Historische Strände: Hier landeten vor 70 Jahren die Alliierten
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Historische SträndeHier landeten vor 70 Jahren die Alliierten

Auch sieben Jahrzehnte nach der grössten Militäraktion der Geschichte ist der D-Day in der Normandie noch sehr präsent. Am Meer gibt es überall Zeugnisse des Kriegs zu entdecken.

von
Stephanie Sigrist

Gut 130'000 britische, amerikanische und kanadische Kämpfer landeten am 6. Juni 1944 an fünf Stränden der Normandie. Die nordfranzösische Provinz war damals von deutschen Truppen besetzt. Von hier aus sollten die alliierten Streitkräfte Europa vom Nationalsozialismus befreien. Um ihre Landung zu erleichtern, schafften die Alliierten unter anderem zwei in Grossbritannien vorgefertigte künstliche Häfen an die französische Küste. Auch Wellenbrecher kamen zum Einsatz. Überbleibsel dieser Landehilfen sind bei Ebbe bis heute sichtbar.

Mit dabei hatten die Befreier 9000 Flugzeuge und rund 10'000 Kilogramm Sprengsätze. Die deutsche Wehrmacht sei zu diesem Zeitpunkt unterbewaffnet gewesen, erklärt Kriegsveteran André Heintz. Der heute 94-jährige französische Widerstandskämpfer hatte die Alliierten vor 70 Jahren nach ihrer Landung unterstützt. Das Ziel der französischen Widerstandskämpfer war es gewesen, das Fortschreiten der Deutschen so lange wie möglich hinauszuzögern und dadurch die alliierten Soldaten zu schützen.

Bis heute werden Leichen gefunden

Insgesamt verloren bei den 100 Tage andauernden Kämpfen in der Normandie rund 200'000 Soldaten das Leben. Dadurch wurde die Provinz zu einem der grössten Kriegsschauplätze aller Zeiten. Riesige Soldatenfriedhöfe in der gesamten Region zeugen bis heute von diesen Verlusten. Einige der Gefallenen konnten noch immer nicht identifiziert werden, von anderen Soldaten wurde nie ein Leichnam gefunden. Letztere werden im «Garten der Vermissten» auf den Soldatenfriedhöfen geehrt. Erst 2009 wurde die Leiche eines US-Kämpfers gefunden, dessen Name aber bis heute nicht ausfindig gemacht werden konnte.

Aufgrund der schlechten Treffsicherheit der alliierten Bomber wurden 80 Prozent der Normandie zerstört. Bis zum heutigen Tag tauchen noch vereinzelt Minen oder Granaten in der Region auf. Überhaupt ist der D-Day auch sieben Jahrzehnte später noch sehr präsent. Am Strassenrand hängen Plakate mit den Worten «Danke den Befreiern». Statuen und Denkmäler erinnern an die Kriegshelden. In Caen, der Regionshauptstadt der unteren Normandie, bietet ein grosses Museum einen Überblick über den Zweiten Weltkrieg.

Fallschirmspringen und Feuerwerke

Anlässlich des 70. Gedenktages der Landung der Alliierten vom 6. Juni 1944 finden diesen Sommer in der Normandie diverse Festivitäten zu Ehren der Streitkräfte statt. Ein Highlight dabei ist das Feuer an der ganzen normannischen Küste am Abend des 5. Juni 2014. An den wichtigsten Orten der Invasion werden bei Anbruch der Dunkelheit 24 Feuerwerke gezündet. Am 8. Juni 2014 findet in Sainte-Mère-Eglise ein internationales Fallschirmspringen statt. Vom 13. bis 22. Juni 2014 wird an symbolträchtigen Orten der Landung ein Festival heiliger Gesänge durchgeführt. Das detaillierte Jubiläumsprogramm gibt es hier.

Die D-Day-Strände entdecken

Der Schweizer Reiseveranstalter Frantour bietet individuelle Touren oder Gruppenrundreisen durch die Normandie an. Mit dem Auto, Zug oder Flugzeug kann Frankreichs Nordküste entdeckt werden. Zu den Reisezielen gehören bei den Frantour-Routen neben den D-Day-Stränden auch die Regionshauptstadt Rouen, der sagenumworbene Mont-Saint-Michel oder die Apfelweinstrasse Route de Cidre. Weitere Informationen und Reisetipps für die Normandie gibt es hier.

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