16.09.2020 14:10

Tiefere StromrechnungHier lauern im Haushalt Stromfresser

Privathaushalte können mit einfachen Tipps Energiefresser in Küche, Bad oder Wohnzimmer eliminieren und so Strom – und somit Geld – sparen.

von
Stephanie Sigrist
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Schweizer Haushalte werden 2020 Hochrechnungen zufolge über 930 Franken für Elektrizität ausgeben.

Schweizer Haushalte werden 2020 Hochrechnungen zufolge über 930 Franken für Elektrizität ausgeben.

Foto: LAB / Marc Dahinden

Seit 2015 hat der Pro-Kopf-Stromverbrauch in der Schweiz gemäss dem Statistikportal Statista leicht abgenommen. Doch Privathaushalte sind nach wie vor für rund ein Drittel des Endenergieverbrauchs verantwortlich. 2020 bezahlen private Haushalte in der Schweiz durchschnittlich 20.7 Rappen pro Kilowattstunde Strom – das sind 0.2 Rappen mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Stromrechnung eines Privathaushaltes beträgt 2020 in der Schweiz insgesamt 932 Schweizer Franken. Hier erfährt ihr, wo im Haushalt Energiefresser lauern und wie ihr den Stromverbrauch senken und dadurch Geld sparen könnt.

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Wasserverluste: Beim Thema Wassersparen muss unterschieden werden, ob es um kaltes oder um warmes Wasser geht. Während kaltes Wasser in der Schweiz vielfach fast im Übermass vorhanden ist, steckt im Warmwasser viel Energie. In der Wärmebilanz eines durchschnittlichen Haushaltes werden 20 bis 50 Prozent für die Wassererwärmung genutzt. Es gibt einfache Möglichkeiten, ohne Komfortverlust einiges an Energiekosten einzusparen: Die Hände mit kaltem Wasser zu waschen, beim Zähneputzen das Wasser nicht laufen zu lassen und kurz zu duschen statt zu baden, reduziert den Verbrauch des kostbaren Guts Wasser und senkt die Stromkosten.

Ineffiziente Geräte: In der Schweiz müssen in Übereinstimmung mit der EU bestimmte elektrische Geräte mit einer Energieetikette versehen werden. Diese gibt Auskunft über den Energieverbrauch der Geräte. Je nach Effizienzklasse lässt sich mit effizienten Küchengeräten eine Menge Energie sparen. Kühlgeräte beispielsweise müssen über eine Energieetikette verfügen. Diese gibt Auskunft über Energieverbrauch, Energieeffizienz, Kühlinhalt und Schallpegel. Seit 2013 dürfen nur noch Kühlgeräte verkauft werden, die mindestens die Energieeffizienz-Klasse A++ erreichen. Der Energieverbrauch von Kühlschränken und Gefriergeräten nimmt seit Jahren ständig ab. Vor allem die deutlich besseren Isolationen ermöglichen bei den aktuell besten Geräten Stromeinsparungen von bis zu 80 Prozent. Ausrangierte Kühlschränke werden aber vielfach an Studenten-Wohngemeinschaften weiterverschenkt. Dabei werden häufig die Stromkosten nicht miteinberechnet: Ein alter, dichter C-Kühl- oder Gefrierschrank verursacht pro Jahr rund 100 Franken Stromkosten. Im Gegensatz dazu verbraucht ein neues Gerät der Effizienzklasse A+++ Strom für nur gerade 32 Franken pro Jahr. Ein Neukauf eines Kühlgeräts sollte also unbedingt geprüft werden.

Zu kalt eingestellte Kühlgeräte: In Schweizer Küchen stehen gut 4,4 Millionen Kühlgeräte, die Tag und Nacht in Betrieb sind. Die individuell eingestellten Temperaturen in den Kühlfächern haben einen Einfluss auf den Energieverbrauch von Kühlgeräten. Bei einer Innentemperatur von vier statt sechs Grad benötigt ein Kühlschrank zehn Prozent mehr Strom. Im Sommer oder wenn stark geheizt wird und die Raumtemperaturen höher sind, wird mehr Kühlleistung als im Winter benötigt. Für die meisten Lebensmittel ist eine Temperatur von fünf Grad Celsius ideal, allenfalls ist für bestimmte Produkte wie beispielsweise Fisch eine etwas tiefere Temperatur sinnvoll. Die kühlste Temperatur in einem Kühlschrank herrscht übrigens meistens im untersten Regal über den Schubladen. Mit einer Einstellung 3 bis 5 liegt man im Sommer meist richtig, im Winter genügen häufig die Stufen 1 bis 3.

Energieverluste im Bereich Beleuchtung: Rund sieben Milliarden Kilowattstunden Elektrizität werden in der Schweiz für die Beleuchtung eingesetzt. Dies entspricht zwölf Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Energie Schweiz zufolge könnte der Energiebedarf für die Beleuchtung bis 2025 mit einfachen Massnahmen um die Hälfte reduziert werden. Sowohl Mieter als auch Hausbesitzer können dazu beitragen, dass der Energieverbrauch in diesem Bereich massiv sinkt, da es kaum irgendwo so einfach ist, Strom zu sparen, wie bei der Beleuchtung. Am Anfang einer Gebäudeplanung gilt es, eine ausreichende Tageslichtversorgung sicherzustellen. Ist es dank der Sonne im Gebäudeinnern hell genug, ist weniger künstliche Beleuchtung notwendig. Mit einer guten Tageslichtplanung kann nebst der Beleuchtungsenergie auch Heizenergie eingespart und das Wohlbefinden der Menschen im Gebäude beträchtlich gesteigert werden. Für eine energieeffiziente Beleuchtung führt ausserdem kein Weg an LED-Lampen vorbei. Diese sind doppelt so effizient wie Leuchtstofflampen und bis zu zehnmal effizienter als Halogenlampen. LED-Lampen überzeugen nicht nur durch Energieeffizienz, sondern schneiden auch in Sachen Beleuchtungsqualität und Lebensdauer am besten ab. Neben der Wahl der richtigen Leuchtmittel und Leuchten kann auch ein Überdenken der Beleuchtungsgewohnheiten viel zur Senkung des Stromverbrauchs beitragen.

Waschen bei zu hohen Temperaturen: Die insgesamt rund zwei Millionen Waschmaschinen in Schweizer Haushalten brauchen am meisten Energie für das Aufwärmen des Wassers, je nach Quelle sind es bis zu zwei Drittel des Gesamtenergieverbrauchs eines Waschvorgangs. Mit modernen Waschmitteln genügt für leicht bis mittelmässig verschmutzte Wäsche in vielen Fällen eine Waschtemperatur von 30 Grad. Bei tiefen Temperaturen wird zudem das Gewebe geschont. Mit 30 Grad lässt sich bis 70 Prozent Strom sparen gegenüber einer 90-Grad-Wäsche und bis 20 Prozent gegenüber einer 40-Grad-Wäsche. Bei 30 Grad ist eine Höherdosierung des Waschmittels gegenüber wärmeren Waschtemperaturen nicht nötig. Alle modernen Waschmaschinen und die meisten angebotenen Waschmittel sind heute für Kaltwaschen geeignet.

20 Minuten Energy Quiz

Die zweite Runde des 20 Minuten Energy Quiz ist gestartet und kann über die 20-Minuten-App gespielt werden!

Spiele hier das Quiz am Dienstag, 15. September, zwischen 00.01 und 23.59 Uhr und beantworte zehn Fragen, um die 500 Franken zu gewinnen.

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93 Kommentare
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Strahlenchäferli

16.09.2020, 22:16

Mal nachrechnen wenn ich von 12% Strom fürs Licht wirklich 50% spare sind das 6% damit habe ich sehr wenig erreicht (an den übrigen 88% ist mehr zu holen) und da eigentlich schon fast überall LED Funzeln leuchten entspricht das eben genau dem leichten Zurückgang des Konsumes welchen man verzeichnet. Man spart damit so gut wie nichts und das war dem Strahlenchäferli schon immer bewusst sonst wäre er ja nicht das Strahlenchäferli. Auch halte ich 12% für eine Schummelei, es waren 5% als wir Licht noch verschleuderten. Aber man muss es friesieren um Erfolge verzeichnen zu können denn beim Licht kann man so gut wie nichts Sparen wie man sieht. Kühlschränke, nicht schlecht sind aber auch meistens entsprechend. Aber am "offenen Kühlschrank" dem ohne Tür, der Klimaanlage da kann man sparen und wie! Und nicht bloss Strom sondern man spart sich auch unnötig verpuffte Abwärme. Bloss interessant davon will niemand was wissen? Das ist doch Augenwischerei was hier betrieben wird.

Rolf

16.09.2020, 21:20

Wie üblich extrem schlecht und noch dazu mit Hrammatikfehlern. Einen funktionierenden Kühlschrank ersetzen durch einen A+++ Kühlschrank? Das kann doch nicht Ihr Ernst sein? Was an Energie für den Bau des neuen Kühlschranks, Transport etc. drauf geht, holt man mit dem sparsameren Modell in 10 Jahren nicht wieder rein. Das sind keine Energiespartipps von Profis, das ist reine Reklame für neue Haushaltsgeräte

abu

16.09.2020, 20:42

Wie wäre es, mal bei der Strassenbeleuchtung ausserorts anzusetzen? Da wird sinnlos Energie verbraten. Im Gegensatz zu alten Quecksilberdampflampen kann man LEDs relativ einfach an- und abschalten.