe. Ausser, es spielt Roger Federer – dann läuft das Spiel irgendwo heimlich auf einem Smartphone auf einem Notenständer.

Checkt ihr das Handy noch vor dem Schlafen?

Luc: Ja.

Lo: Ja.

Und am Morgen?

Lo: Auch. Zuerst den Wecker ausmachen. Dann das Wetter checken.

Luc: Ich lasse am Morgen immer als Erstes Musik laufen. Via Handy. Das Handy zu checken, ist oft das Erste und Letzte, was ich an einem Tag mache. Es zeigt, wie nahe es uns ist.

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