20-Minuten-Newsroom: Hier produzieren wir die News für Sie
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20-Minuten-NewsroomHier produzieren wir die News für Sie

Heute ist das neue Gebäude von Tamedia in Zürich offiziell eröffnet worden. 20 Minuten hat den obersten Stock des einzigartigen Bauwerks des japanischen Stararchitekten Shigeru Ban bezogen.

von
nj

Willkommen im neuen Büro von 20 Minuten. (Video: M. Bangerter und P. Rüegg)

60 voll ausgerüstete Arbeitsplätze und ein digitales Herzstück aus 22 Flachbildschirmen: Die seit März konvergente Redaktion von 20 Minuten hat ihr neues Büro an der Werdstrasse bezogen und verfügt damit über den modernsten Newsroom der Schweiz. Dieser befindet sich im obersten Stock des Tamedia-Neubaus, entworfen vom japanischen Stararchitekten Shigeru Ban. Dieser hat mit dem Bau ein weltweites Unikum geschaffen: Das Medienhaus, in dem sich neben 20 Minuten auch der «Tages-Anzeiger» befindet, ist mit seinem sieben Geschossen das höchste Holzhaus der Welt.

Shigeru Ban hat den Prestige-Bau, für dessen tragende Konstruktion ausschliesslich Fichtenholz verwendet wurde, am Dienstagmorgen persönlich dem Verwaltungsratspräsident der Tamedia, Pietro Supino, übergeben. Dieser war es, der den international bekannten Japaner vor fünf Jahren nach Zürich geholt hat. «Ich habe damals ein Haus von Shigeru Ban in Long Island in den USA gesehen und war begeistert», sagt Supino. Sofort habe er sich in einem Buchladen Literatur über den Architekten besorgt und zu recherchieren begonnen.

Keine Batteriehaltung

Im Februar 2008 lud die Tamedia Ban schliesslich nach Zürich ein. «Ich konnte kaum glauben, dass jemand sich einfach so für mich entscheidet, ohne dass wir uns persönlich kennen und ohne einen Architekturwettbewerb», erinnert sich der bescheidene Japaner. «Es war für beide Seiten ein Risiko», so Supino. Mit dem Ergebnis sind nun aber alle zufrieden.

Auch Marco Boselli, Chefredaktor von 20 Minuten: «Wir finden hier die architektonischen Bedingungen vor, die uns erlauben, so zu arbeiten, wie das eine moderne Redaktion muss.» Vor der Zusammenführung von Print und Online habe man sich auf dem ganzen Erdball Newsrooms angeschaut. «Häufig waren die Journalisten dort in einer Art Batteriehaltung untergebracht.» Anders im Neubau an der Werdstrasse mit insgesamt 480 Arbeitsplätzen: Hier ist pro Mitarbeiter eine Fläche von 12,5 Quadratmeter vorgesehen.

Einzigartiges Bauwerk zum vernünftigen Preis

«Damit, dass sich die Leute wohlfühlen ist unser wichtigstes von drei Zielen erfüllt», sagt Supino. Dem zweiten, der Nachhaltigkeit, trug man unter anderem durch den erneuerbaren Baustoff Holz Rechnung. Zum dritten sollte das Medienhaus zwar ein Vorzeigegebäude, aber kein überdurchschnittlich teures Luxusobjekt werden. Auch das sei geglückt. «Mit Intelligenz und Kreativität konnte ein einzigartiges Bauwerk realisiert werden, dessen Kosten sich im normalen Bereich bewegen.»

Wenn ein Mitarbeiter trotzdem einmal eine Pause vom neuen Arbeitsplatz braucht, ist auch hier vorgesorgt: Die Redaktion von 20 Minuten verfügt über zwei grosse Dachterrassen mit Blick über Zürich.

Der japanische Architekt Shigeru Ban hat für Tamedia das grösste Bürogebäude aus Holz gebaut. Am Dienstag hat er sein Werk persönlich übergeben.

Shigeru Ban, was ist für Sie das Wichtigste an diesem Gebäude?

Das ist das Holz. Ich bin von diesem Material total begeistert. Zum einen, weil es der einzige erneuerbare Baustoff ist, den wir kennen. Holz wächst einfach nach. Ausserdem ist es warm und verbreitet so eine angenehme Atmosphäre.

Es ist das erste Redaktionsgebäude, die sie gebaut haben. Gab es da Besonderheiten?

Nein, ich habe schon viel Erfahrung mit Bürogebäuden. Da ist es genauso wie auch bei einer Redaktion wichtig, dass die Mitarbeiter sich wohl fühlen und nicht das Gefühl haben, von der Aussenwelt abgeschnitten zu sein.

Wie haben Sie das hier beim Medienhaus erreicht?

Unter anderem durch sogenannte Zwischen-Räume. Das sind Aufenthaltsmöglichkeiten zwischen den beiden Glasfassaden. Die geben einem das Gefühl, draussen zu sein.

Haben Sie schon andere Projekte in der Schweiz realisiert?

Das Medienhaus ist der erste feste Bau. Für das Museum Rietberg hier in Zürich habe ich aber bereits einmal einen temporären Pavillion, unter anderen aus dem Material Karton, hergestellt.

Auch hier im Tamedia-Haus haben Sie für Trennwände oder beim Mobiliar im Erdgeschoss die für Ihre Arbeiten typischen Kartonröhren eingebracht. War Ihnen das wichtig?

Um ehrlich zu sein, war das gar nicht meine Idee, sondern ein Wunsch seitens Tamedia. Den habe ich aber natürlich gerne erfüllt.

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